Carolin Würfel

Ingrid Wiener und die Kunst der Befreiung

Wien 1968 | Berlin 1972
Cover: Ingrid Wiener und die Kunst der Befreiung
Hanser Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783446258617
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Nehmen Sie Ihr Kind von der Schule, mit ihrem Aussehen hält sie die Schüler vom Lernen ab!" Es ist das Wien der 1960er, Ingrid Wieners Eltern folgen dem Rat des Lehrers. Doch aus einem Akt des Gehorsams wird eine Geschichte der Rebellion: Ingrid schließt sich einer Gruppe berühmter Künstler an. Nach skandalösen Protestaktionen flieht sie mit den Männern nach Berlin, wo sie das legendäre "Exil" gründen. Ihre Küche zieht bald Stars wie David Bowie, Peter O'Toole und Max Frisch an. Wer ist diese Frau, der die Männer Platz machten in ihrer Mitte und die zugleich entschlossen ihren eigenen Weg als Künstlerin ging? Carolin Würfel lässt die außergewöhnliche Atmosphäre jener Zeit wiedererstehen und zeichnet das Porträt einer inspirierenden Frauenfigur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2019

Das Leben einer Künstlerin wird hier erzählt, so Rezensentin Luise Checchin. Ihr gefällt  die Mischung aus "biografischen Anekdoten", Begegnungen mit der heutigen Ingrid Wiener und "essayistischen Passagen". Aber ein wenig unbefriedigend bleibt die Sache doch, so die Rezensentin, trotz der interessanten, abenteuernden jungen Frau aus Wien. Denn das freie Künstlertum - nach dem Übersehenwerden durch die Männer der Wiener Gruppe und der Arbeit als Köchin im Lokal ihres Mannes Oswald Wiener im Berliner Lokal "Exil" - ist dann nur noch Behauptung. Über den Gang der Dinge am nächsten Emigrationsort, in Kanada, und die künstlerische Produktion von Ingrid Wiener erfahren wir nicht wirklich etwas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2019

Absolut überfällig erscheint Rezensentin Hanna Engelmeier dieses Porträt von Ingrid Wiener, die doch so viel mehr ist, als nur die Frau von Oswald Wiener. Über die bedeutende Rolle, die Ingrid in dem mit ihrem Mann gegründeten Berliner Lokal "Exil" innehatte, liest die Kritikerin hier ebenso wie von Wieners künstlerischen Arbeiten: Die Autorin beleuchte nicht nur Ingrids Mitwirken in der Gruppe der Wiener Aktionisten, sondern auch deren Web- und Aquarellarbeiten. Dass die Intimität und Sympathie, mit der Würfel Wieners wildes Leben schildert, ein wenig zu Lasten des Kunstschaffens Wieners geht, findet die Rezensentin zwar bedauerlich, unbedingt empfehlen kann sie das Buch aber in jedem Fall. 
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