Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

661 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 67

Magazinrundschau vom 16.07.2019 - New York Times

Im Magazin der New York Times überlegt Fernanda Eberstadt, ob die Kunst von Pjotr Pawlenski noch Kunst ist oder schon Verbrechen oder ganz etwas anderes. Anlass ist ein Feuer, das Pawlenski in einer Filiale der Banque de France in Paris gelegt hat und die folgende Untersuchungshaft: "Für Pawlenski ist die Aktion nur der Anfang eines längeren Prozesses. Auch wenn jeder Aspekt genau geplant ist - 'Ich übe jede Geste, jede Hand- und Fußstellung genau ein, denn wenn es losgeht, geht alles sehr schnell, und vieles ist unvorhersehbar', erklärt er - ist für ihn das eigentlich Spannende die unabsichtliche Mitarbeit des Staates. Eine Ausstellung in Galerie Pack in Mailand zeigte Fotos von Pawlenskis russischer Polizeiakte: unscharfe Nahaufnahmen von Benzinkanistern und Aufnahmen von Überwachungskameras, die ihn mit Kapuze an einer Straßenecke zeigen - Aufnahmen, die anonyme Mitarbeiter des Innenministeriums absichtslos kunstvoll geschnitten haben. 'Ich lasse die Regierung am künstlerischen Arbeitsprozess teilnehmen. Die Machtverhältnisse verschieben sich, der Staat wird zum Akteur', so Pawlenski. 2014 war die Konfrontation direkter. Putin führte damals Krieg gegen die Ukraine, ließ ukrainische Aktivisten als Terroristen verhaften … Pawlenski unterstützte die Proteste auf dem Maidan aktiv. In einer mit Paris vergleichbaren Aktion zündete er die Türen der Lubjanka an, wo der russische Geheimdienst residiert. Mit dem Benzinkanister in der Hand, wartete er auf die Polizei … Er wurde festgenommen, in eine psychiatrische Klinik verbracht und kam dann sieben Monate in U-Haft. Aus Solidarität mit den ukrainischen Aktivisten wollte er als Terrorist angeklagt werden, aber man verurteilte ihn wegen Vandalismus zu einer Geldstrafe, die Pawlenski nie bezahlte."

Außerdem: Jonah Weiner verfolgt die harte Konkurrenz im Streaming-TV und überlegt, was sie für die Qualität des Angebots bedeutet. Und anlässlich ikonografischer Fotos von Grausamkeiten an Trumps Grenze und anderswo denkt Teju Cole darüber nach, wie Bilder unser Gewissen auf wirkungsvollere Art erschüttern könnten.

Magazinrundschau vom 09.07.2019 - New York Times

Immunofluorescent stains for neurons (green), astrocytes (red), and cell nuclei (blue) in a region of the hippocampus of a pig's brain left untreated 10 hours after death (left) or subjected to perfusion with the BrainEx technology. Ten hours postmortem, neurons and astrocytes undergo cellular disintegration unless salvaged by the BrainEx system. (Image credit: Stefano G. Daniele & Zvonimir Vrselja; Sestan Laboratory; Yale School of Medicine)


Im aktuellen Heft überlegt Matthew Shaer, was die Experimente mit toten Schweinegehirnen an der Yale-Universität für unser Verständnis vom Tod bedeuten könnten: "So lange Wissenschaftler sich mit dem Gehirn von Säugern befassen, gibt es Versuche, es zu reanimieren. 'Dem Sitz all unserer Eindrücke neues Leben einzuhauchen, die vitalen Kräfte wiederzubeleben und zu dirigieren, ist mein wissenschaftliches Ziel', schrieb der italienische Physiker Giovanni Aldini zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In seinem Werk von 1803 beschreibt er, wie er einen Ochsen enthauptet und den Kopf mit einer rudimentären Batterie verbindet: Der Kopf begann zu zittern. Später ging Aldini zu menschlichen Körpern über. 'Das linke Auge öffnete sich', schrieb er über den Mörder George Forster, dessen Leiche ihm von der britischen Regierung überlassen worden war. (Als Aldini Forsters Rektum und Ohr unter Strom setzte, ließen ihn die starken Muskelkontraktionen von 'Wiederbelebung' prahlen.) Was er aber nicht erkannte war, dass Leben nicht nur mit Elektrizität zu tun hat, sondern auch mit Blut und Sauerstoff, Gasen, Säuren und einer ganzen Symphonie absterbender und sich regenerierender, wachsender Zellen. Erst 150 Jahre später war die Technologie so weit, die einfachsten dieser Funktionen zu beobachten und nachzuahmen … 1991 entdeckten Wissenschaftler, dass die Neuronen in den Gehirnen von Laborratten noch drei Stunden nach dem Todeseintritt elektrische Aktivität zeigten. Der Hirntod war kein punktuelles Ereignis mehr, sondern geschah in Schritten, die man hinauszögern oder sogar umkehren konnte, nicht, wie Aldini es sich vorstellte, aber nicht weniger überzeugend."
 
