Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 31.03.2020 - New York Times

Für die neue Ausgabe des New York Time Magazines spricht David Marchese mit dem Food-Guru David Chang (Momofuko Noodle Bar) über die Überlebenschancen für Restaurants in der Corona-Krise: "Ich denke, dass die Todesrate in der Service- und Restaurant-Industrie hoch sein wird, ausgenommen die großen Ketten. Der vielseitige Mix, der das Essen hier so spannend macht, könnte verschwinden. Sogar in guten Zeiten ist es hart für Köche, Kredite zu bekommen. Ob die Regierung den Restaurants Anschubkredite verschafft wie 2008 der Autoindustrie, bezweifel ich. Vielleicht sollte man zuerst den Immobilieneigentümern helfen und so den Restaurantbesitzern … die meisten Restaurants zahlen ja Miete. Das nächste wären Zahlungserlässe. Wir sind mit Lebensmittelanbauern, Händlern etc. eng verbunden. Kann ein Restaurant seine Rechnungen nicht bezahlen, ist das ein Problem. Und der finanzielle Ausfall an jedem Schließtag ist extrem hoch, wegen der schnell verderblichen Zutaten und so weiter. Es ist ein sehr anfälliges Geschäft. Ich kenne erfolgreiche Köche, die noch ein paar Tage aushalten können, und dann? Wenn schon Toprestaurants in Schwierigkeiten sind, wie dann erst ein Migrant, der gerade seinen eigenen Pizzaladen eröffnet hat, um dem Amerikanischen Traum zu folgen?"

Außerdem: Mattathias Schwartz über die ökonomischen Folgen von Corona in den USA. Und Heidi Julavits berichtet von einem Trip nach Italien in Zeiten des Virus.
Stichwörter: Corona-Krise

Magazinrundschau vom 24.03.2020 - New York Times

Auf so einen wie Werner Herzog ist Verlass. Auch in Zeiten der Corona-Krise ruht der bayerische Filmtitan in der eigenen Erhabenheit - selbst wenn ihm David Marchese im Gespräch durchaus ein bisschen auf den Zahn fühlt, was frühere Sprüche - man hätte einst "Handgranaten in Fernsehanstalten" werfen müssen - und heutige Taten (ein Schauspiel-Engagement in Disneys "Star Wars"-Serie "The Mandalorian") betrifft. Herzog ficht das nicht an, in ihm bündelt sich vielmehr der Lauf der Geschichte, erklärt er: "Alles ist in großem Aufruhr und der Staub hat sich noch nicht gelegt. Wir sollten nicht unterschätzen, wie wir mit unseren Filmen bis in ein Dorf in Kenia reichen können. Das ist phänomenal und sonderbar. Sie sitzen vor einem Mann, der einzigartig ist. Ich bin einzigartig in der Weltgeschichte. Meine Generation. Nicht nur ich. Ich wuchs in einer Welt der vorindustriellen Agrikultur auf. Das Heu wurde noch mit Heugabeln gewendet und auf einen Pferdekarren gehoben. Dann sah ich die gigantischen Mähdrescher. Da sind drei Computerbildschirme drin und sie funktionieren mit GPS. Und als Kind habe ich gesehen - wenn ich ein bisschen ausflippen darf -, wie der Dorfausrufer noch mit einer Glocke auf der Straße stand und rief 'Achtung! Achtung! Wenn ihr Fördermittel für eure neuen Jauchegruben braucht, dann geht das von dann bis dann!' Ich reiche von der vor-industriellen Stadt bis in die heutige Welt. Meine Generation hat ihresgleichen nicht."

Magazinrundschau vom 17.03.2020 - New York Times

Das ist selten: Reggie Ugwu erzählt die Geschichte eines Künstlers, der zweifelt. Alle warten auf ein neues Album von ihm, aber es kommt nicht. Francis Farewell Starlite, der schon mit Kanye West, dem Musik-Jesus, gearbeitet hat und sogar bei ihm wohnte, und der auch mit Bon Iver kooperiert, hat Depressionen, muss immer wieder Medikamente nehmen. "Jede wichtige Entscheidung, die er in seiner Karriere traf, hatte für sein Gefühl ein strafendes Nachspiel. Was dachte er sich, als er all die Angebote für einen Plattenvertrag ausschlug? Caius Pawson, ein Freund und Gründer des Labels Young Turks, der Starlite für (Kanye Wests Firma) XL anwerben wollte, meint, dass seine Angst vorm Misserfolg ihn veranlasst Situationen zu meiden, wo er versagen könnte. 'Je näher er einem Partner kommt, der ihm helfen könnte, seine Vision zu realisieren, desto mehr will er verschwinden."

