9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.10.2019 - Ideen

CDU- und CSU-Politiker, aber auch Grüne wie Winfried Kretschmann und Intellektuelle wie Andreas Rödder reklamieren den Konservatismusbegrif für sich. Die Debatte um den Begriff ist in Deutschland aber keineswegs so neu, wie ihre Protagonisten glauben, schreibt die Zeithistorikerin Martina Steber auf der Gegenwartsseite der FAZ: "im Gegensatz zu Großbritannien, wo 'conservative' eine politische Strömung mit langer Geschichte bezeichnet, ist 'konservativ' in der politischen Sprache der Bundesrepublik ein höchst umstrittener Begriff mit einem breiten Bedeutungsspektrum. Es fehlt ein konsensualer Kern, der festschreibt, was 'konservativ' bedeuten möge. Verstehen die einen darunter eine Haltung, die das Überlieferte schätzt, aber nicht absolut setzt, und danach strebt, das Gute zu bewahren, ist für andere der Konservatismus eine Weltanschauung mit ewig gültigen Inhalten."

In der NZZ skizziert Christoph Schulte-Richtering die Figur des "empfindsamen Mädchens", erstmals verkörpert von Pamela Andrews in Samuel Richardsons Briefroman "Pamela oder die belohnte Tugend", heute von Greta Thunberg, die ihre eigenen dunklen Seiten verdrängt: "Das empfindsame Fräulein ignoriert die Nacht- und Schattenseiten in sich. Indem es ganz auf Tugend und Vernunft setzt, blendet es Irrationales aus. Und hier setzt der Romantiker die Schubumkehr ein - er will das Gegenteil: Vergangenheit! Ursprung! Geheimnis! Poesie! Nacht! Ruinen! Alkohol! Klaviersonaten! Denn die Tugend ist nur ein Teilaspekt des Lebens - wer sie überschätzt und wissenschaftlich zu rationalisieren versucht, blendet elementare Bedürfnisse und Gefühle des Menschen aus, die zwar nicht moralisch 'gut', aber Realitäten des Lebens sind: Nostalgie, Begierden, Faulheit, Hass, Allmachtsphantasien, Frappuccino aus dem Plastikbecher und SUV-Fahren."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.10.2019 - Ideen

In der heutigen Literaturbeilage der taz unterhält sich Sabine am Orde mit der Psychologin Eva Walther, die ein Buch über die Psychologie der AfD-Wählerschaft herausgebracht hat  - psychische Aspekte spielten um so mehr eine Rolle, als die Wähler zum Teil gegen ihre eigenen Interessen stimmten. Eines der Hauptmotive benennt Walther so: "Die Gesellschaft hat sich durch Liberalisierung und Modernisierung so verändert, dass viele althergebrachten Quellen der Wertschätzung nicht mehr existieren: Das Familienoberhaupt, die enge Bindung an einen Betrieb, das gibt es nicht mehr. Die Strukturen sind flexibel und globalisiert. Hier sind Konservative anfällig, die nicht die Vergangenheit wiederhaben wollen, sondern sogar eine schönere Vergangenheit. Sie spricht die AfD zum Beispiel durch die Leugnung des Klimawandels oder durch ihre Geschlechterpolitik an."

Ebenfalls in der taz schreibt Rudolf Walther den Nachruf auf den engagierten Politologen Wolf-Dieter Narr, Urgestein des Otto-Suhr-Instituts an der FU Berlin, der im Alter von 82 Jahren gestorben ist.
Stichwörter: AfD, Walther, Eva

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.10.2019 - Ideen

Im Aufmacher des FAZ-Feuilletons fordert Edo Reents eine Abkehr von der Moralisierung von Diskurs und Debatte - in Politik würden in erster Linien Interessen ausgehandelt: "Es wäre in Erinnerung zu rufen, dass die Interessen jeder Partei, jeder Institution, jeder Firma und jedes Bürgers zunächst einmal legitim sind, sofern sie nicht gegen Gesetze verstoßen."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.10.2019 - Ideen