Außerdem: Michael Sokolove untersucht die Rolle, die saudisches Geld in amerikanischen Universitäten spielt. Und David Marchese spricht mit Whoopi Goldberg über den Verfall der gepflegten Konversation.
Stichwörter: Tod, Hirntod

Magazinrundschau vom 02.07.2019 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins fragt Sarah A. Topol, was Putin eigentlich will, wie Russland funktioniert und warum alles ganz anders ist, als wir im Westen so denken: "Ich treffe Ruslan Pukhov im eleganten Café Puschkin, er ist Direktor am Zentrum für Strategieanalysen und Technologien, ein militärischer Thinktank, und er redet nicht lang um den heißen Brei: 'Immer wenn ein Beobachter aus dem Westen sagt, Russen tun dies oder jenes, sage ich: Ihr beschreibt Russen, als wären sie Deutsche oder Amerikaner, aber das sind sie nicht. Ich frage: Kennst du den Begriff 'bardag'? Wenn nicht, kannst du Russland nicht analysieren, denn 'bardag' bedeutet Unordnung, Fiasko.' Pukhov meint damit, dass Russlands politisches System nicht stromlinienförmig ist, keine vertikale Diktatur. Nur Naivität, Paranoia oder beides kann jemanden glauben machen, dass dieses System effizient genug ist, irgend etwas von großer globaler Bedeutung anzuzetteln. Russland war lange eine Projektionsfläche für amerikanische Ängste vor der roten Bedrohung und Putins Jagd nach der Weltherrschaft. Diese Tradition bekam Schub durch die Wahl 2016, als jeder auf einmal Fachmann für Putins Agenda war. Keine Wahl, die Putin nicht hacken, keine Grenze, die er nicht überschreiten, kein Verbündeter, den er nicht manipulieren würde. Das schiere Wort Putin steht für die systematische Zerstörung der Post-Kalter-Krieg-Ordnung in der Welt. Aber keiner, mit dem ich sprach und der Einblick hatte in die russischen Verhältnisse, hielt das für etwas anderes als Fiktion. Stattdessen bezeichneten sie Russlands Rückkehr auf die internationale Bühne als Improvisation, Taktik, Glücksspiel, allesamt eher bedenklich als meisterlich."

Außerdem: Susan Dominus erklärt, was es bedeutet, dass Samenspender (und ihre Kinder) heute über DNA-Analyse ausfindig zu machen sind. Und Eli Baden-Lasar, Kind eines Samenspenders, erzählt, was es heißt, 32 Halbgeschwister zu haben und sich auf die Suche nach ihnen zu machen.
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Magazinrundschau vom 17.06.2019 - New York Times

Im New York Times Magazine erinnert Jody Rosen an den Tag vor elf Jahren, als ein Feuer bei Universal in Hollywood ausbrach und nicht nur ein Filmlager zerstörte, sondern auch ein einzigartiges Archiv mit rund 500.000 Musikmasteraufnahmen: "Das Archiv in Gebäude 6197 war UMGs wichtigstes Lager für Masters an der Westküste, die Originalaufnahmen, von denen alle nachfolgenden Kopien stammen. Es handelt sich um einzigartige Artefakte, die unersetzlichen Hauptquellen eines jeden Musikstücks. Laut UMG-Dokumenten befanden sich im Archiv analoge Bandmaster aus den späten 1940er Jahren sowie digitale Master neueren Datums. Es enthielt das aufgenommene isolierte Rohmaterial von Mehrspuraufnahmen, Drums, Keyboards, Saiteninstrumente auf getrennten Bandbereichen, aus dem analoge Masters zusammengesetzt werden. Und es enthielt Session Masters, Aufnahmen, die nie kommerziell veröffentlicht wurden … Nahezu sämtliche Masters von Buddy Holly gingen in den Flammen verloren, der Großteil von John Coltranes Masters für das Jazzlabel Impulse sowie Impulse Masters von Duke Ellington, Count Basie, Coleman Hawkins, Dizzy Gillespie, Max Roach, Art Blakey, Sonny Rollins, Charles Mingus, Ornette Coleman, Alice Coltrane, Sun Ra, Albert Ayler, Pharoah Sanders und anderen Jazzgrößen, ferner Masters von Bill Haleys 'Rock Around the Clock' oder Bo Diddleys 'Bo Diddley/I'm A Man' … Anders als UMG es damals zugeben wollte, handelte es sich um die größte Katastrophe in der Geschichte der Musikindustrie."

