Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Nur noch ein Stachel übrig

22.08.2026 Zum Meisterwerk kürt die Welt die Reportage, die die norwegische Journalistin Asne Seierstad über die russische Gesellschaft verfasst hat. Der Dlf lernt indes von dem ukrainischen Publizisten Wolodymyr Jermolenko, wie die Ukraine Europa hilft. Berührt folgt der Dlf außerdem Helmes Heines letzter Heldin, dem Igelmädchen Pieks. Die taz amüsiert sich darüber, wie Mirko Bonné den Bonner Regierungsmief lüftet. Eine moderne "Pretty Woman"-Geschichte zwischen Ost und West empfiehlt die SZ mit Ruth Maria Thomas’ neuem Roman „Die zweitgrößte Liebe“. Die NZZ lernt von Michael Steinberger, wie Habermas- und Tolkien-Lektüren Alex Karp Palantir gründen ließen. Und die FAZ erkennt auf Fotos von Jochen Raiß: Frauen sitzen gern auf Bäumen.

Sprachschrauben lockern

21.08.2026 Die FAZ erkundet mit Anne Weber den Graben, der die Poesie von der Erzählkunst trennt. Mirko Bonné verdankt sie ein Bravourstück über die Bonner Republik. Die FR kürt Elspeth Barkers Roman "O Caledonia" zum Klassiker. Mit Banu Mushtaq begleitet sie Frauen, die in Indien gegen das Patriarchat kämpfen. Der Dlf empfiehlt Gerd Hankels Essay über den Begriff des "Völkermords". Und Dlf Kultur lernt von Antonio Damasio: Insekten haben immer noch mehr Bewusstsein als KI.

Ich ziehe / alle sprachen / aus / die ich trage

20.08.2026 In der FAZ liest Claus Leggewie fasziniert, wie die Tierforscherin Christine Webb dem "arroganten Affen Mensch" gründlich die Überheblichkeit austreibt. Die SZ folgt nicht minder eingenommen Samuel Becketts Tagebuchnotizen über Nazi-Deutschland. Die Welt lernt von Christoph Koch, wie Chatbots der Psyche schaden. Die Zeit staunt, wie Emma Cline sich in die Psyche ihrer Helden saugt. Der Dlf liest amüsiert, wie Marie Iljasenko in ihren tschechischen Gedichten Turmfalken auf barocke Architektur scheißen lässt. Und der Dlf Kultur lauscht mit dem jungen Mircea Cărtărescu einem verliebten Spülbecken.

staubstrecke der tauben pappsprache

19.08.2026 Die FAZ jubelt über Dorothea Grünzweigs "hypersensitive Fühlhaar-Poesie". Außerdem lüftet sie einmal mehr Eifler Familiengeheimnisse mit Norbert Scheuer. Die NZZ singt eine Hymne auf Emma Clines neuen Roman "In die Schweiz", in dem sich ein dementer Unternehmer für Sterbehilfe entscheidet. Die SZ entdeckt "neue Männerliteratur" von Clemens J. Setz und Tony Tulathimutte. Dlf vertieft sich in Marieke Reimanns Verteidigung Ostdeutschlands

Literarisierung ihres Lebens

18.08.2026 Die FAZ bürstet mit Andreas Mayer "Freud gegen den Strich". Außerdem empfiehlt sie Christiane Hoffmanns Roman, der vom Freitod einer Freundin und den Versäumnissen des Westens erzählt. Die FR legt uns Michael Köhlmeiers autobiografischen Roman "Mein privates Glück" ans Herz. Die taz freut sich über Catherine Aduf Folawiyos Kinderbuch, dass von Cornrows, Selbstbewusstsein und Schwarzer Geschichte handelt. Die SZ runzelt angesichts des neuen Buchs von Ilko-Sascha Kowalczuk die Stirn. 

Ins Böse gedrehter Loriot-Sketch

17.08.2026 Die FAZ geht mit der Hörfassung von Daniel Damlers Roman über Fernández de Oviedo, schillernder Chronist der Conquista, einen Vulkan besuchen. Außerdem fühlt sie mit Punk-Sänger Jan Gorkow aka Monchi AfD-Wählern in Vorpommern auf den Zahn. Die FR wohnt mit Heinz Strunk dem letzten Akt einer Ehe vor der Kulisse Heidelbergs bei. Die SZ studiert Hans-Jürgen Papiers Buch über das Bundesverfassungsgericht.

Mit freien Versen auf der Höhe unserer Zeit

15.08.2026 Als Metakrimi, mit meisterlichen Stimmungsbildern und die schnittigen Dialogen feiert die FAZ Yael Inokais "Die Auster". Schmissig auch Denis Pfabes Baumarkt-Roman "Die Möglichkeit einer Ordnung", findet sie. FAS und taz ziehen den Hut vor Boris Schumatsky, der eine Moskauer Kindheit, Celans Lebensgeschichte und das eigene Jüdischsein in seinem Roman "Die Seine fließt ins Schwarze Meer" poetisch verdichtet. Die Welt amüsiert sich auf höchstem Niveau mit Jo Cheethams Beziehungsroman "Love and Rent". Dlf Kultur lässt sich von Jane Dreycott erzählen, wie böse Fulvia wirklich war.

Verlustig gehen

14.08.2026 Die FAZ denkt mit dem Physiker Jean-Luc Lehners angeregt darüber nach, wie alles aus dem Nichts entstehen konnte. Die FR gerät mit Belina Bauer zwischen die Fronten von Lummeneier-Sammlern und Schützern. Der Dlf erliegt dem Beschreibungsfuror und Humor, mit denen Xu Zechen in seinem Roman "Der große Kanal" hundert Jahre chinesische Geschichte erzählt. Einen geradezu bewusstseinsverändernden Text empfiehlt der Dlf Kultur mit Edward Abbeys "Die Einsamkeit der Wüste". Mit Sarah Wipauers Debütroman taucht er ab ins Wiener Tunnelsystem.

Grünlich ist die Seele der Seeschnecke

13.08.2026 FAZ und FR versichern: Eva Menasses "Alleinruhelage" ist weit mehr als ein Dorfroman: Er wird für die "Erhöhung von Begegnungswahrscheinlichkeiten" sorgen, glaubt die FAZ. NZZ und taz erkennen durchaus die Meisterschaft von Tony Tulathimuttes Kurzgeschichtensammlung: Die Gnadenlosigkeit muss man aber aushalten können, warnt die taz. Wärmstens empfiehlt Dlf Kultur einen von Hans Thill herausgegebenen Band mit tschechischer Gegenwartslyrik.

Alles schillert

12.08.2026 FR und Dlf sind schwer beeindruckt, wie Karosh Taha in "Gulistan" die Welt einer irakischen Kurdin in die Sprachlosigkeit abgleiten lässt. Die FAZ wirft mit Winfried Nerdinger einen kritischen Blick auf die Biografie von Le Corbusier. Außerdem beschäftigt sie sich dank Ursula Muscheler mit der humanistischen Architektur Hans Poelzigs und seiner Schüler. Die NZZ verbringt mit Ulrich Peltzer und seinem Buch über das Mathematikgenie Évariste Galois gerne schlaflose Nächte. Die SZ ist gebannt von Sandro Veronesis abgründigem Sommerthriller "Schwarzer September". Und Dlf Kultur begeistert sich für die zweisprachige Poesie von Dilek Mayatürk

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