Charles Baudelaire

Le Spleen de Paris - Der Spleen von Paris

Gedichte in Prosa und frühe Dichtungen
Cover: Le Spleen de Paris - Der Spleen von Paris
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019
ISBN 9783498006877
Gebunden, 512 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Zweisprachige Ausgabe. Herausgegeben und neu übersetzt von Simon Werle. Die  Neuübersetzung der "Fleurs du Mal" wird hier ergänzt durch "Le Spleen de Paris", ein weiteres Hauptwerk Baudelaires, das seinen Ruf als scharfsinniger, bitterböser poetischer Chronist des Pariser Lebensgefühls in der frühen Moderne mitbegründete. In diesem Band tritt Baudelaire mit den "Petits Poèmes en Prose" und frühen Dichtungen nicht nur als Lyriker, sondern in der Novelle "La Fanfarlo" auch als Erzähler auf. Zahlreiche der früheren Gedichte des Autors erscheinen hier erstmals in deutscher Sprache, ebenso wie das Fragment gebliebene Versdrama "Idéolus". Damit liegt das gesamte poetische Werk Baudelaires zum ersten Mal in zwei Bänden vollständig auf Deutsch vor.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2020

Rezensent Nico Bleutge wischt die außerdem im Band versammelten Texte, wie die kaum überzeugenden Jugendgedichte von Charles Baudelaire, einfach beiseite und wendet sich gleich dem zweiten Hauptwerk des Dichters zu. Bestechend findet er die neue Übersetzung von Simon Werle im direkten Vergleich mit Friedhelm Kemps Fassung aus Mitte der 80er Jahre. Wie der Übersetzer der "rhythmischen Feinstruktur" der Sätze und dem Klang nachgeht und zugleich Baudelaires Sperrigkeit beibehält, findet er berückend. Die "Spleen"-Texte im neuen Kleid - aufregend, meint er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2019

Jürg Altwegg ist vollkommen überwältigt von Simon Werles Übertragung des "Spleen" und früher, teils nie übersetzter Dichtungen von Charles Baudelaire. Anders als die meisten eher leserunfreundlichen zweisprachigen Ausgaben beschenkt die vorliegende den Rezensenten mit einer fesselnden, sprachbewussten "Emanzipation" vom Original. In Ton, Rhythmus und Bildern steht Werles Fassung dem Original in nichts nach, versichert Altwegg. Virtuos und lustvoll findet er, wie hier eine Sprache die andere zu ergänzen scheint. Dass dies nicht auf Kosten von Baudelaires Genie geht, sondern der Übersetzer sich mit seiner ganzen Schöpfungskraft in den Dienst der Vorlage stellt - für Altwegg ein kleines, literaturpreiswürdiges Wunder.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.07.2019

Karin Westerwelle begrüßt Charles Baudelaires kleine Prosagedichte in neuer Übersetzung von Simon Werle. Den hohen Anforderungen an die Übersetzung wird Werle laut Westerwelle weitgehend gerecht, der zweisprachige Druck ermöglicht den vergleichenden Blick, meint sie. Bedauerlich scheint ihr das Fehlen von Anmerkungen im Band, die sie für das Verständnis insbesondere von Baudelaires unbekannteren Jugendwerken für unerlässlich hält. Die szenisch-dialogischen Pariser Stücke zeigen Westerwelle den Dichter im Werden, verfügen aber bereits über eine reiche, präzise Sprache und eignen sich laut Rezensentin durch ihre reflexive Schärfe als Schule des Lesens.

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