Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Literatur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.02.2026 - Literatur

Cees Nooteboom hat die Literatur, auch in Deutschland, seit den siebziger Jahren mitgeprägt. Die Nachrufe in den Zeitungen werden erst morgen folgen. "Abschied" hieß einer seiner letzten Bände mit Gedichten aus der Corona-Zeit. "Blind lauf ich weiter, ein fahler Hund / in der Kälte. Hier muss es sein, / hier nehm ich von mir Abschied / und werde dann langsam // niemand." Hier die Liste seiner Bücher im Perlentaucher. Foto: Hpschaefer unter Creative Commons-Lizenz bei Wikimedia Commons.



Die Agenturen melden, dass der Schriftsteller Cees Nooteboom gestorben ist. Der Literarischen Welt verrät der Journalist Philipp Peymann Engel (online nachgereicht), welche Lektüren ihn besonders gesprägt haben. Besprochen werden unter anderem Patricia Cleveland-Pecks und David Tazzymans Kinderbuch "Dürfen Elefanten mit dem Bus zu ihren Tanten" (FR), Ece Temelkurans "Nation of Strangers" (Zeit) und Junko Takases "Richtig gutes Essen" (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau.
Stichwörter: Nooteboom, Cees

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.02.2026 - Literatur

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Eberhard Spree, Anna-Magdalena-Bach-Experte mit entsprechender Webpräsenz, listet in der FAZ penibel auf, an welchen Stellen Christoph Hein in seinem aktuellen Buch mit Bach-Novellen über die Grenzen des faktisch Belegbaren hinaus fabuliert. Dass Johann Sebastian Bach - nur exemplarisch herausgegriffen - in Arnstadt "lebensgefährlich" angegangen worden sei und "in wilder Ehe" gelebt haben soll, sei "mal etwas ganz Neues". Sicher, "Novellen sind keine Berichte, die sich streng an Fakten halten. Sie leben von der künstlerischen Freiheit. Die Nutzung der Namen von Anna Magdalena und Johann Sebastian Bach sowie anderer historischer Persönlichkeiten suggeriert aber, das Büchlein würde unsere Kenntnisse über sie erweitern. Das ist nicht der Fall. Das Nichtzutreffende zu erkennen und wieder aus dem Kopf herauszubekommen, dürfte dagegen schwierig sein."

Weiteres: In den von der Welt online nachgereichten Actionszenen der Weltliteratur erinnert Mladen Gladić an Ernest Hemingways Reise nach Italien 1923. Besprochen werden unter anderem Julian Barnes' "Abschied(e)" (Standard), Thibault Vermots und Alex W. Inkers Comic "Krimi - Die Geschichte hinter Fritz Langs 'M'" (FD), Florian Klenks Biografie über die österreichische Serienmörderin Elfriede Blauensteiner (NZZ) und neue Sachbücher (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.02.2026 - Literatur

Larissa Kunert stellt in der FAZ das literarische Schaffen von Alexander Estis vor. Einen Roman hat er bislang nicht vorgelegt und er hat dies wohl auch nicht vor, wenn man einer satirischen "Miniatur" in der Zeitschrift Sinn und Form glauben kann, in dem er das romanlose Leben eines Schriftstellers als große Tugend darstellt. Stattdessen "verfasst er Miniaturen, Glossen, Aphorismen, bündige Parabeln - oft in satirischem Ton, oft ausnehmend absurd, wobei Komik und Tragik nah beieinanderliegen." Seine Kurztexte "erinnern ... in ihrer sorgfältig komponierten Absurdität ein wenig an die Kafkas Kurzgeschichten. Allerdings ist Estis' Sprache facettenreicher, man stößt hier auf viele Wörter und Wendungen, die nichts mit der funktionalen Kühle Kafkas zu tun haben. Mitunter wirkt das wie verstaubt oder hochgestochen." Doch "vor allem zeigt sich darin eine uneingeschränkte Lust an der Sprache, daran, die subtilsten Unterschiede in Klang, Konnotation und Bedeutung immer wieder aufs Neue auszuloten."

Weitere Artikel: Heike Hellebrand denkt auf 54books über die anhaltende Popularität von Spionageromanen nach. Besprochen werden Robert Menasses Novelle "Die Lebensentscheidung" (NZZ), Barbara Honigmanns "Mischka" (SZ) und Sebastian Schmidts "Powerschaum" (FAZ). Dazu mehr in unserer Bücherschau.

