Die Beziehung zwischen Ich und Anderem lässt sich als eine dyadische ethische Relation beschreiben. Zum Problem wird eine solche Konzeption mit dem Hinzutreten eines Dritten, der die symbolische und politische Ordnung repräsentiert. Doch der Dritte ist weder Richter noch Vermittler, sondern eine eigenständige sozialphilosophische Figur. Ausgehend von der asymmetrischen Intersubjektivität Emmanuel Levinas' bringt die Studie triadische Modelle zur Sprache, die sich sozialphilosophisch fruchtbar machen lassen. In diesem Sinne werden die Gruppensoziologie Georg Simmels, das ödipale Dreieck bei Sigmund Freud, die symbolische Triade bei Jacques Lacan und der vermittelnde Dritte in Jean-Paul Sartres Phänomenologie und Geschichtsphilosophie herangezogen. Die Rekonstruktion soziologischer, psychoanalytischer und phänomenologischer Modelle des Dritten mündet in die Skizze einer Theorie des Dritten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2004
Der Philosoph Thomas Bedorf geht in seiner Studie zum Sozialen aus von der Philosophie Emmanuel Levinas'. Dabei aber kann es nicht bleiben, denn Levinas hat seine Untersuchung dem Verhältnis des Einen zum Anderen gewidmet: für den Dritten, der erst die Gesellschaft macht, hat er kaum einen Blick. Bedorf weicht konsequenterweise aus auf Denker des Dritten, Simmel, Freud, Lacan, Sartre und entwickelt in Auseinandersetzung mit deren Theorien seinen Ansatz zum "Ineinandergreifen von dyadischer und triadischer Intersubjektivität". Obgleich der "acr." zeichnende Rezensent Bedorf nicht in allem folgen will - insbesondere nicht in der Ablehnung eines "Anerkennungsmodells" des Dritten -, findet er die Vorzüge der Studie doch "unbestreitbar".
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