In der NZZ denkt der Philosoph Andreas Urs Sommer über die neue "Gesinnungserkundungswirtschaft" nach, die allzuoft in Denunziation ausartet. Dahinter steckt oft Angst, glaubt er: "Wer sich der Gesinnungsethik verschreibt, ist geängstigt von der Fülle der Möglichkeiten. Möglichkeiten bedeuten, dass auch alles ganz anders sein könnte. Denn dass die Dinge auch ganz anders sein könnten, als sie nach Maßgabe seiner Gesinnung sein dürften, ist ein dem Gesinnungsethiker unerträglicher Gedanke. Und je mehr Möglichkeiten es gibt - Modernität bedeutet Möglichkeitszuwachs -, desto größer ist das Risiko, mit der Möglichkeit konfrontiert zu werden, dass alles auch ganz anders ist. Die Furcht vor diesem Risiko produziert dann Gesinnungsethiker in Hülle und Fülle, verteilt übers ganze politische Spektrum, von ganz links bis ganz rechts. Sie wollen den Möglichkeitsfluss austrocknen, denn Möglichkeiten führen ab von der Reinheit der Gesinnung. Am besten macht man ihnen den Garaus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.10.2019 - Ideen

Die Zeit stellt einen Vortrag von Per Leo online, den der Mitautor von "Mit Rechten reden" auf einem vom Katholisch-Sozialen Institut Siegburg in Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ausgerichteten Symposium hielt. Leo warnt unter anderem davor, den Rechtspopulismus der Gegenwart mit der Weimarer Republik zu vergleichen und mahnt zur Toleranz gegenüber Rechten - zum Schutze der Demokratie: "Wenn derzeit von 'Toleranz' die Rede ist, geht es fast immer um das Lob oder den Tadel von Verständnis. Geboten erscheint es dieser Redeweise, andere Lebensformen und fremde Kulturen in ihrer Eigenart zu bejahen, gefährlich und naiv dagegen, mitfühlend auf die angeblichen 'Sorgen und Nöte' derer zu hören, die sich von der AfD mobilisieren lassen. Unter dem Deckmantel eines entleerten Begriffs meint dieser Diskurs, wenn er von Toleranz spricht, eigentlich Moral: Du sollst tolerieren, was achtenswert, du sollst nicht tolerieren, was missachtenswert ist. Dabei heißt Toleranz nicht ohne Grund wörtlich: Duldung. Wer duldet, erträgt etwas. Ich toleriere es also, obwohl ich es ablehne, ja vielleicht sogar missachte. Und wenn die Toleranz Teil meines Ethos geworden ist, sogar weil ich es ablehne."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.10.2019 - Ideen

taz-Autorin Charlotte Wiedemann hat ein Buch über den "langen Abschied von der weißen Dominanz" geschrieben. In einem taz-Essay fordert sie: "Wir müssen vom Weißsein sprechen, um es irgendwann überwinden zu können." Wie dieses überwundene Weißsein aussehen soll, bleibt allerdings überraschend vage: "Die globale Macht des westlichen Narrativs ist zwar gebrochen, aber wir wissen noch nicht, wie eine multipolare Welt anders von sich erzählen kann. Wie können polyzentrische Erzählungen einander verstehen? Es wird jetzt wieder vermehrt vom globalen Norden und globalen Süden gesprochen; doch das Künftige liegt, noch nicht sichtbar, hinter diesen Groß-Vokabeln."

Ebenfalls recht vage der taz-Essay von Thomas Salter, der sich mit der Eventualität auseinandersetzt, dass Klimaforscher irren könnten. Man sollte ihren Prognosen und den Anweisungen, unser Leben zu ändern, trotzdem folgen, meint er: "Was könnte Schlimmes passieren, wenn wir uns nicht mehr einem neoliberalen Glauben an die Unendlichkeit des Wachstums hingeben? Klar, wenn wir unsere Wirtschaft auf Nachhaltigkeit umstellen, werden einige Dinge teurer. Und die Politik muss sicherstellen, dass diese Kosten gerecht verteilt werden. Aber was ist besser?"

Auch Andrian Kreye wünscht sich in der SZ angesichts des Klimawandels, dass der Staat den Markt umgestaltet. Er hat auch Ideen, wie man vorgehen könnte: "In einem ersten Schritt wäre schon viel geholfen, wenn der Staat in Bezug auf die Faktoren, die zur Erderwärmung beitragen, überhaupt erst für einen veritablen Markt sorgen, nämlich den Markt auf Preiswahrheit verpflichten würde. Er müsste ihm auferlegen, dass die Kosten aller Treibhauseffekte, die Produzenten und Lieferanten bisher auf die Gemeinschaft auslagern, in die Verkaufspreise der Konsumartikel einzurechnen sind (etwa durch den Aufschlag adäquater Karbonabgaben). Nur so können die Preise informieren und lenken, wie es die Idee des Marktes verlangt. Zweifellos mutet man finanzschwachen Käufern mit erhöhten Preisen soziale Härten zu. Doch die müssen durch Subventionen kompensiert, nicht im Markt geleugnet werden."
Stichwörter: Antirassismus, Klimawandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.10.2019 - Ideen