Außerdem jetzt online: Unser Bücherbrief des Monats mit den besten Büchern im Februar.
Stichwörter: Estis, Alexander

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.02.2026 - Literatur

Besprochen werden unter anderem Margaret Atwoods Memoiren (taz), Barbara Honigmanns "Mischka" (NZZ), Leon Englers "Botanik des Wahnsinns" (Standard), neue Comics aus Südkorea (Tsp), Steffen Martus' "Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart, 1989 bis heute" (Standard), Felix Philipp Ingolds "Paris als Exil. Die Einwanderung aus Russland 1910 bis 1940" (NZZ) und David Hugendicks Essay "Jetzt sag doch endlich was. Über das Stottern" (SZ). Dazu mehr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.02.2026 - Literatur

Die Schriftstellerin Marica Bodrožić denkt in "Bilder und Zeiten" der FAZ über verschiedende Reden von Václav Havel und dessen Appelle an Freiheit und Mitmenschlichkeit nach und fragt sich: "Wo sind heute Menschen seines Formats?" Und welche Schriftsteller halten den utopischen Überschuss einer sich öffnenden Welt heute noch aufrecht? "Nach einer unendlich bleiernen Zeit ließ sich auf dem gesamten Kontinent erleben, wie die Freude eine kurze Zeit lang in Mut und Gestaltungswillen übergingen. Heute ist dieser Umbruchsmoment schon wie in die Untiefen der Geschichte abgesunken, aber er kann ein Muster der Zuversicht in die Welt holen, wenn Klarheit darüber besteht, dass alles möglich ist, wenn man es selbst nicht als Ideenraum auslöscht, bevor er sich überhaupt entwickelt hat. ... Bewusstsein, Werte und Ideale müssen nun unter Druck selbst gelebt werden. Und vieles ist schon in der Umzingelung durch die Lüge und unnötiges Taktieren verraten worden."

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Weitere Artikel: Im Literaturfeature von Dlf Kultur porträtiert Michael Hillebrecht den im Exil lebenden libyschen Schriftsteller Hisham Matar. Francesca Polistina blickt für "Bilder und Zeiten" auf die Sportbegeisterung der italienischen Literatur, doch "von der Lebensfreude und Leichtigkeit, die viele Schriftsteller nach den Olympischen Spielen von 1956 empfanden, ist in der heutigen Literatur wenig zu spüren". Andreas Isenschmid hat derweil für "Bilder und Zeiten" den vor 150 Jahren erschienenen Roman "Daniel Deronda" von George Eliot - ein Pseudonym Mary Ann Evans - aus dem Regal geholt. Und Marc Zitzmann erinnert in "Bilder und Zeiten" an die Briefeschreiberin Marie de Sévigné. Außerdem kürt die Jury des Dlf Kultur in Form einer PDF die besten Krimis des Monats - hier alle Bücher, zu denen wir Rezensionsnotizen haben, das CrimeMag flankiert mit Besprechungen.

Besprochen werden unter anderem Barbara Honigmanns "Mischka" (taz), Andrej Platonows "Der Staatsbewohner" (FR), Jill Johnsons Krimi "Nachtschattengewächse" (taz), Ece Temelkurans "Nation of Strangers" (FAZ), Son Lewandowskis "Die Routinen" (FAS) und Denis Pfabes' "Die Möglichkeit einer Ordnung" (LitWelt). Dazu mehr in unserer Bücherschau.

In der online nachgereichten Frankfurter Anthologie schreibt Werner von Koppenfels über Emily Dickinsons "Mein Hirn entfiel mir":

"Mein Hirn entfiel mir - Seele taubt -
In den Adern das Pulsieren
Erstarrt abrupt - zur Perfektion ..."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.02.2026 - Literatur

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Leonie C. Wagner porträtiert in der NZZ die Schriftstellerin Elisa Shua Despin, deren autobiografisch geprägter Debütroman "Winter in Sokcho" gerade aktuell fürs Kino adaptiert wurde (unsere Kritik). Für die Zeit hat David Hugendick in Tokio die Buchhandlung Morioka besucht, in der es nur ein einziges Buch gibt. 

Besprochen werden unter anderem Elias Hirschls "Schleifen" (FR), eine Neuausgabe des Weltraum-Versepos "Aniara" des Literaturnobelpreisträgers Harry Martinson (Intellectures), der fünfte Band der von Henrik Schrat illustrierten "Grimms Märchen" (taz), Antje Rávik Strubels Essay "'Kein Schnee, nimmermehr'. Neunzig Kilometer Mutmaßungen übers Skifahren, das Schreiben und den Tod" (SZ) und Regina Kehns Comic "Einmal kurz nicht aufgepasst!" (SZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.02.2026 - Literatur

Robert Mießner berichtet in der taz von seinem Besuch in der Akademie der Künste, wo Vor- und Nachlass des 2023 verstorbenen DDR-Underground-Dichters und Anarchisten Bert Papenfuß eingelagert sind und in den morgen Nachmittag der Öffentlichkeit ein Einblick gewährt wird. Besprochen werden unter anderem Ulrike Draesners "penelopes sch()iff. Postepos" (Zeit OnlineDavid Bs Comic "Monsieur Chouette" (FAZ.net), Dorota Maslowskas "Im Paradies" (NZZ) und Alaa Al-Aswanis "Die Bäume streifen durch Alexandria" (FR). Mehr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.02.2026 - Literatur