Hier ein 25-minütiger Auftritt. In "The Top" und "Friends", einem Video, das er mit Kanye West und Bon Iver aufnahm, sieht man, dass er vom Tanz kommt:






In weiteren Artikeln dieser Ausgabe des Wochenendmagazins gehts um Billie Eilish, King Princess, Lil Nas X, Megan The Stallion, Vampire Weekend, Brittany Howard und um einen alten Mann namens Bernie Sanders. Im Style Magazine stellt Michael Snyder den japanisch-amerikanischen Midcentury-Möbeldesigner George Nakashima vor.
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Magazinrundschau vom 10.03.2020 - New York Times

Datingapps und Onlineforen haben im Zuge der Digitalisierung der chinesischen Gesellschaft auch den queeren Menschen des Landes nicht nur zu mehr Vernetzung untereinander, sondern auch zu einer Stimme in der Gesellschaft verholfen, erzählt Yi-Ling Liu. Momentan befindet sich diese neue Bürgerrechtsbewegung zwar in einer Art Zwangs-Winterschlaf - folgend der oft undurchsichtigen Verhaltensweise der Volkspartei, an einer Stelle neue Freiheiten zuzulassen, sie an anderen Stellen aber zu begrenzen. Doch so gut wie alle, "mit denen ich im Hinblick auf das chinesische LGBTQ-Leben gesprochen habe - ob nun hetero oder schwul, verheimlicht oder nach dem Coming-Out, NGO-Freiwillige oder Venture-Kapitalisten -, scheinen dasselbe Gefühl zu haben: Dieser Winterschlaf geht vorbei. Anders als andere Gruppen stellt die LGBTQ-Gemeinschaft keine explizite Bedrohung der Parteienherrschaft dar und ist zu niedrig in der Priorität, um auf dem Radar der Regierung zu landen. Als Weibo-Nutzer 2018 die Timelines mit dem Protest-Hashtag #IAmGayNotAPervert füllten und die Plattform damit zwangen, ihre frühere Politik, schwule Inhalte zu 'säubern', zurückzunehmen, hielt sich die Regierung zurück. ... 'Die Regierungsstellen versuchen diese Welle, von der sie wissen, dass sie letztlich nicht aufzuhalten sein wird, nicht zu bekämpfen, sondern zu managen', sagt der Rechtswissenschaftler Darius Longarino. ... Im Dezember räumte Chinas Gesetzgeber ein, im Rahmen einer geplanten Aktualisierung des chinesischen Zivilgesetzbuches zahlreiche Bitten erhalten zu haben, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren. Der nationale Parteikongress hatte angekündigt, das Gesetzbuch in diesem Monat einer Neuüberprüfung zu unterziehen (auch wenn das Treffen wegen des Coronavirus verschoben wurde). Während die gleichgeschlechtliche Ehe in China wohl noch in weiter Ferne steht, war dies ein klarer Hinweis darauf, dass die Regierung den Status einer zunehmend sichtbaren Gemeinschaft anerkennt."

