Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.04.2002
Wolfgang-Fritz Haug plädiert, in der Hoffnung, den Marxismus so am Leben halten zu können, für ein bisschen Realismus. Es gebe, meint er, im Hinblick auf versprengte Restmarxisten, keinen "Satz ewiger Wahrheiten", ebensowenig dürfe man übersehen, dass jeder Marxismus heute eine "Abweichung von Marx" sein muss. Diejenigen, die sich so etwas noch sagen lassen müssen, vermutet der Rezensent Kersten Knipp in "kaum gangbarem theoretischen Niemandsland". Für eine Hauptstraße neuerer Theorie hält er den Entwurf Haugs freilich auch nicht. Zumal der, was konkrete Handlungsanweisung angeht, sehr vage bleibe. Was zu tun sei, das könne man schon sagen, behauptet Haug, wie aber - mit Attac oder den Zapatisten? - das umzusetzen sei, da bleibt er, meint Knipp, die Antwort schuldig und hat nicht viel mehr zu bieten als die alte "Romantik des Widerstands".
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