Der Begriff "Exit" bezeichnet die Entscheidung, die eigene Heimat zu verlassen, weil es dort schlichtweg keine Perspektiven mehr gibt. Sie ist zum politischen Massenphänomen unserer Zeit und vor allem im globalen Süden zu einer Alternative zum sozialen Protest geworden. Die massenhafte Abwanderung aus verarmten Regionen etwa auf dem afrikanischen Kontinent verschärft sich nicht zuletzt infolge des Klimawandels, der den globalen Süden ungleich härter trifft als den globalen Norden. Dadurch entstehen sowohl in den Immigrations- als auch in den Emigrationsländern neue politische Konfliktkonstellationen. Die Fragmentierung der europäischen Parteienlandschaft etwa wäre ohne die neuen Formen globaler Migration im 21. Jahrhundert undenkbar. Auf der anderen Seite wird die weltweite soziale Ungleichheit, die Schere zwischen Nord und Süd, durch immer rigidere Migrationsregime zementiert statt abgemildert. Es bedarf folglich einer neuen, fairen Migrationspolitik, um den Exit im globalen Süden in eine für alle Beteiligten gewinnbringende Mobilität zulenken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2023
Rezensent Mathias Beer begrüßt den mutigen Blick auf das Thema Migration, den der Migrationssoziologe Thomas Faist in seinem Buch bietet. Auch wenn die Lektüre nicht immer einfach ist, wie Beer einräumt, bringt ihn Faist mit seinem Plädoyer für eine affirmative Neuorientierung in der Migrationspolitik auf Ideen. Migration verstanden als Kontinuum und soziale Frage, wie es der Autor sieht, birgt für Beer die Chance auf ein besseres Verständnis der Motive von Migration und Flucht. Faists breite Quellenbasis, seine genauen Analysen und sein vorsichtiges thesenartiges Angebot von Handlungsalternativen für die Politik haben Beer beeindruckt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2023
Ein komplexes Buch hat der Soziologe Thomas Faist über Migration geschrieben, hält Ulla Fölsing fest, eines, das Hintergründe und globale Effekte und Bedingungen in den Blick nimmt. Der Autor stelle sich viele Fragen, von der Globalität der Migration, von sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen und politischen Konflikten, ohne dabei auf Einzelschicksale einzugehen. Als seine Hauptthese hält die Rezensentin dabei fest, Faist sehe Migration als "globale Dimension sozialer Ungerechtigkeit." Sie empfiehlt das Buch aufgrund des sehr akademischen Duktus eher für ein Experten-Publikum.
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