Weitere Artikel: Siobhan Roberts erzählt von einem Mittagessen mit dem letzte Woche verstorbenen Physiker Freeman Dyson. John Caramanica besucht aktuelle Ausstellungen in New York von Jose Parla, JR und Kunle Martins. Und Adrian Chen stellt den japanischen Spiele-Auteur Hideo Kojima vor, der von seinen Fans seit vielen Jahren so kultisch verehrt wird, wie man das sonst nur unter Cinephilen im Hinblick auf geliebte Filmemacher kennt. Der Trailer zu seinem aktuellen Spiel "Death Stranding" wirkt wirklich wie ein großes Blockbuster-Epos:

Magazinrundschau vom 25.02.2020 - New York Times

Google rühmte sich lange Zeit für seine offene interne Arbeitskultur: Dass Mitarbeiter ihre Vorgesetzten und deren Pläne offen und vehement kritisieren durften, heftete sich der Konzern als Qualitätsmerkmal ans Revers. Diese Zeiten sind offenbar vorbei - zuletzt setzte Google, zum Entsetzen weiter Teile der Belegschaft, einige Mitarbeiter vor die Tür, die dem Konzern zu unbequem geworden sind. Noam Scheiber und Kate Conger haben sich umgehört: "Dass derzeit ähnliche Formen des Aktivismus auch in der Belegschaft anderer Firmen, darunter Amazon und Microsoft, stattfinden, wirft tiefer gehende Fragen zum Stand der Dinge der ganzen Industrie auf. Silicon Valley hat es sich oft zugute gehalten, ein hochentwickeltes Ökosystem darzustellen, an dem gängige Kapital-Arbeit-Dichotomien zerschellen - ein Ort, an dem Investoren, Gründer, Manager und Arbeiter viel zu abhängig voneinander sind, als dass so etwas Krasses wie ein Klassenkampf vom Zaun gebrochen würde. Die jüngsten Entwicklungen bei Google haben diese egalitäre Geschichte in Zweifel gezogen. Sie zeigen, dass die Vorgesetzten selbst in den exklusivsten Ecken von Silicon Valley zusammenhalten und die Debatte zum Verstummen bringen, wenn zu viel auf dem Spiel steht. Das Schicksal der Aktivisten wiederum zwingt Büroangestellte dazu, sich mit einem unangenehmen Gedanken auseinandersetzen zu müssen: Wenn es selbst den begehrtesten Arbeitern des Landes nicht gelingt, ihre Arbeitgeber davon abzuhalten sich auf eine Weise zu verhalten, die sie ablehnen, wie steht es dann erst um uns?"

Außerdem hat sich David Marchese mit Jazzlegende Sonny Rollins unterhalten, der mit seinen 84 Jahren zwar nicht mehr musizieren kann, aber mit seinem Leben dennoch sehr zufrieden ist.

Magazinrundschau vom 11.02.2020 - New York Times

In der neuen Ausgabe des Magazins stellt Jenna Wortham die afroamerikanische Regisseurin Dee Rees ("Mudbound", "The Last Thing He Wanted") vor, die sich anschickt, Hollywood umzukrempeln: "Markant ist an Rees' Arbeit der Umstand, dass sie ihre Lebenserfahrung hineinlegt, ohne explizit autobiografisch zu sein. 'Mudbound' thematisiert die Erfahrungen ihrer Großeltern als Baumwollpflücker, aber ebenso die Amoralität rassistischer Gewalt und wie ein Land dagegen auf fremdem Territorium Kriege führen kann, während es sie zuhause duldet … Rees hat früh erkannt, dass sie als Frau in Hollywood nicht mit der Freiheit eines Richard Linklater oder Noah Baumbach ihr eigenes Leben erkunden im Film kann. Sie ging Kompromisse ein, um für sie spannende Themen behandeln zu können … Nach 'Mudbound' wollte sie Joan Didions Roman 'The Last Thing He Wanted' verfilmen. 'Wir klopften an alle Studiotüren, aber keine wollte es machen außer Netflix', erklärt sie. Solches Desinteresse nicht persönlich zu nehmen, ist für sie eine Herausforderung. Als ich sie fragte, wie sie damit umgeht, überlegte sie lange, wie viel von ihren Gedanken über Hollywood sie öffentlich preisgeben sollte … 'Es riecht nach Doppelmoral, und das heißt für mich: Es geht um ethnische Zugehörigkeit.'"

Außerdem: David Marchese spricht mit der britisch-amerikanischen Journalistin Tina Brown über die Zukunft der Royals. Parul Sehgal unterhält sich mit der Schriftstellerin Jenny Offill über das Fragmentarische als zeitgemäße literarische Form. Und David Enrich untersucht die Verbindungen der Deutschen Bank zu Donald Trump.