In einem anderen Artikel macht sich Nicholas Kristof Gedanken über die Todesstrafe: "Präsident Trump fordert eine Ausweitung der Todesstrafe auf Drogendealer und Polizistenmörder, mit einem beschleunigten Prozess und schneller Hinrichtung. Eine Mehrheit der Amerikaner (56 Prozent laut Gallup) befürwortet die Todesstrafe, weil sie glaubt, dass sie Straftäter abschreckt oder Geld spart, und vermutet, dass sie nur für die schändlichsten Kriminellen gilt und Fehler kein ernstes Risiko darstellen. All diese Annahmen sind falsch … Die Arbeit von Statistikern und Kriminologen hat ergeben, dass Hinrichtungen keine stärkere abschreckende Wirkung haben als lange Haftstrafen. Tatsächlich sind die Mordraten in Staaten ohne Todesstrafe niedriger als in Staaten mit Todesstrafe."

Magazinrundschau vom 21.05.2019 - New York Times

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Magazins untersucht Moises Velasquez-Manoff die heilenden Eigenschaften des Cannabis, das seit Tausenden Jahren überall auf der Welt medizinisch verwendet werde: "Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Cannabis auch ein wichtiger Bestandteil des Arzneibuchs britischer und amerikanischer Ärzte. Wissenschaftler vermuten, dass diese älteren Cannabis-Sorten und die daraus hergestellten Tinkturen viel weniger THC und viel mehr CBD (Cannabidiol, d. Red.) enthielten als moderne Sorten. Natürlich war der für die Herstellung von Seilen und Segel verwendete Hanf seit Jahrhunderten in Europa und Amerika bekannt. George Washington baute es an. Das englische Wort 'canvas' leitet sich vom griechischen Kannabis ab. Im späten 19. Jahrhundert begann sich die  Beziehung zu der Pflanze zu verändern. 1930 übernahm Harry Anslinger, ein ehemaliger Beamter der Prohibitionsbehörde, den Posten als Direktor der Betäubungsmittelbehörde. Die mexikanische Revolution von 1910 hatte zu einer Einwanderungswelle in die USA geführt. Während viele Amerikaner Cannabis als Tinktur zu sich nahmen, rauchten die Mexikaner es, ein Brauch, der sich von New Orleans und anderen Hafenstädten gen Norden verbreitete. Anslinger verachtete Mexikaner und Afroamerikaner und hasste Jazz. Indem er Cannabis dämonisierte, konnte er seine Position rechtfertigen und Einfluss auf die von ihm verachteten Völker nehmen. Anslingers 'war on drugs' auf Kosten der Farbigen war ein kalkuliertes Vorgehen, das sich bis heute auswirkt. Cannabis mache die Menschen verrückt, gewalttätig und anfällig für kriminelles Verhalten gemacht, meinte Anslinger."

Außerdem: Dan Hurley berichtet von neuen Erkenntnissen betreffend die rätselhaften Mikrowellen-Attacken auf amerikanische Diplomaten auf Kuba. Und Helen Ouyang besucht Hospize für unheilbar kranke Kinder in den USA - Einrichtungen, die vom amerikanischen Gesundheitssystem nicht unterstützt werden.
Stichwörter: Cannabis, New Orleans

