Die laut ersten, nicht rechtskräftigen Gerichtsentscheidungen teils fehlerhafte und falsche Berichterstattung des gemeinnützigen Mediums
Correctiv zu einem Treffen von Rechtsextremen in Potsdam ist ein Paradebeispiel für die Tücken von "
Haltungsjournalismus",
schreibt Till Oliver Becker bei den
Ruhrbaronen: "Nicht, weil damit alles falsch gewesen wäre, was rund um das Potsdamer Treffen berichtet wurde. Und auch nicht, weil jede Kritik an rechtsextremen Milieus nun erledigt wäre. Sondern weil hier offenbar
ein Muster sichtbar wurde, das viel tiefer reicht. Eine Redaktion setzt auf
maximale Wucht. Andere Medien springen begeistert auf. Zweifel gelten schnell als verdächtig, weil sie angeblich '
den Falschen'
nützen könnten. Und am Ende kommt genau das heraus, was man verhindern wollte: Die Falschen profitieren tatsächlich."
Die
tschechische Regierung unter Andrej Babis plant, vielen öffentlich-rechtlichen Sendern die Mittel zu streichen - zum Beispiel
Radio Prag International, der schon seit neunzig Jahren auf Sendung ist, berichtet Viktoria Großmann in der
SZ. Der Rundfunk solle reorganisiert werden und die Regierung mehr Einfluss bekommen: "Die Opposition wehrt sich, hat sich bereits an die Europäische Kommission gewandt. Denn die Planungsunsicherheit, welche die neue Regierung schafft, könnte dem
neuen Europäischen Medienfreiheitsgesetz widersprechen. Das trat im August 2025 vollständig in Kraft und sieht unter anderem vor, dass öffentlich-rechtliche Medien eine 'ihrem Auftrag angemessene, tragfähige und berechenbare Finanzierung' erhalten. Es gebe 'keinen rationalen Grund für so tiefgreifende Änderungen', hatte Rundfunkdirektor René Zavoral dem Minister vor einigen Tagen entgegnet. Man könne das nicht anders verstehen, als einen '
Versuch, die Sender zu schwächen und politisch zu vereinnahmen'. Mittlerweile haben sich Streikkomitees gegründet. Wenn die Regierung bei ihren Plänen bleibe, dann sei ein Streik 'unvermeidlich', erklärte Zavoral."
Michael Hanfeld stellt in der
FAZ das von
Peter Thiel mitfinanzierte Start-up "Objection" vor, eine angeblich mörderische Waffe (er nennt es "KI-Guillotine)
gegen den Journalismus. Wer sich darauf einlässt, seinen Artikel überprüfen zu lassen, wird letztlich
von einer KI beurteilt - Voraussetzung ist freilich, dass man seine Quellen preisgibt. "Konzernen und denen, die es sich leisten können, legt 'Objection' ein KI-Werkzeug in die Hand, mit dem sie Journalisten und Medienhäuser
mit Anfragen ersticken und deren Reputation eindampfen können. Sie stehen schlecht da und werden an den Pranger gestellt, wenn sie sich der KI nicht unterwerfen; tun sie es doch, sind sie dem vermeintlich objektiven Urteil, dessen Zustandekommen man nicht wirklich nachvollziehen kann, ausgeliefert."