In Berlin wurde die Stelle eines
Antisemitismusbeauftragten für die dortigen Hochschulen ausgeschrieben, nachdem es dort eine ganze Reihe antisemitischer Ausschreitungen gegeben hatte. Gewonnen hat die Ausschreibung der Oberstudienrat
Mehmet Can, dessen Antisemitismusprojekt auf dem Rütli-Campus als Vorbildprojekt gilt, berichtet im
Tagesspiegel Alexander Fröhlich. An der Person Can entzündet sich kein Streit, jedoch an der Art des Auswahlverfahrens, so Fröhlich: "Der am Ende Zweitplatzierte, ein promovierter Wissenschaftler mit langjähriger Erfahrung in der Antisemitismusprävention, hatte in den Fachkompetenzen die höchste Bewertung aller Kandidaten erhalten" und lag damit auf Platz 1. In der zweiten Runde dann "wurde eine Fachkenntnis gar nicht mehr geprüft - nämlich Antisemitismus", außerdem wurde dem später Zweitplatzierten "im Verfahren vorgehalten, sich
zu stark auf die Opfer von Antisemitismus zu konzentrieren. Die Auswahlkommission vermerkte, dass er die 'Interessen der von Antisemitismus betroffenen Personen nach vorne gestellt' habe." Can hingegen "wurde im Auswahlverfahren zugutegehalten,
auch palästinensische Studierende 'mit ihren jeweiligen Hintergründen und Bedarfen ausgewogen' zu berücksichtigen".
Jahrelang haben Leiter von Kulturinstitutionen Druck auf die Politik gemacht, damit sie
Israelboykottpositionen präsentieren können, ohne selber angekratzt zu werden - das ganze wurde in einem "Weltoffen"-Papier präsentiert (unsere
Resümees). Umgekehrt scheint es aber kein Problem für ein Kölner Theater wie das Comedia zu sein, eine Autorin auszuschließen, die
mit Israel solidarisch ist und die Gefahren des islamischen Antisemitismus benennt. Die Autorin
Mirna Funk sollte im Rahmen des Festivals "phil.Cologne" in diesem Haus sprechen. Er habe lediglich
von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, betont der Theaterchef Manuel Moser
gegenüber Johannes Mönch vom
Kölner Stadtanzeiger. "Mehrere ihrer Äußerungen seien
pauschalisierend und aus Sicht der Hausleitung bestimmten Menschengruppen gegenüber diskriminierend. Als Beispiel nannte Moser unter anderem eine
Welt-Kolumne Funks vom 4. Dezember 2024, in der sie schrieb, dass 'die größte Gefahr für die jüdische Community aktuell von den in Deutschland lebenden Arabern, Türken' und deren Sympathisanten ausgehe." Hier das
Perlentaucher-Resümee zu Funks Kolumne.