Magazinrundschau vom 07.05.2019 - New York Times

In der Experience Tube


In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Magazins besucht Rachel Monroe das Disneyland von heute bzw. der Zukunft, das aus einem Künstlerkollektiv in Santa Fe entstandene Multimillion-Dollar-Projekt Meow Wolf: "Meow Wolf hat sich als die große Hoffnung der Erlebniswirtschaft herausgestellt; es spiegelt das klassische Start-up-Narrativ wider, in der brillante Außenseiter groß rauskommen. Vor sechs Jahren war die Gruppe ein anarchisches Künstler-Kollektiv, das außerhalb von Santa Fe keiner kannte und das ulkige Installationen und Partys veranstaltete. In den folgenden Jahren, in denen sich die spielerische Ästhetik der Gruppe dem Appetit des Marktes anpasste, hat sie eine schwindelerregende Transformation durchlaufen. Meow Wolf hat den Grundstein für ein 60 Millionen Dollar teures Flaggschiffprojekt in Denver gelegt, das mehr Kunstausstellungsfläche bietet als das Guggenheim, und plant den Bau einer dreistöckigen, 75.000 Quadratmeter großen Dauerinstallation in Washington. Besucher des Vergnügungsparks Elitch Gardens in Denver können sich mit Meow Wolf auf einen Trip mit Laserpistolen und animierten Kreaturen einlassen. Und bald wird man im 400 Zimmer zählenden Meow Wolf Hotel in Phoenix übernachten können. Das Unternehmen produziert Musikvideos, veranstaltet ein jährliches Festival und eröffnete gerade ein Produktionsstudio, das TV-Sendungen und Podcasts herstellt. Es produziert und verkauft den 'Experience Tube', einen fünf Fuß langen, dehnbaren Stoff, der das menschliche Miteinander fördern soll: Steckt man den Kopf in den Schlauch, ist man gezwungen, in das Gesicht der Person am anderen Ende zu schauen anstatt auf sein Smartphone. Tausende der Schläuche wurden inzwischen verkauft - für je 29,95 Dollar, was vielleicht die eigentliche Pointe des gesamten Meow-Wolf-Mikrokosmos ist: Bastle etwas für deine Freunde, entdecke, dass es den Zeitgeist antizipiert, werde sehr, sehr erfolgreich. Nach dem letzten Crowdfunding Anfang des Jahres ist aus dem losen Verband rauflustiger Punks ein Konzern mit neunstelliger Bewertung geworden."

Außerdem: Latoya Ruby Frazier und Dan Kaufman berichten, was die Schließung von G.M. in einer Stadt in Ohio anrichtet. Jesse Barron erzählt, wie Remington, älteste Waffenschmiede der USA, bankrott gehen konnte.
Stichwörter: Meow Wolf

Magazinrundschau vom 09.04.2019 - New York Times

In einem langen Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Magazins erklären Jonathan Mahler und Jim Rutenberg, wie das Medienimperium des Rupert Murdoch die Welt verändert hat: "Die rechtspopulistische Welle, die noch vor einigen Jahren wie ein flüchtiges kulturelles Phänomen wirkte, ist zur bestimmenden politischen Bewegung der Zeit geworden und hat die alte Weltordnung durcheinandergebracht. Murdoch hat diese Entwicklung nicht verursacht, aber mehr als jedes andere Medienunternehmen förderte sein Imperium sie und profitierte davon. Im ganzen englischsprachigen Raum haben Murdoch-Medien dazu beigetragen, eher unbekannte Demagogen an die Macht zu bringen, Ethnonationalismus zu etablieren und den Wahrheitsbegriff zu politisieren. Das Ergebnis ist beeindruckend. Es mag nicht die Mission der Familie sein, weltweit Demokratien zu destabilisieren, aber genau das ist ihr Vermächtnis … Medienimperien gründen auf der Weitsicht und Kühnheit ihrer Führer, ihrer Fähigkeit, plötzliche Veränderungen in einer Branche, die sich ständig weiterentwickelt, zu antizipieren und zu akzeptieren. Aber sie basieren auch auf etwas viel Alltäglicherem: staatlichen Vorschriften. Mehr als alles andere sind es das Verschieben von Grenzen und das Umschreiben von Regeln, die es ermöglichen, Unternehmen in Imperien zu verwandeln. Solche Entscheidungen sind meist undurchsichtig, das Ergebnis eines labyrinthischen bürokratischen Prozesses und der subjektiven Definition dessen, was im öffentlichen Interesse liegt. Unter Präsident Trump waren diese Entscheidungen fast immer im Sinne Murdochs."
Stichwörter: Murdoch, Rupert

