Bei der Gelegenheit erfahren wir, dass Berlin einen "Staatssekretär für gesellschaftlichen Zusammenhalt" hat. Er hieß bislang
Oliver Friederici, ist aber jetzt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson
gefeuert worden,
berichten Hanno Fleckenstein und Erik Peter in der
taz. Hintergrund ist wohl die sogenannte "
Fördergeldaffäre": Nach dem Entsetzen über die Neuköllner Freudentaumel zum 7. Oktober hatte der Senat Gelder für die Antisemitismusbekämpfung freigemacht, deren Vergabe auch in der zuständigen Kulturverwaltung umstritten war. "Der Senat und Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos, für die CDU) versuchen auf diese Weise Handlungsfähigkeit zu beweisen, bevor der
Landesrechnungshof am Freitag einen Bericht zu dem Skandal veröffentlicht - der dem Senat schon vorliegt. Zugleich ist die Entlassung das erste Eingeständnis, dass bei der Vergabe der Fördermittel nicht alles mit rechten Dingen zuging und der Bericht mutmaßlich zahlreiche Missstände monieren wird." In der
FAZ berichtet Patrick Bahners.
Die CDU-Politikerin
Karin Prien strukturiert die Förderungen durch das "Demokratie leben" - Programm um, weil ihr die Ausrichtung zu links ist (
unser Resümee). Dabei wird nichts anderes herauskommen als "eine
staatlich geförderte Verunsicherung, die sich vor Ort fatal auswirken wird", ärgert sich Valerie Schönian bei
Zeit Online. Unter die gestrichenen Förderungen fallen übrigens auch Projekte der Amadeo-Antonio-Stiftung, der Bildungsstätte Anne-Frank, es "fördert Städte, Gemeinden, Landkreise, wo vielerorts die Unionsparteien stärker sind als linke Parteien; dazu Projekte der schon erwähnten CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Evangelischen Akademien, des Deutschen Kinderhilfswerks. Es gibt auch Geld für ein Projekt in Heidelberg, das Linksextremismus unter jungen Leuten begegnen will." Außerdem: Hat man schon vergessen, dass die AfD in Sachsen-Anhalt bald
stärkste Kraft werden könnte? "Was passiert eigentlich mit dem Programm, wenn die AfD dort im Herbst wirklich die Alleinregierung übernehmen sollte? Kann man das alles - wenige Monate vor der Wahl - nicht irgendwie, naja, einplanen? Oder hat man die Gegebenheiten in Ostdeutschland wirklich so wenig auf dem Schirm?" Wobei die
bisherigen Millionen die AfD in ihrem Lauf auch nicht aufhielten.