In Fascholand begibt sich Canberk Köktürk auf eine autobiographisch-investigative Reise durch ein Deutschland, das nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte das Fürchten lehrt. Seine erzählerisch angelegte Ermittlungsakte untersucht die Lage der Nation. Hass und Hetze, Rechtsruck und Rassismus vergiften das Land und treiben es an den Abgrund. Köktürk sammelt Indizien, spricht mit Betroffenen und trägt Wissen von Expert:innen zusammen. Sein Ton hilft zu verstehen, wie gefährlich die Lage geworden ist: Unser Land inszeniert sich als wehrhafte Demokratie, setzt aber den strukturellen Problemen und der Radikalisierung im politischen Diskurs nichts entgegen.
Dieses Buch, glaubt Rezensent Jonathan Guggenberger, wird den Faschismus in Deutschland nicht aufhalten. Das genau ist allerdings das Ziel, das Autor Canberk Köktürk laut Guggenberger verfolgt: Angelegt ist das Buch als eine Investigation, die mithilfe von Interviews, zum Beispiel mit von rassistischer Gewalt betroffenen und mit Faschismusexperten, dem Rechtsruck in Deutschland auf die Schliche kommen will. Das Problem, so der Rezensent: Köktürks These steht von Anfang an fest, es geht um Feindbildmalerei und ein Anschreiben gegen, Zitat Köktürk, die "weiß-christlich-heteronormativ-patriarchale Gesellschaft", alles, was dem Autor nicht in den Kram passt, wird ignoriert. Mit einem derart konformistischen Buch kommt man den Rechten nicht bei, glaubt Guggenberger, der sich darüber ärgert, dass Köktürk die interessanten Passagen, die es in seinem Buch gibt, etwa über die komplizierte Liebe des Autors zum Ruhrgebiet, nicht weiter ausgearbeitet hat. Insgesamt überwiegt in dieser Besprechung klar Enttäuschung.
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