Magazinrundschau vom 02.04.2019 - New York Times

In einer riesigen Reportage beschreibt Nathan Thrall, wie die Israel-Frage die Demokraten spaltet. Er legt dabei nahe, dass die Israelfreunde unter den Demokraten vor allen von Ängsten angetrieben sind, großzügige jüdische Sponsoren zu verlieren, von denen Thrall viele mit Namen und Spendenbeträgen nennt. Andererseits, gibt er zu bedenken, sind viele Kritiker Israels Schwarze oder Latinos, die unverhältnismäßig hart für ihre Israelkritik angegriffen würden, was die Kritik an der Israelkritik (oder dem Antisemitismus) wohl potenziell rassistisch machen könne. Warum Afroamerikaner sich lieber für geknechtete Palästinenser einsetzen als für Millionen misshandelter Afrikaner, ist eine Frage, die Thrall nicht stellt, nur indirekt beantwortet: "Jedes Jahr im Frühjahr organisieren pro-palästinensische Studenten an Universitäten auf der ganzen Welt Vorträge, kulturelle Veranstaltungen und Kundgebungen unter dem Motto 'Israeli Apartheid Week'. Heutzutage werden diese Veranstaltungen von schwarzen, lateinamerikanischen und indigenen Studenten nicht nur besucht, sondern manchmal auch geleitet. Im vergangenen Oktober ... fand eine Demonstration gegen die 'Apartheidsmauer' statt, die von der universitären Latinx-Gruppe La Casa mitgesponsort wurde. Pro-palästinensische Schüler errichteten zwei Pappwände, nach dem Vorbild der 25 Fuß hohen Betonplatten, die sich mit Zäunen und Stacheldraht verbinden, um die palästinensischen Gemeinden im Westjordanland und Ostjerusalem zu umschließen. Ein La Casa-Mitglied rief: 'Wir haben das gleiche Ziel: die Bekämpfung der weißen Vorherrschaft und Fremdenfeindlichkeit.' Die Schüler sangen: 'Von Palästina bis Mexiko, alle Mauern müssen weg!'"

Mark Mazzetti, Adam Goldman, Ronen Bergman und Nicole Perlroth erkunden, wie raffinierte Spionagesysteme von kleinen Staaten oder Privatpersonen für fragwürdige Zwecke eingekauft und benutzt werden: "Heute können selbst die kleinsten Länder digitale Spionagedienste kaufen, die es ihnen ermöglichen, anspruchsvolle Operationen wie elektronische Lauschangriffe oder Einflusskampagnen durchzuführen, die einst Großmächten wie den Vereinigten Staaten und Russland vorbehalten waren. ... [Die israelische Firma] NSO und ein Wettbewerber, die emiratische Firma DarkMatter, sind Paradebeispiele für die Verbreitung von privatisiertem Spionagegeschäft. Eine einmonatige Untersuchung der New York Times, basierend auf Interviews mit aktuellen und ehemaligen Hackern für Regierungen und Privatunternehmen und andere sowie einer Überprüfung von Dokumenten, enthüllte geheime Gefechte in dieser aufkeimenden Welt des digitalen Kampfes. Diese Firmen haben es Regierungen ermöglicht, nicht nur kriminelle Elemente wie Terroristengruppen und Drogenkartelle zu hacken, sondern in einigen Fällen auch Aktivisten und Journalisten. Von amerikanischen Spionagebehörden ausgebildete Hacker fingen amerikanische Geschäftsleute und Menschenrechtsaktivisten in ihrem Netz. Cybersöldner, die für DarkMatter arbeiteten, verwandelten ein prosaisches Haushaltsgerät, ein Babyfon, in ein Spionagegerät.""

Außerdem: Parul Sehgal applaudiert Glenda Jackson für ihren Broadway-Auftritt als "King Lear". Und Salman Rushdie ruft in der Book Review: "Es passiert etwas in der afrikanischen Literatur: Die Frauen kommen."

