Herausgegeben von Hans-Joachim Hahn und Olaf Kistenmacher. Schon etwa 150 Jahre vor der "Dialektik der Aufklärung" begannen Wissenschaftler die moderne Judenfeindschaft begrifflich zu erfassen und zu erklären. Der Band rekonstruiert erstmals viele dieser Erklärungsansätze und entdeckt wichtige Texte von u.a. Saul Ascher, Norbert Elias und Leo Trotzki wieder, die bislang als Vorgeschichte heutiger Antisemitismusforschung kaum Berücksichtigung fanden.
Rezensent Micha Brumlik bespricht drei Neuerscheinungen zur Geschichte des Antisemitismus, darunter, in kurzen Ausführungen, den vorliegenden Band, in dem die Antisemitisforschung sich erstmals der eigenen Geschichte zuwendet. Es gibt sie seit der Emanzipation der Juden, schreibt er, und sie wurde zunächst vor allem von jüdischen Autoren vorangetrieben - sowohl orthodoxen als auch assimilierten. Viele dieser Autoren waren widersprüchlich, manche sogar selber Antisemiten, andere sind als Grundlagenforscher wieder zu entdecken, resümiert der Rezensent, der aus dem Band eine Fülle von Anregungen mitnahm.
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