Magazinrundschau vom 04.02.2020 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins berichtet Sarah A. Topol vom Verschwinden eines uigurischen Ehepaares in China und dem Kampf der Tochter um ihre Eltern: "Seit 2016 hat China Millionen Dollars für Einrichtungen zur 'Veränderung durch Bildung' ausgegeben, in Wahrheit Internierungslager mit Wachtürmen und elektrischen Zäunen. Das Konzept 'Veränderung durch Bildung' kommt von Maos katastrophaler 'Umerziehung durch Arbeit' während der Kulturrevolution. China-Beobachter brauchten lange, um zu verstehen, dass es sich bei den Lagern um etwas Außergewöhnliches handelt, etwas jenseits der Sicherheitsmaßnahmen in der Region Xinjiang, der Überwachung und den willkürlichen Verhaftungen seit den Aufständen in Urumqi. Im Mai 2018 erkannte der Deutsche Adrian Zenz das ganze Ausmaß des Lagernetzwerks, indem er Bautätigkeiten der Regierung an über 40 Orten analysierte. Die Anzahl der Menschen in 'politischen Erziehungslagern' schätzte er auf über eine Million, ca. zehn Prozent der uirgurischen Bevölkerung von Xinjiang. Fast alles, was über das Wesen der Lager bekannt ist, stammt von früheren Gefangenen, die aus China in Richtung Kasachstan geflohen sind. Nur sehr wenige von ihnen haben sich öffentlich geäußert. In Almaty konnte ich sieben ehemalige Gefangene befragen, alle erzählten ähnliche Geschichten. Einer wurde im Keller einer Polizeistation gefangen gehalten und geschlagen, bis er das Gehör verlor. Andere wurden gekreuzigt oder in 'Tiger-Stühlen' verhört, Metallstühlen mit Fußeisen und Handschellen, und gefoltert. Transportiert wurden sie maskiert und in Ketten. Zeugen berichteten von Zwangsmaßnahmen, die darauf abzielten, der Religion abzuschwören und Selbstkritik zu üben. Einer musste Nacht für Nacht Xi Jinping für die Chance zur Erleuchtung danken. Es gibt Berichte über sexuelle Gewalt und Familientrennung. Kinder eingekerkerter Eltern werden in staatlichen Institutionen dazu gzewungen, Mandarin zu lernen - ein weiterer Versuch, die Bevölkerung zu 'sinologisieren'."

Außerdem: Im Style Magazine der NYT beschreibt Mike Mariani die neuen Aussteigerkommunen im ländlichen Amerika.

Magazinrundschau vom 21.01.2020 - New York Times

Im Wochenendmagazin der New York Times porträtiert Jonathan Mahler Rudy Giuliani - den ehemaligen legendären Bürgermeister New Yorks und jetzigen Anwalt Donald Trumps, der tief mit in die Ukraine-Affäre verstrickt ist - als einen Politiker der Schamlosigkeit. Wie konnte aus dem verehrten Bürgermeister zur Zeit von Nine-Eleven der heutige windige Rudy werden? Was hat sich an ihm verändert? Nichts, sagt Mahler. "Die wirkliche Frage ist nicht, 'Was ist mit Rudy passiert?' Sondern: 'Was ist mit uns passiert?' Mit einer kleinen Geschichte versteht man ganz gut, was Mahler meint: "Als David Kendall von Williams & Connolly 1993 zum persönlichen Anwalt von Präsident Clinton wurde, holte er eine Stellungnahme des Büros für Regierungsethik zum weiteren Vorgehen ein. Unter anderem wurde ihm gesagt, dass es nicht angemessen sei, pro bono zu arbeiten, denn wenn er und seine Kanzlei nicht zu ihrem üblichen Stundensatz für ihre Zeit bezahlt würden, müsste der Präsident dies als Geschenk melden. Sonst, so das Ethikbüro, müsse von einer Gegenleistung ausgegangen werden: Eine Kanzlei und ihre Anwälte könnten eine Gegenleistung für ihre vielen Stunden kostenlosen Rechtsbeistands erwarten. Während seiner Amtszeit habe Clinton große private Rechtskosten angehäuft; Trump hat Giuliani nicht bezahlt, und er scheint seine Arbeit nicht als Geschenk gemeldet zu haben, wozu er gesetzlich verpflichtet ist. (Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme)." Mahler hat Giuliani übrigens eine erste Version seiner Geschichte gezeigt und Gelegenheit zur Antwort gegeben: Giuliani beschuldigt ihn der Gehässigkeit und verweist auf seine Verdienste bei der Bekämpfung von Mafia und Korruption.

Seit dem 1. Januar 2020 muss, wer in Deutschland einen Personalausweis beantragt, seine Fingerabdrücke abgeben und speichern lassen. Das mussten früher nur Kriminelle. Protest hat sich dagegen nicht geregt. Ob die Praxis der massenhaften Gesichtserkennung, wie Clearview sie praktiziert (die NYT hat das gerade aufgedeckt, unsere Resümees) irgendjemanden aufregt, kann man wohl auch bezweifeln. Die Bürger machen ja sogar mit bei der gegenseitigen Überwachung, lernen wir aus John Herrmans Artikel über die Überwachungskameras von Ring, die Privatleute in Türklingeln oder -spione eingebauen. "Sie zeichnen alles, was vor ihrer Linse passiert, auf Videos auf, die man umstandslos mit der Polizei oder der Öffentlichkeit teilen kann. ... In einem Video, das bei Ring TV unter dem Titel 'Nachbar rettet Frau vor eisigen Temperaturen' veröffentlicht wurde, klingelt eine frierende Frau im T-Shirt an der Tür. Sie hat sich aus ihrem Haus ausgesperrt, sagt sie, und hofft, dass jemand ihren Mann anrufen könnte. Eine Stimme aus der Klingel fragt, wer sie sei; die frierende Frau sagt: 'Ich wohne auf der anderen Straßenseite.' In dem Video wird die Tür nicht geöffnet und der Ehemann nicht angerufen. Stattdessen informiert der Ring-Eigentümer die örtlichen Behörden. Die Frau bleibt draußen auf der Treppe und stampft mit den Füßen, um sich warm zu halten, bis die Polizei eintrifft. Das ist eine seltsame Interaktion für Menschen, die als Nachbarn beschrieben werden. Es ist eine Vision amerikanischer Entfremdung, bei der menschliche Interaktionen zuerst durch Überwachungskameras und dann durch die Strafverfolgung vermittelt werden. Oder vielleicht gibt es eine einfachere Antwort: Niemand war zu Hause." Die Kameras kann man übers Handy bedienen.

Außerdem: Michael Forsythe, Kyra Gurney, Scilla Alecci und Ben Hallman erzählen, wie amerikanische Firmen Afrikas reichster Frau, Isabel dos Santos, Tochter von Angolas ehemaligen Präsidenten José Eduardo dos Santos, dabei halfen, den Reichtum ihres Landes für sich auszubeuten.

Magazinrundschau vom 14.01.2020 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins stellt Jennifer Kahn die neue genetische Technologie des Gene Drive (Genantriebs) vor, die an der Mendelschen Vererbungslehre schraubt, um Lebewesen dauerhaft genetisch zu verändern, und überlegt, was daran gut und was schlecht ist: "Gene Drives sind das neueste in einer Reihe neuer genetischer Werkzeuge, die uns helfen sollen, unsere Umwelt oder unser Leben zu verbessern. Aber während wir uns mit technologischen Durchbrüchen vertraut gemacht haben, ist es uns nicht gelungen, echte Foren zu schaffen, um darüber zu diskutieren. 'Es gibt große philosophische Fragen, die an verschiedenen Stellen aufgeworfen, aber nie beantwortet wurden', sagt Ben Hurlbut, Wissenschaftshistoriker an der Arizona State University. 'Wie sieht eine gute Zukunft aus, und wer darf darüber entscheiden?'" Immerhin hat man aus dem Monsanto-Debakel um genmodifizierte Nahrungsmittel gelernt: "Bei Gen Drives haben Gruppen wie Target Malaria, ein gemeinnütziges Forschungskonsortium, das vom Imperial College, London, verwaltet und zum Teil von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert wird, betont, dass der Einsatz von modifizierten Moskitos in Afrika 'eine afrikanische Entscheidung' sein sollte. Lokale und nationale Regierungen würden mit Regulierungsorganisationen wie den Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation zusammenarbeiten, die einen Rahmen für die Prüfung und Freisetzung genetisch veränderter Moskitos vorgeschlagen haben. In den Vereinigten Staaten haben die jüngsten Entwicklungen in der Genetik, einschließlich der Gen Drives, einen boomenden Markt für Ethiker geschaffen, aber auch für so genannte Engagement-Spezialisten, die das nicht beneidenswerte Problem haben, herauszufinden, wie man die Menschen dazu bringen kann, über ein verwirrendes und hoch technisches Forschungsgebiet wirklich nachzudenken. Bisher war der Prozess eher holprig."