Magazinrundschau vom 19.03.2019 - New York Times

Für die aktuelle Ausgabe des Magazins rekapituliert Rollo Romig den Mord an Gauri Lankesh, einer Journalistin und beherzten Kritikerin der indischen Rechten und ihrer nationalistischen Politik: "Die indische Zeitungskultur gehört zu den vielfältigsten und dynamischsten der Welt, was durch die Gesetze zur freien Meinungsäußerung ermöglicht wird. Aber die durch diese Gesetze gebotenen Schutzmaßnahmen waren schon immer schwach. Das Land hat keinen ausdrücklichen verfassungsmäßigen Schutz der Pressefreiheit, und die bestehenden Gesetze sind im Interesse der Sicherheit, des Anstands oder der religiösen Stimmung leicht zu beschneiden. Das langsame Justizsystem lädt dazu ein, Journalisten zu belästigen, und die Korruption droht, ihre Arbeit zu gefährden. Die Situation hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, eine Entwicklung, die viel mit dem Aufstieg der rechtskonservativen, hindu-nationalistischen BJP zu tun hat. Bei den Wahlen 2014 gewann die Partei 282 der 545 Sitze im Unterhaus des indischen Parlaments. Die Kongresspartei, die seit der Unabhängigkeit fast jede indische Regierung geführt hat, gewann nur 44. Politischer Druck auf Journalisten ist in Indien nichts Neues, aber die aktuelle Regierung ist die erste seit Jahren, die sie als ideologischen Feind behandelt. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2014 hat Modi keine einzige Pressekonferenz abgehalten. Ein unter BJPlern beliebter Name für Journalisten lautet 'Presstitutes'. Ein Bericht des Committee to Protect Journalists zum indischen Journalismus vom letzten Jahr beschrieb ein beispielloses Klima der Selbstzensur und Angst … Unter diesen Umständen waren Lankeshs Kühnheit und Integrität umso bemerkenswerter. Ihr Mord befördert die Eiseskälte weiter."

Weitere Artikel: David Enrich erzählt die Geschichte eines "Immobilienmoguls, der durch polarisierende und wiederholte Verfehlungen bekannt wurde, und einer Bank mit hartnäckigen finanziellen Problemen und einer Geschichte des Fehlverhaltens" - mit anderen Worten die Geschichte des Verhältnisses von Donald Trump und der Deutschen Bank. Alec MacGillis berichtet über die wachsende Kriminalität in Baltimore. Und Lauren Oyler begutachtet Netflix' Dating Show "Dating Around.

Magazinrundschau vom 05.03.2019 - New York Times

In einem Beitrag des aktuellen Hefts berichtet Russell Shorto, wie der holländische Kunsthändler Jan Six 2016 in einem Auktionskatalog von Christie's einen unbekannten Rembrandt entdeckte: "Das Gemälde stammte aus der Zeit zwischen 1633 und 1635. Den Hinweis gab der besondere Spitzenkragen, der in dieser Zeitspanne en vogue war und dann schnell aus dem Mode kam. Was Six besonders erregte, war, dass Christie's das Gemälde dem 'Kreis von Rembrandt' zurodnete, also einem Schüler. Das Problem war nur: 'Rembrandt war in den frühen 1630er Jahren noch nicht berühmt, also gab es keinen Kreis. Ich wusste sofort, dass Christie's einen Fehler gemacht hatte.' … Six faszinierte besonders die Spitze am Kragen. Spitze war im ganzen 17. Jahrhundert ein Statusträger, und Six glaubt, dass Rembrandt eine charakteristische Art und Weise hatte, Klöppelspitze darzustellen. Andere Künstler der Zeit malten die Feinheiten der Spitze in weißer Farbe auf den dunklen Grund der Jacke. Rembrandt machte das Gegenteil. Zuerst malte er die Jacke, dann setzte er den Kragen in Weiß darüber, dann benutzte er schwarze Farbe, um die durchbrochenen Stellen im Kragen zu imitieren. Wo andere Maler darauf achteten, sich wiederholende Muster in der Spitze zu schaffen, entwickelte Rembrandt ein Freestyle-Design. Für den Betrachter erscheint das Kragenmuster aus der Nähe wie ein hieroglyphisches Durcheinander, tritt er jedoch einen Schritt zurück, wird es kohärent. Six glaubt, dass es sich dabei um einen Aspekt von Rembrandts Genie handelt. 'Er erkannte, dass die gemalte Kopie eines repetitiven Musters, selbst wenn es dem Original nachempfunden war, künstlich aussah.'"

Außerdem: Jack Hitt ist der Masche einiger Celebrity-Wahrsager auf der Spur, die ihre Prophezeiungen aus den sozialen Medien klauen. Und David Marchese interviewt Michael J. Fox zum Thema Parkinson.