Der Band enthält Biografien von Ludmilla Assing, Friedrich Gottlieb Becker, Max Joseph Becker, Paul Börner, Hermann Brehmer, Christian Karl Josias von Bunsen, Emma Herwegh, Johann Adam von Itzstein, Georg Gottlob Jung, Fanny Lewald, Ludwig von Mühlenfels, Julius Standau, Julius Stein, Adolph Streckfuß, Hans Victor von Unruh, Emil Ottokar Weller.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2014
"Höchst lesenswert!" lautet das abschließende Urteil des Rezensenten Jens Grandt, der sich mit echter Leselust in diese Biografien deutscher Helden und eines Unholds gestürzt hat, die das verschüttete Bewusstsein an die 1848er-Revolution wieder wachrufen. Es ist schon der vierte Band dieses verdienstvollen Unterfangens, merkt Grandt an, der allerdings über Methodik kaum ein Wort verliert und sich lieber in die dargebotenen Biografien stürzt. Da ist etwa Gustav von Hoffstetter, der auf Seiten fortschrittlicher Schweizer kämpfte und dann zum Garibaldianer wurde. Da sind auch die Vorkämpferinnen der Frauenemanzipation Mathilde Anneke und Louise Aston. Oder der refomkonservative Fürst Lichnowski, der von "linksnationalen Pauperisten" ermordet wurde. Glaubt man Grandt, dann ist es höchste Zeit, an diese Epoche und ihre Kämpfe anzuknüpfen.
Stoff für all jene, die es etwas politischer und "schicksalsheftiger" mögen, verspricht Benedikt Erenz mit diesen Porträts von Revolutionären, Reaktionären und ihren Zeitgenossen der Jahre 1848 und 49. Auch sind aus seiner Sicht viele dieser insgesamt siebzehn Porträts fast schon abgeschlossene Bildungs- oder Abenteuerromane. Man werde mitten hinein in den Vormärz geführt, in die Berliner Salons oder an den preußischen Hof, begegne bekannten Gestalten der Epoche ebenso wie unbekannten, nehme Teil an Hoffnungen und Zorn, Freiheitssehnsucht und Bewahrenssucht. Erenz plädiert außerdem für das Wiederauflegen des bereits vergriffenen ersten Bandes dieses ambitionierten und gelungenen Projekt, von dem der nun erschienene dritte Band der vorerst letzte sein.
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