9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.08.2019 - Kulturmarkt

Ist Netflix der Tod des Buchs? Der Bestsellerautor Peter Prange will das im Gespräch mit Christian von Zittwitz vom Buchmarkt nicht so sehen: "Das, was die Netflix-Serien auszeichnet und weshalb die Menschen nächtelang mit Binge-Watching verbringen, ist die Rückkehr zu etwas durch und durch Literarischem. Im Gegensatz zu den Neunzigminütern mit ihrer überschaubaren Dramaturgie werden hier wieder große, komplexe Geschichten erzählt, mit langem Atem, wie wir es früher nur aus den großen Epen der Klassiker kannten. Das ist das vollkommene Gegenteil der viel beschrieenen Multimedia-Kurzatmigkeit."
Stichwörter: Netflix, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.06.2019 - Kulturmarkt

Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs wird neue Vorsitzende des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ihrer Wahl war ein durchaus konfliktreicher Wahlkampf vorausgegangen, heißt es im Editorial des Börsenblatts - des Vereinsmediums - , das den Konflikt nicht näher beschreibt.
Stichwörter: Börsenverein

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.06.2019 - Kulturmarkt

Der Börsenverein reicht gegen die Deutsche Post wegen der Erhöhung der Preise für die Büchersendungen beim Bundeskartellamt Beschwerde ein, meldet der Buchreport: "Diese 'enorme Portoerhöhung und Quasi-Abschaffung der Büchersendung' sei nur für Konzerne zu stemmen, die gemischte Waren versenden oder über andere Möglichkeiten der Kostenumlagerung verfügen, kritisiert der Verband und fügt mit Verweis auf entsprechende Medienberichte an, dass die Post zudem Buchhandlungen und Verlage diskriminiere, indem sie Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen beim Versand von Büchern einräume."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.06.2019 - Kulturmarkt

Der Buchmarkt ist stabil mit positiver Tendenz, informierte Alexander Skipis vom Börsenverein laut Börsenblatt bei der alljährlichen Wirtschaftspressekonferenz zur Lage am Buchmarkt. Man freut sich auch sehr, dass durch die EU-Urheberrechtsreform auch die Verlegerbeteiligung an den Ausschüttungen der VG Wort wiederhergestellt wurde, die von deutschen und europäische  Gerichten zuvor als rechtswidrig annulliert worden war: "Auf politischer Ebene sei es für die Branche maßgeblich, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft wiederherzustellen, sagte Skipis. 'Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments für die EU-Urheberrechtsreform benötigen wir schnellstmöglich eine nationale Umsetzung, damit Verlage endlich wieder sicher kalkulieren können.'"

Außerdem: Im Guardian berichtet Stephen Moss, dass sich auch der britische Buchmarkt positiv entwickle, und zwar besonders für physische Bücher und für unabhängige Buchhändler. In der NZZ erörtert Manuel Müller, was die KNV-Pleite für Schweizer Verlage bedeutet.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.05.2019 - Kulturmarkt

Traurige Meldung aus dem Buchhandel: Die berühmte Buchhandlung Wetzstein in Freiburg schließt nach 41 Jahren, meldet das Börsenblatt, das mit der Inhaberin Susanne Bader gesprochen hat: "Die 68-jährige Buchhändlerin erwartet nicht, dass es angesichts des veränderten Einkaufsverhaltens zu einer Trendwende im Einzelhandel und in den Innenstädten kommt. 'Um in den nächsten fünf Jahren zu bestehen, hätte ich mich mit voller Kraft hineinwerfen müssen. Das kann ich mit Blick auf mein Alter nicht mehr leisten', sagt Bader."
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.05.2019 - Kulturmarkt

In den Verlagen gibt es eine Bewegung, auf die Plastikfolien zu verzichten, in die neue Bücher eingewickelt sind. C.H. Beck-Verleger Jonathan Beck hält das im Gespräch mit Michael Roesler-Graichen im Börsenblatt für ein Doktorn an Symptomen, eher gehe es darum die CO2-Produktion bei der Herstellung von Papier und Büchern zu reduzieren. Die Bücher des Verlags entsprächen 13.000 Tonnen CO2 pro Jahr: "Das Äquivalent dazu sind zehn voll besetzte Boeing 747, die von München nach New York und zurückfliegen. Die Produktion eines der größten Verlage in Deutschland ist also minimal im Vergleich zu einer großen Fluglinie, die wahrscheinlich in einer Stunde so viel CO2 emittiert wie wir in einem Jahr. Aber nichts ist bequemer, um nicht zu sagen fauler, als bei diesem Thema auf andere zu zeigen. Jeder muss vor seiner eigenen Haustür kehren."
Stichwörter: Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.05.2019 - Kulturmarkt

Was ist los in der Verlagswelt? Erst ging bei Ullstein der verlegerische Geschäftsführer Gunnar Cynybulk , nun geht Geschäftsführerin Julia Claren. Bleibt die jüngst eingestiegene ehemalige Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz, meldet das Börsenblatt: "Ohne dass es eine offizielle Stellungnahme zu den Hintergründen des doppelten Geschäftsführerweggangs bei Ullstein gibt, ist intern aus unterschiedlicher Quelle zu vernehmen, dass die prominenten Abgänge jedenfalls nichts mit dem Engagement von Barbara Laugwitz zu tun hätten." Jüngst hatten die Revirements bei Rowohlt von sich reden gemacht (unsere Resümees). Und bei Fischer geht Jörg Bong (mehr hier). Dort tritt Siv Bublitz an, die bei Ullstein Verlegerin war.

Außerdem kursiert, die Meldung, dass das "Publishers Forum", wo sich die Branche in Diskussionen über ihre Zukunft verständigte, eingestellt wird. Der Moderator des Forums, Perlentaucher-Autor Rüdiger Wischenbart, schreibt im Buchreport: "Wie und wo und von wem lernen Buchmenschen? Diese Frage treibt mich heute um, anlässlich der Einstellung des Publishers' Forum nach 16 Jahren, und nach unzähligen Gesprächen mit Kollegen und Freunden, die ähnlich feststellten, dass unsere Branche neue stimmige, offene und wirkungsvollere Plattformen und Formate benötigt, um ihre strategischen und praktischen Perspektiven zu reflektieren."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.05.2019 - Kulturmarkt

Für so etwas interessiert sich die Öffentlichkeit ja nicht, aber für die gebeutelten Verlage und kleine Buchhändler ist es ein Problem: die Post erhöht das Porto für die bisher besonders günstigen Buchsendungen. Im Gespräch mit dem Börsenblatt erklärt Alexander Schauer von der Post/DHL, warum: "Grundsätzlich liegen auch die neuen Tarife preislich noch unterhalb des Maxi-Briefs - Produkte, die nicht ganz so laufzeitsensibel sind, lassen sich weiterhin vergleichsweise günstig versenden. Außerdem vereinfachen wir die Handhabung, etwa indem der Versand künftig verschlossen möglich ist. Das heißt, die Nutzung von Versandbeutelklammern und dergleichen fällt weg. Für manche eine Kleinigkeit, für andere eine sehr praktische Erleichterung."
Stichwörter: Buchbranche, Buchhandel, Porto

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.04.2019 - Kulturmarkt

Im neuen New Yorker Kulturzentrum The Shed kosten die Tickets nur zehn Dollar, Überkurator Hans Ulrich Obrist holt trotzdem die größten Namen und für Diversität ist auch gesorgt - mit einem "bathroom for all genders" und afroamerikanischen Konzerten, stöhnt Sarah Pines in der FAZ: "Alles richtig gemacht, so scheint es auf den ersten Blick. Man kann den Umbau verschmutzter Industriebrachen in hochprofitable Orte mit Restaurants, Galerien oder performance spaces aber auch zynisch finden; die Underground-Charme versprechenden Komplexe, die dann gern 'Warehouse' heißen oder 'Die Fabrik' oder eben 'Schuppen' spielen mit ihren Namen auf jene Arbeiterklasse an, die hier längst vertrieben wurde, und locken mit einer düster intellektuellen Verruchtheit und einer gewagte Kulturexperimente suggerierenden Aura jene Investoren an, deretwegen die Arbeiter keinen Wohnraum im ehemaligen Herzen der Stadt finden."
Stichwörter: The Shed, Gender

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.03.2019 - Kulturmarkt

Sehr nüchtern schildert das Börsenblatt nach Lektüre der ganz neuen Bilanzzahlen die Krise des Grossisten KNV, beziehungsweise von dessen Holding F. Volckmar GmbH & Co. KG. Der Umsatz lag bei  532,7 Millionen Euro, die Verluste lagen 2017 und 2016 jeweils bei 17 bis 18 Millionen Euro. Und "Die Verbindlichkeiten betrugen Ende 2017 insgesamt 256,627 Millionen Euro und hatten zum allergrößten Teil Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz