
Im Gespräch mit Gábor Köves
erklärt Péter Nádas u.a., was das
Schriftbild für ihn bedeutet und welche Rolle die Satzzeichen dabei haben. "Im
'Buch der Erinnerung' - so erinnere ich mich - gibt es noch
Ausrufezeichen und
Fragezeichen, doch ihre Anzahl ist stark limitiert. In den
'Parallelgeschichten' gibt es sie überhaupt nicht mehr. Sie sind nutzlose akademische Zusätze, die im Mündlichen so nicht existieren. Frage ich jetzt danach? Nein, es ist eine Aussage, ob ich danach frage. Es liegt in der
Intonation. Wenn ich durch die Sprachmusik einen Satz nicht so konstruieren kann, dass er eindeutig eine Frage oder ein Ausruf ist, dann gibt es immer noch die Möglichkeit des
schriftstellerischen Kommentars. Die Dialoge forme ich eher durch diese Kommentare als mit Hilfe der akademischen Interpunktion. Die Schrift ist auch ein Bild, Schriftbild eben, und es ist unnötig, das Bild selbst, die Seite, mit Schriftzeichen
unübersichtlich erregend zu gestalten. Ich brauche die Erregung in einer anderen Dimension, nicht im Schriftbild. Das Schriftbild muss ruhig sein, damit der Leser überhaupt in seine eigene andersartige Erregung hineinklettern kann."