Wenn die Klimabewegung Extinction Rebellion (XR) in dieser Woche in europäischen Großstädten den Verkehr lahm legt, geht das völlig in Ordnung, versichert im Interview mit der SZ der Philosoph und Aktivist Rupert Read. Schließlich hätten auch Martin Luther King und Mahatma Ghandi zivilen Ungehorsam geprobt. Um die drohende Apokalypse abzuwenden, fordert er "einen riesigen Umbau in vielerlei Hinsicht. Das gesamte Energiesystem muss innerhalb weniger Jahre transformiert werden. Zum einen weg von den fossilen Energieträgern und der Nuklearenergie. Zum anderen ist es absurd, darauf zu hoffen, dass unsere Zivilisation einfach eins zu eins auf erneuerbare Energien umsteigt. Wir werden mit viel weniger Energie auskommen müssen. Zweiter Aspekt, eng damit zusammenhängend: Wir brauchen lokalere Strukturen. Weniger Verkehr auf allen Ebenen. Die zentrale Frage ist, kollabieren wir chaotisch in solch eine Zukunft hinein oder schaffen wir den geordneten Umbau?"

Johann Schloemann begleitet für die SZ Judith Butler auf ihrem Rundgang durch die Ausstellung "Hegel und seine Freunde" im Deutschen Literaturarchiv Marbach und hört anschließend ihren Vortrag zur Eröffnung. In der Ausstellung, die das Hegel-Jahr zum 250. Geburtstag des Philosophen vorwegnimmt, verspricht er, kann man sich von seiner Hegellektüre auch mal erholen: Hier erfährt man "auch Entlastung durch typischen WG-Humor, wie ihn die philosophische Lektüre immer wieder angeregt hat: Robert Gernhardt suchte die Dialektik im 'Hegel-Stübchen'. Und der Philosoph Odo Marquard dichtete in den Fünfzigern in Münster diese Arie, die ein Kollege singen musste: 'Und wir streichen nicht die Segel, / selbst in noch so dürft'ger Zeit, denn wir haben ja den Hegel, / und der Hegel weiß Bescheid. / Herkunft kann zusammenstehen / Mit der Zukunft ohne Krach. / Hegel hat das scharf gesehen, / und wir sehen es ihm nach: (...) / Und die Zeit ist in den Fugen, / und die Welt ist wunderschön. / Und wir alle sind ja Bürger, / die am Freitag hegeln gehen.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.10.2019 - Ideen

Der Autor Felix Philipp Ingold leistet in der NZZ Abbitte beim Kommunikationsphilosophen Vilém Flusser, dessen "Lob der Oberfläche" in den achtziger Jahren als ironisch-frivoles Spiel mit dem Bedeutungsverlust abgetan wurde: "Flusser war es, der die heute übliche, von ihm einst angekündigte Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -produktion bildhaft mit einer Kraftbrühe verglich: Man werde sich künftig kaum noch für den Fond, das eigentlich Nahrhafte und Bedeutungsvolle, interessieren, das die Brühe zu bieten habe, vielmehr für die obenauf schwimmenden Fettaugen, die in ständiger Bewegung und gegenseitiger Durchdringung unentwegt neue Konstellationen bilden, mithin auch immer wieder neue Lesarten eröffnen. Eine Vielzahl möglicher Welten, so mutmaßte er, werde die wirkliche Welt allmählich überblenden und eine Fülle von nie da gewesenen, kaum noch verifizierbaren 'Wahrheiten' aufkommen lassen, welche die Unterscheidung von echt und unecht erschwere, vielleicht aber auch entbehrlich mache."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.10.2019 - Ideen

In populistischen Reden wird gern behauptet, wir hätten gar keine Demokratie, weil eine kleine Clique der Reichen alles beherrschen würde. Aber es ist genau anders herum, wir leben heute in einer Fiskokratie, erklärt Peter Sloterdijk in einer Rede, die die NZZ heute nachdruckt: "In Wahrheit ist es ein Großteil der vielen, der von der Kreativität der wenigen profitiert, wenn auch um den Preis zunehmender Ungleichheit. Infolgedessen enthüllt sich die aktuelle 'Demokratie' mehr und mehr als ein System, in dem die oligoi ihren Vorteil gegenüber den polloi ausbauen - wenn auch auf ganz andere Weise, als die älteren Ausbeutungstheorien es unterstellten. Aufs Ganze gesehen sind es die vielen, die von den innovativen Impulsen der wenigen in historisch beispielloser Weise Vorteile ziehen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen dürfte evident geworden sein, dass das Wort Demokratie ein intensives Pseudonym für die vielfältigen oligokratischen Strukturen darstellt, die zum System moderner politisch vermittelter Daseinsvorsorge gehören, ob sie sich nun im Lobbyismus der Großunternehmen verkörpern, in den sklerotischen Rängen der Volksparteien, in den Spitzen der Verwaltungsbehörden oder in den Schaumkronen massenmedialer Prominenz. Der Tendenz nach ist auch die Position der akademischen Linkspopulisten oligokratisch verfasst, wenn sie vorgeben, in ihren Schriften fänden die Sprachlosen und Ausgegrenzten der Gesellschaft zu ihrem Ausdruck. In Wahrheit drängen die akademischen wenigen den stillen vielen ungefragt ihre Dienste auf, und dies so gut wie nie zu deren Vorteil."

