Anita Rée (1885-1933) ist eine wichtige Protagonistin der Moderne, die im Strudel der Zeitläufte in Vergessenheit geraten ist. Sie wählte den für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlichen Weg einer künstlerischen Ausbildung. Nach Aufenthalten in Paris und Italien, geschult an den Vorbildern Cézanne, Matisse, Picasso und Léger, kehrte sie 1925 in ihre Heimatstadt zurück. Mit ihren ultramodernen neusachlichen Landschaften, den sinnlichen Akten und zahlreichen Porträtaufträgen erwarb sie sich große Anerkennung. Zu Beginn der 1930er Jahre häuften sich jedoch Diffamierungen, die zur Ausgrenzung der jüdischen Künstlerin führten. Den Tanz mit den Dämonen - den gesellschaftlichen, politischen, schöpferischen und den ganz persönlichen - empfand Anita Rée zunehmend als unerträgliche Belastung, der sie bald nichts mehr entgegensetzen konnte. Im Dezember 1933 nahm sie sich in Kampen auf Sylt das Leben.
Die neue Biografienreihe aus der Edition Braus bietet Brigitte Werneburg Gelegenheit, unter dem Radar kunstwissenschaftlichen Mainstreams gelegene Lebensläufe in Augenschein zu nehmen. So etwa die Lebensgeschichte der Hamburger Avantgardekünstlerin Anita Rée in einem Band von Annegret Erhard. Werneburg schätzt die klugen, einsichtsvollen und eleganten Recherchen und Formulierungen in diesem Buch, das ihr Rée mit all ihrem gesellschaftspolitischem Gespür nahebringt, das sie bereits früh die Dimensionen des Nationalsozialismus hat ahnen lassen. Rées neusachlichen Stil eigener Prägung sieht Werneburg bei ihren Rundgängen in der Hamburger Kunsthalle nun neu, als Werk von "Hamburgs bedeutendster Avantgardistin".
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