Valzhyna Mort

Musik für die Toten und Auferstandenen

Gedichte
Cover: Musik für die Toten und Auferstandenen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518127667
Taschenbuch, 142 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen und dem Weißrussischen übersetzt von Katharina Narbutovič und Uljana Wolf. Eine pointierte, harte, rhythmische Diktion zeichnet Valzhyna Morts Poesie aus. Ihr Ton hat etwas Unerbittliches. Mit Belarus, dem Land ihrer Herkunft, in dem die Stille auch die Stille ist, die über Gräberfeldern liegt, wird sie nicht fertig. In einer Stadt aufgewachsen zu sein, in der "Straßen die Namen von Mördern" tragen - das kontaminiert die Erinnerung. Nur weil man "sie mal mit einem Skalpell in der Hand gesehen hat, glauben manche schon, dass die Zeit Wunden heilt".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2021

Rezensent Nico Bleutge scheint ganz verzaubert von den "wundersamen" Versen von Valzhyna Mort. Wie die belarussische, in den USA lebende, ihre Texte auf Belarussisch wie auch auf Englisch schreibende Dichterin die Gewaltgeschichte ihrer Heimat und ihre eigene Familiengeschichte inventarartig, doch atmosphärisch erkundet, findet Bleutge lesenswert. Die deutsche Übersetzung von Uljana Wolf und Katharina Narbutovic trägt dem doppelten Original laut Bleutge gekonnt Rechnung, indem sie kleinste "Wortverschiebungen" berücksichtigt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2021

Rezensentin Ilma Rakusa hält Valzhyna Mort für eine sprachmächtige Dichterin. Dass die in den USA lebende Lyrikerin in ihren Texten weiterhin die Missstände in ihrer weißrussischen Heimat anprangert, energisch und sprachlich bissig an Krieg, Vertreibung und Tschernobyl gemahnt und alles in rhythmische Verse setzt, die beschwörend Geschichte festhält, findet Rakusa so unbequem wie stark. Die Übersetzung der Gedichte durch Katharina Narbutovic und Uljana Wolf scheint ihr gelungen, die auch im Band enthaltene Prosa Morts über die Verfolgungen in ihrer Heimat aufschlussreich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2021

Rezensentin Marie Luise Knott mag die Mischung aus Heiterkeit und Melancholie, Surrealismus und Schonungslosigkeit in den Gedichten der belarussischen Lyrikerin Valzhyna Mort, die der Kritikerin im dritten Gedichtband eine Spur "radikaler" erscheint als üblich. Knott streift hier mit der Dichterin durch "Straßen mit Mördernamen", lauscht den Klängen des Akkordeons und staunt, wie Mort nach einem Jahrhundert des Terrors Worte und Bilder der "individuellen Trauer" findet. In der "eindringlichen Monotonie" des Tons scheint die Gegenwart in Belarus durchzuschimmern, glaubt die Kritikerin. Neben dem lesenswerten Essay Valzhyna Morts, der dem Band beigefügt wurde, lobt sie außerdem die Übersetzungen: Es ist spannend, Katharina Narbutovics Übertragungen aus dem Belarussischen mit Uljana Wolfs Übersetzungen aus dem Englischen zu vergleichen, rät Knott.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.06.2021

Kraftvoll findet Christian Wollin die Gedichte der in den USA lebenden Weißrussin Valzhyna Mort. Wie die Autorin mit subtilem Klang und Sinn und ihrer Großmutter als Bindeglied ihre Kindheit in der Sozialistischen Sowjetrepublik in Minsk und den stalinistischen Terror ins Gedicht holt, findet Wollin bemerkenswert. Die emotional aufgeladenen Sprachbilder und die Musikalität der Verse (laut Wollin "listig" übertragen von Katharina Narbutovic und Uljana Wolf) bringen zwar keine Erlösung der in Morts Familiengeschichte aufgehobenen Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, erklärt Wollin, doch die Toten und die Überlebenden begegnen sich in den Gedichten.

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