Im Interview mit der FR plädiert die Integrationsforscherin Naika Foroutan dafür, weniger über Migration und Migranten zu reden. Denn Integrationspolitik und der Streit um Teilhabe gehe in Wahrheit jeden an: "Zum postmigrantischen Wir gehören die Migranten dazu. Viele der Fragen, die wir anhand der Migranten, der Kinder und Kindeskinder von Migranten verhandeln, betreffen in Wahrheit noch ganz andere Gruppen der Gesellschaft. Und noch mehr: Sie betreffen im Kern unser Selbstbild als moderne Demokratie, die eben auf dem Grundsatz von Pluralität und Parität aufzubauen wäre. Zum Beispiel die Vermögensverteilung: Das reichste Prozent der Deutschen verfügt über ebenso viel Vermögen wie die 87 ärmeren Prozent der deutschen Bevölkerung. Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm. Das Problem der Teilhabe an der Gesellschaft, der Integration in sie, ist nicht nur eines der neu hinzugekommenen Migranten. Wir brauchen eine Integrationspolitik für alle."

Für Kleinvermieter kann der drohende Mietendeckel in Berlin problematisch werden. Im Freitag zuckt die Politische Ökonomin Mirjam Büdenbender nur die Schulter und fragt: "Wer sind diese Kleinvermieter, die in den vergangenen Jahren Wohnimmobilien in Berlin erworben haben? Und haben sie ein Recht auf Rendite aus dem Wohnungsmarkt? Auf die erste Frage gibt es keine klare Antwort. Mit Blick auf die Preisentwicklung ist aber anzunehmen, dass Menschen, die in den letzten Jahren eine oder mehrere Wohnungen in Berlin gekauft haben, über finanzielle Mittel verfügen und sich zusätzlich für Fremdfinanzierung qualifizieren." Und was das Recht angeht: "Das Argument für Wohneigentum als Mittel gegen Altersarmut beruht auf einer Dichotomie, die eine neoliberale Marktlogik reproduziert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.09.2019 - Ideen

Klimabesorge Antiindividualisten wie die Wissenschaftshistorikerin Donna J. Haraway sehen in Quallen das neue Vorbild für ein friedliches teambasiertes Zusammenleben mit der Natur, erklärt auf Zeit online der luxemburgische Schriftsteller Samuel Hamen. "Das Quallenleben scheint eine vergleichsweise zivile Variante der Kollektivität zu sein, ein Quallenschwarm ist keine dumpf vereinte, potenziell aggressive Meute, sondern im besten Sinne symbiotisch. Andererseits zeigt sich hier auch eine Schwachstelle der Quallenliebhaberei: So suggestiv die Vorstellung einer Quallifizierung der Welt für etliche Schriftsteller und Theoretikerinnen sein mag, so tauglich die Qualle als Metapher für 'Antimensch', so sehr schwächeln die Schriften darin, eine überzeugende Ethik der Gruppenbildung zu skizzieren, die von Quallen auf menschliche Gemeinschaften übertragbar wäre, ohne jeden individuellen Affekt zu negieren. Womöglich ist die tiersymbolische Wachablösung dennoch in vollem Gange: weniger Willy, mehr Qualle, weniger einsamer Wolf, mehr Rudel."

Ebenfalls auf Zeit online denkt Christoph Drösser über den neuen Quantencomputer von Google nach, der offenbar kein Computer ist, sondern ein "Chip namens Sycamore ..., auf dem 53 Qubits arbeiten, das ist das Quantenäquivalent zu den herkömmlichen Bits. Während Letztere immer den Wert 1 oder 0 annehmen, kann ein Qubit aufgrund seiner Quanteneigenschaften in einem Überlagerungszustand verharren und erst am Ende der Rechnung einen der beiden Werte annehmen. Dadurch lassen sich theoretisch eine Reihe von mathematischen Problemen viel schneller lösen als auf herkömmlichen Computern."