
Der Juris
Jenő Kaltenbach war von 1996 bis 2014 Mitglied des Europäischen Rates gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) und von 1995 bis 2007 Ombudsmann für Minderheiten in Ungarn. Kaltenbach war die erste prominente Persönlichkeit, die nach dem Bekanntwerden der staatlichen Auszeichnung des rechtsextremen
Hasspredigers Zsolt Bayer ihren Staatsorden zurückgab. Er löste damit eine Protestwelle aus, in der mehr als einhundert früheren Ausgezeichneten ihre Orden ebenfalls zurückgaben. Im
Gespräch mit Krisztián Magyar erklärt er: "Die Rückgabe war eine spontane Aktion. Ein Protest in erster Linie gegenüber den Anomalien des Systems. Bayer ist zweitrangig, er versieht hierbei die Rolle des nützlichen Idioten.
Ein System aber, das eine solche Geste tätigt, teilt selbst die rassistischen, hetzerischen, minderheitenfeindlichen,
unmoralischen Ansichten, die von Bayer vertreten werden. Es ist fürchterlich gefährlich, was hier betrieben wird", warnt Kaltenbach auch
die Europäer, die dem Treiben der Regierungspartei Fidesz viel zu lange zugesehen hätte. "Vielleicht erkennt man jetzt, dass dies ein gefährliches Spiel ist - doch die Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf Polen. Dass Viktor Orbán und seine Mannschaft immer noch Mitglied der
Europäischen Volkspartei ist, ist ein Skandal. Aber
Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Volkspartei [und deutscher CSU-Politiker], streichelt immer noch
Orbáns Kopf."