Friedrich Carl von Savigny gilt als der bedeutendste deutsche Rechtsgelehrte. Die adlige Herkunft ermöglichte ihm den Zugang zu den höchsten Staatsämtern, sein feinsinniger Intellekt brachte ihn in enge Verbindung zu den maßgeblichen Dichtern der Zeit. Seine Lehre vom Volksgeist als dem Ursprung allen Rechts verband diese beiden Welten: Aus dem Gedankengut der Romantik entwarf er ein Programm, mit dem das alte Naturrecht überwunden und der Weg für eine neue Rechtsordnung gebahnt werden sollte. Aber so revolutionär seine Wissenschaft auch war, politisch stand er den Fortschritten seiner Zeit ablehnend gegenüber. Beides wirkt bis heute nach: Savignys wissenschaftliches Selbstverständnis prägt die Rechtslehre noch genauso wie seine Skepsis gegenüber politischen Veränderungen. Dieser Spannung zwischen Aufbruch und Stagnation in Leben, Werk und Nachwirken Savignys geht der Essay nach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2013
An Literatur über Friedrich Carl von Savigny, den preußischen Gesetzgebungsminister und bedeutenden Juristen, besteht wahrlich kein Mangel, weiß Michael Stolleis. An eins jedoch habe sich bislang noch keiner gewagt, und zwar an eine umfassende Biografie, so der Rezensent, der also höchst erfreut ist, dass sich nun der junge Jurist Benjamin Lahusen der Aufgabe angenommen hat. Zumal es ihm, wie Stolleis findet, überaus gut gelungen ist: kenntnisreich in der Sache, gründlich in der Auswertung der Quellen, dazu meinungsfreudig und pointiert und nicht zuletzt durchaus elegant geschrieben. Auch an aktueller Relevanz lasse Lahusen es nicht fehlen, wobei der Rezensent es dem Autor anrechnet, dass er nicht darauf verfällt, Savigny als Heilsbringer für moderne Rechtsprobleme, etwa als "Retter aus gegenwärtiger Normenflut und Multinormativität" anzupreisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2013
Positiv hat Alexandra Kemmerer diese Biografie des Juristen Friedrich Carl von Savigny von Benjamin Lahusen aufgenommen. Die Darstellung von Leben, Werk und Wirkung des Rechtsgelehrten findet sie rundum gelungen. Sie attestiert Lahusen, Savigny überzeugend als "Geistesgröße mit menschlichem Makel" zu porträtieren, seine Verdienste für die moderne Rechtswissenschaft aufzuzeigen, ohne die elitären und undemokratischen Elemente seines Denkens zu verschweigen. Besonders lobt Kemmerer die gute Komposition des Werks und den verständlichen und "eleganten" Stil des Autors.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…