Magazinrundschau - Archiv

Smithsonian Magazine

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Magazinrundschau vom 24.04.2012 - Smithsonian Magazine

In Tasmanien, noch hinter Australien, hat David Walsh, ein Spieler-Millionär, ein Kunstmuseum eröffnet, das der Knaller der Saison für Kunstliebhaber aus der ganzen Welt ist. Tony Perrottet hat sich zu einer Besichtigungstour der besonderen Art aufgemacht: alle Besucher sind nackt. "wenn man sich schon mit Sex und Tod konfrontiert - oder wenigstens mit der jüngsten künstlerischen Beschreibung davon - dann kann man es genauso gut nackt tun. Diese Ansicht wurde mir fröhlich von einer jungen, frischen Mitarbeiterin verkündet, als ich im MONA ankam und feststellte, dass nachmittags eine 'Nudistentour' angeboten wurde. Offenbar sollten die Teilnehmer in einem Zustand, den die Natur vorgesehen hat, durch die unterirdisch gelegenen Ausstellungen eskortiert werden. Der Führer würde auch nackt sein, natürlich. Sogar die Wächter würden nackt sein. Da viele Kunstwerke im MONA sich mit den intimen Arbeiten des menschlichen Körpers auseinandersetzen, würde die Beteilung nackter Besucher ganz sicher auf einem erhöhten Level stattfinden, sagte die Mitarbeiterin. 'Natürlich ist die Tour seit Wochen ausgebucht', meinte die Mitarbeiterin schulterzuckend, 'aber ich kann Ihren Namen auf die Warteliste setzen.'" Es klappte...

Außerdem: Reiseschriftsteller Paul Theroux überlegt, warum ausgerechnet die Menschen auf Hawaii, wo er seit über 20 Jahren lebt, keine Lust haben, mit einem Fremden zu reden.

Magazinrundschau vom 17.10.2011 - Smithsonian Magazine

Joshua Hammer beschreibt in einer Reportage die wachsende Gewalt gegen Kopten in Ägypten. "Bei einer gut besuchten politischen Konferenz der Al-Azhar-Universität in Kairo traf ich Abdel Moneim Al-Shahat, den stämmigen, bärtigen Kopf der Salafisten in Alexandria. Die Sekte hatte eine politische Partei gegründet und rief nach einem islamischen Staat. Dennoch bestand Al Shahat darauf, dass die Salafisten für eine pluralistische Gesellschaft seien. 'Salafisten haben während der Revolution in Alexandria und überall sonst Kirchen beschützt', sagte er und bestand darauf, dass die Brandanschläge auf Kirchen im Mai von Christen angestiftet worden seien, 'die Angst haben, sie würden [unter dem neuen Regime] an Macht verlieren.' Er erklärte das nicht näher."

(Als Ergänzung dazu: In der NYRB berichtet Yasmine el Rashidi, die bei der jüngsten Demonstration in Kairo dabei war, bei der 25 Menschen - zumeist Kopten - getötet wurden, wie wenig Staat und Presse an einer Aufklärung des Vorfalls interessiert sind.)

Magazinrundschau vom 11.10.2011 - Smithsonian Magazine

Das Moma feiert gerade den niederländisch-amerikanischen Willem de Kooning in einer großen Retrospektive. Mark Stevens porträtiert den mit 22 Jahren von Holland nach Amerika eingewanderten Maler, der fest glaubte, "man muss sich ändern, um derselbe zu bleiben". Stevens zeichnet diese Veränderung nach, zum Beispiel in den späten Vierzigern, als de Kooning plötzlich schwarz/weiße Bilder malte: "Obwohl sie grundsätzlich abstrakt sind, blieben de Koonings verzwickte Bilder voll flüchtig erhaschter Blicke auf menschliche Körperteile und Gesten; die Bilder von Pollock vermittelten die transzendente Ahnung der Weltloslösung. Die Titel der beiden großartigsten Bilder in de Koonings Schwarzweißserie, 'Attic' (siehe oben) und 'Excavation', legen nahe, dass der Künstler nicht darauf aus ist zu vergessen, was die Welt vergraben oder zur Seite geschoben hat. (De Kooning erfreute sich zweifellos an der implizierten Bedeutungsunschärfe der Titel. 'Attic' beispielsweise kann sich auf einen wirklichen Dachboden beziehen, die Höhen des Himmels meinen oder an das alte Griechenland erinnern.) Jedes Gemälde ist voller figurativer Störungen - eine gewendete Schulter hier, die Kurvenlinie einer Hüfte dort, doch ein einzelner Körper lässt sich in beiden Bildern nicht ausmachen. 'Selbst abstrakte Formen', sagte de Kooning, 'müssen ein Ebenbild haben.'"

Magazinrundschau vom 28.06.2011 - Smithsonian Magazine

Abigail Tucker steht im Dogfish Head, einem Pub mit Brauerei in Delaware, und wartet zusammen mit dem Besitzer Sam Calagione auf den Archäologen Patrick McGovern. Der soll ein Bier probieren, dass Calagione nach einem Jahrhunderte alten ägyptischen Rezept gebraut hat. "McGoverns Forschungen, viel publiziert in akademischen Journalen und Büchern, hat die Agrikultur, Medizin und Handelspfade [des Biers] in der vorbiblischen Ära beleuchtet. Aber - und darum Calagiones Grinsen - er hat auch eine Reihe von Angeboten des Dogfish Head inspiriert, darunter Midas Touch, ein Bier auf der Basis von vergammelten Erfrischungen, die im Grab von König Midas (700 v.Chr.) gefunden wurden. Dieses Bier hat mehr Preise kassiert als jede andere Dogfish-Kreation. 'Man nennt es experimentelle Archäologie', erklärt McGovern."

Hier sein Vortrag "Uncorking the Past":



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