"Klassiker zu vereinfachen, ist kein Frevel an der Literatur", wenngleich es auch nicht schaden könne, wenn Texte auch mal zu "Knobelaufgaben" werden. So lautet der versöhnliche Befund, den Thomas Ribi aus der neutralen Schweiz in der NZZ zur deutschen Kontroverse um Literaturklassiker in einfacher Sprache im Deutschunterricht beisteuert. Diese sagt vor allem etwas aus "über das Verhältnis der Deutschen zu ihren Klassikern: Man liest sie zwar kaum und macht sich über bildungsbürgerliches Gebaren lustig. Aber man hält sie in Ehren. Und wenn sich jemand erdreistet, sie zum Leben zu erwecken, reagiert man empört, sobald man den Eindruck hat, der nötige Respekt werde nicht gewahrt. Nur: Respekt hält Goethe, Lessing, Kleist und Co. nicht am Leben. In England ist William Shakespeare an allen Schulen Pflichtlektüre. Manche seiner Stücke werden schon in der zweiten oder dritten Klasse gelesen - selbstverständlich in vereinfachten Ausgaben. Mit dem Erfolg, dass 'Hamlet', 'König Lear', 'Viel Lärm um nichts', 'Romeo und Julia' oder 'Der Sturm' auch vierhundertfünfzig Jahre nachdem sie geschrieben worden sind, noch lebendiges Kulturgut sind."

Weitere Artikel: Marie Schmidt porträtiert in der SZ die Verlegerinnen Constanze Neumann, die bislang bei Aufbau tätig war und nun den Publikumsverlag Bastei Lübbe literarisch neu aufstellen will, und Heide Kloth, die Neumann bei Aufbau nachfolgt. Besprochen werden unter anderem Katharina Pragers Biografie über Karl Kraus (Standard), Frauke Buchholz' Krimi "Endzeit" (FR), Kjell Westös "Dämmerung" (FAZ) und Julya Rabinowichs Jugendroman "Mo & Moritz" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.02.2026 - Literatur

Sonja Zekri porträtiert in der SZ Dory Manor und Moshe Sakal, die entgegen allen ungünstigen Gegenwartszeichen in Berlin mit Altneuland einen Verlag für hebräische Literatur gegründet haben. "Die Wahl des Druckorts ist mehr als eine logistische Entscheidung, es ist eine verlegerische Geste von größter Symbolik. Denn Sakal und Manor wollen von ihrem Loft in Berlin aus nichts Geringeres als das Hebräische aus der Verschmelzung mit Israel lösen, wollen es als eigenen literarischen Raum, als Kultur- und Gedankenraum etablieren, ein intellektuelles Universum aus eigenem Recht und aus eigener Kraft mit globalem Anspruch. Dass sie damit Widerspruch auslösen, vielleicht Empörung, ist ihnen bewusst. 'Wir verleugnen unsere Herkunft als Israelis nicht, aber wir erweitern sie um ein größeres Verständnis von Judentum', sagt Sakal. ... Der Markt in Deutschland, in Europa wird wachsen, davon sind sie überzeugt. Viele Israelis seien verstört und entfremdet von einer immer rechteren Regierung, immer neuen Kriegen. 'Sie werden das Land verlassen', sagt Sakal: 'Und dann brauchen sie Bücher.'"

Außerdem: Die Welt hat Mladen Gladićs Porträt des Verlegers und Börsenverein-Vorstehers Sebastian Guggolz online nachgereicht. Besprochen werden unter anderem Michal Ajvaz' Prag-Roman "Die andere Stadt" (NZZ) und neue Sachbücher (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.02.2026 - Literatur

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Matthias Heine empfiehlt in der Welt Marjane Satrapis Comicklassiker "Persepolis", um die Revolten im Iran in den letzten Jahren besser zu verstehen. Mit Margaret Atwoods Science-Fiction-Klassiker "Der Report der Magd" lässt sich nachvollziehen, wie in den USA mit ICE dystopische Verhältnisse normalisiert werden sollen, schreibt Barbara Peveling auf 54books. Uli Kreikebaum porträtiert in der FR Christoph Poschenrieder, der im Alter von 61 Jahren angekündigt hat, nach fünfzehn Jahren als Schriftsteller künftig lieber Straßenbahnen in München zu fahren statt weiterhin Bücher zu schreiben.

Besprochen werden unter anderem Leïla Slimanis "Trag das Feuer weiter" (Standard), der Band "Wir müssen wahre Sätze finden" mit Gesprächen mit Ingeborg Bachmann (Standard), Martina Hefters Gedichtband "Es könnte auch schön werden" (taz) und neue Kriminalromane, darunter Robert Bracks "Die nackte Haut" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau.