9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.10.2019 - Kulturmarkt

Dem Sachbuch geht's relativ gesehen besser als der Literatur, schreibt Hannes Hintermeier in einem FAZ-Leitartikel zu Auftakt der Buchmesse. Aber trotz eines leichten Anstiegs gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Buchkäufer gegen über 2012 um 7 Millionen auf knapp unter 30 Millionen zurückgegangen. "Sachbücher sind die Schnecken im Regal der Schnelldreher. Sie haben häufig die längere Entstehungszeit für sich, die bessere Haltbarkeit, das größere Potenzial an Orientierung. Es ist kein Zufall, dass sie im Markt der E-Books keine große Rolle spielen - je komplexer die Inhalte, desto besser begreift man sie auf Papier, desto eher bleiben sie im Gedächtnis haften." Im Gegenteil: Wer sie im Ebook liest, hat mehrere Instrumente, zu unterstreichen und sich ein Exzerpt anzufertigen und kann sie darum sehr viel besser memorieren.

Der Buchmarkt wird in Deutschland in diesen Tagen ohnehin revolutioniert: Der Perlentaucher gründet einen Buchladen, eichendorff21, meldet unter anderem das Börsenblatt.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.10.2019 - Kulturmarkt

Im Buchmarkt erzählt Peter Haag, Verleger von Kein & Aber, wie die Insolvenz des Grossisten KNV aus der Warte seines Verlags aussah, der als "Auslieferungsverlag" von KNV auf Gedeih und Verderben abhing: "Als verantwortungsvoller Chef überlegte ich bereits, wie ich meinen Mitarbeitern erklären könnte, dass wir vielleicht gerade auf die Wand zuflogen, ohne dass es uns erlaubt war, abzudrehen. Jetzt bestimmte allein der Insolvenzverwalter die Richtung, nur er war ermächtigt, über das Schicksal von uns, den involvierten Auslieferungsverlage, zu entscheiden."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.09.2019 - Kulturmarkt

Der Verleger Axel von Ernst schildert in seiner Börsenblatt-Kolumne die Sorgen kleiner Verleger. Dazu gehören die Erhöhung des Portos, aber auch die KNV-Insolvenz - und die Auslistung bestimmter Bücher beim Grossisten Libri. Die Kleinverlage seien zu höflich, so Ernst: "Dabei müssen wir nach draußen... Die Gesellschaft sollte sich mit uns zusammen Sorgen machen um die Dinge, die wir beitragen - wir müssen, um zum Punkt zu kommen, mit unseren Vorteilen und unseren Nöten aus der Unsichtbarkeit gelangen und schließlich eine gute strukturelle Förderung für sensible Verlagsprogramme erreichen, die auf alle in der Buchwelt ausstrahlt und in anderen Ländern bereits aus guten Gründen existiert."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.09.2019 - Kulturmarkt

Normseitenhonorare für Übersetzer weiter gesunken, meldet der Buchreport. Die Honorare pro Seite hätten im Schnitt im Jahr 2001 bei 22 Euro gelegen, nun seien sie auf 18,72 Euro gesunken (nachdem sie zwischendrin sogar noch niedriger lagen): "Zwar haben die Übersetzer gesetzlich einen Anspruch auf angemessene Vergütung, viele schrecken aber aus Angst vor Auftragseinbußen zurück. Die überwiegend weiblichen Übersetzer gerieten dadurch in eine prekäre Lage: Mit einem Jahresgewinn von rund 19.000 Euro erzielten Übersetzer laut VdÜ nur 55 Prozent des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens. Eine Rente beziehungsweise Rentenerwartung von durchschnittlich unter 700 Euro bedeute für sie, dass sie auch im Alter akut armutsgefährdet sind."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.08.2019 - Kulturmarkt

Ist Netflix der Tod des Buchs? Der Bestsellerautor Peter Prange will das im Gespräch mit Christian von Zittwitz vom Buchmarkt nicht so sehen: "Das, was die Netflix-Serien auszeichnet und weshalb die Menschen nächtelang mit Binge-Watching verbringen, ist die Rückkehr zu etwas durch und durch Literarischem. Im Gegensatz zu den Neunzigminütern mit ihrer überschaubaren Dramaturgie werden hier wieder große, komplexe Geschichten erzählt, mit langem Atem, wie wir es früher nur aus den großen Epen der Klassiker kannten. Das ist das vollkommene Gegenteil der viel beschrieenen Multimedia-Kurzatmigkeit."
Stichwörter: Netflix, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.06.2019 - Kulturmarkt

Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs wird neue Vorsitzende des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ihrer Wahl war ein durchaus konfliktreicher Wahlkampf vorausgegangen, heißt es im Editorial des Börsenblatts - des Vereinsmediums - , das den Konflikt nicht näher beschreibt.
Stichwörter: Börsenverein

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.06.2019 - Kulturmarkt

Der Börsenverein reicht gegen die Deutsche Post wegen der Erhöhung der Preise für die Büchersendungen beim Bundeskartellamt Beschwerde ein, meldet der Buchreport: "Diese 'enorme Portoerhöhung und Quasi-Abschaffung der Büchersendung' sei nur für Konzerne zu stemmen, die gemischte Waren versenden oder über andere Möglichkeiten der Kostenumlagerung verfügen, kritisiert der Verband und fügt mit Verweis auf entsprechende Medienberichte an, dass die Post zudem Buchhandlungen und Verlage diskriminiere, indem sie Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen beim Versand von Büchern einräume."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.06.2019 - Kulturmarkt

Der Buchmarkt ist stabil mit positiver Tendenz, informierte Alexander Skipis vom Börsenverein laut Börsenblatt bei der alljährlichen Wirtschaftspressekonferenz zur Lage am Buchmarkt. Man freut sich auch sehr, dass durch die EU-Urheberrechtsreform auch die Verlegerbeteiligung an den Ausschüttungen der VG Wort wiederhergestellt wurde, die von deutschen und europäische  Gerichten zuvor als rechtswidrig annulliert worden war: "Auf politischer Ebene sei es für die Branche maßgeblich, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft wiederherzustellen, sagte Skipis. 'Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments für die EU-Urheberrechtsreform benötigen wir schnellstmöglich eine nationale Umsetzung, damit Verlage endlich wieder sicher kalkulieren können.'"

Außerdem: Im Guardian berichtet Stephen Moss, dass sich auch der britische Buchmarkt positiv entwickle, und zwar besonders für physische Bücher und für unabhängige Buchhändler. In der NZZ erörtert Manuel Müller, was die KNV-Pleite für Schweizer Verlage bedeutet.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.05.2019 - Kulturmarkt

Traurige Meldung aus dem Buchhandel: Die berühmte Buchhandlung Wetzstein in Freiburg schließt nach 41 Jahren, meldet das Börsenblatt, das mit der Inhaberin Susanne Bader gesprochen hat: "Die 68-jährige Buchhändlerin erwartet nicht, dass es angesichts des veränderten Einkaufsverhaltens zu einer Trendwende im Einzelhandel und in den Innenstädten kommt. 'Um in den nächsten fünf Jahren zu bestehen, hätte ich mich mit voller Kraft hineinwerfen müssen. Das kann ich mit Blick auf mein Alter nicht mehr leisten', sagt Bader."
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.05.2019 - Kulturmarkt

In den Verlagen gibt es eine Bewegung, auf die Plastikfolien zu verzichten, in die neue Bücher eingewickelt sind. C.H. Beck-Verleger Jonathan Beck hält das im Gespräch mit Michael Roesler-Graichen im Börsenblatt für ein Doktorn an Symptomen, eher gehe es darum die CO2-Produktion bei der Herstellung von Papier und Büchern zu reduzieren. Die Bücher des Verlags entsprächen 13.000 Tonnen CO2 pro Jahr: "Das Äquivalent dazu sind zehn voll besetzte Boeing 747, die von München nach New York und zurückfliegen. Die Produktion eines der größten Verlage in Deutschland ist also minimal im Vergleich zu einer großen Fluglinie, die wahrscheinlich in einer Stunde so viel CO2 emittiert wie wir in einem Jahr. Aber nichts ist bequemer, um nicht zu sagen fauler, als bei diesem Thema auf andere zu zeigen. Jeder muss vor seiner eigenen Haustür kehren."
Stichwörter: Buchmarkt