
Die ganzen neunziger Jahre hindurch,
bedauert Kazimiera Szczuka (
hier auf Deutsch), wurde die
Literatur von Frauen in Polen entweder verlacht, in Buchreihen wie "für die Handtasche" und "mit dem Besen" abgeschoben oder - wie von
Przemyslaw Czaplinski - als kleinbürgerlich kritisiert. Aber das hat sich geändert, meint Szczuka: "Ähnlich wie
Izabela Filipiak in ihrem Roman "Absolutna Amnezja" (Vollkommenes Vergessen), der seinerzeit so viel von sich reden machte, versucht heute
Bozena Keff, neben anderen Autorinnen der jüngsten Generation, die Bedeutungen des nationalen Paradigmas zu erneuern. Die Sprache ist eine andere, die Epoche, die Institutionen des literarischen Lebens, aber die Grundfrage bleibt höchst aktuell: Wo ist ein Platz für Frauen in der Geschichte? Wer hat das Recht, eine Gemeinschaftsnarration zu konstruieren?
Dorota Maslowskas Theaterstück "Miedzy nami dobrze jest? (Unter uns ist es gut), Keffs
Utwor o Matce i Ojczyznie (Ein Stück über Mutter und Heimat), ein Oratorium oder Poem, das diesmal von Maria Janion und Przemysław Czaplinski übereinstimmend als
ein Meisterwerk anerkannt wird, und schließlich der glänzende Debütband mit Warschauer Erzählungen der bekannten Anarchofeministin
Sylwia "
Derwisch"
Chutnik,
"Kieszonkowy atlas kobiet? (Taschenatlas der Frauen)."