In einem anderen Artikel fragt Robert F. Worth, wer der derzeitige Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate Mohammed bin Zayid eigentlich ist und welches Ziel er verfolgt: "M.B.Z. sieht wenig Unterschiede zwischen islamistischen Gruppierungen. Für ihn haben sie alle das gleiche Ziel: ein Kalifat mit dem Koran anstelle einer Verfassung. Er scheint zu glauben, dass der Nahe Osten die Wahl hat zwischen mehr Repression oder totaler Katastrophe. Eine Hobbe'sche Vision und eine eigennützige dazu. Aber die Erfahrung der letzten Jahre haben Langzeitbeobachter dazu bewogen, M.B.Zs Intuitionen über die Gefahren des politischen Islam zu respektieren … Er ist eine seltene Erscheinung in Nahost: ein kluger, weltlich zugewandter Anführer mit einer Vision für die Zukunft der Region und die dafür erforderlichen Mittel. Bei all seinen Fehlern, die Alternativen sehen zunehmend schlecht aus. Teherans Reaktionen auf die Ermordung von Suleimani sind noch nicht absehbar, aber M.B.Z. wird wahrscheinlich eine Schlüsselrolle in den kommenden Szenarien spielen. Trotz seines Rufs als Falke, ist er jüngst durch besonnene Diplomatie aufgefallen, und er hat einen besonderen Zugang zu Irans Führung."

Magazinrundschau vom 07.01.2020 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins fragt James Angelos, ob der Brexit in Nordirland alte Fronten aufreißen könnte: "In Nordirland kocht der Brexit ein besonders brisantes Gebräu auf. Konfessionelle Spannungen sind seit dem 17. Jahrhundert an der Tagesordnung, seit König James die Migration protestantischer Siedler von Schottland und England in die nordirische Provinz Ulster anregte, wo sie besondere Privilegien bekamen. Ein Gesetz des britischen Parlaments aus der Zeit des irischen Unabhängigkeitskrieges führte zu Irlands Teilung und zu einer protestantischen Mehrheit in Nordirland. Beschwerden der Katholiken über Diskriminierung heizte Feindseligkeiten an, die sich in einem Krieg niederschlugen. Bis zum 'Good Friday Agreement' wurden 3600 Menschen getötet und Zehntausende verletzt. Der Friedensvertrag schuf eine Regierung, die auf Teilung der Macht basierte, aber führte nicht zu wirklicher Versöhnung. Momentan sind die beiden größten Parteien in der nordirischen Nationalversammlung Sinn Fein, einst der politische Arm der I.R.A., und die sozialkonservative D.U.P., die für die Vereinigung mit Großbritannien eintritt. Der Graben zwischen den beiden ist so tief, dass die Versammlung seit drei Jahren nicht komplett einberufen wurde. Viele von den konfessionellen Kämpfen erschöpfte Nordiren orientieren sich inzwischen anders, erkennbar am Erfolg der konfessionsübergreifenden Alliance Party. Im Alltag ist der Graben dennoch spürbar, beim Fußball, in der Sprache … Doch die Meinungen über den Brexit verlaufen entlang der konfessionellen Linien. 60 Prozent der Protestanten in Nordirland wählten dafür, 85 Prozent der Katholoiken dagegen."