Christopher Voigt verfolgt die Rezeption des englischen Deismus, also der englischsprachigen Religionsphilosophie des späten 17. und des 18. Jahrhunderts, im deutschen Geistesleben. Als Quelle dienen ihm Rezensionen und Zusammenfassungen der Werke englischer Autoren in Zeitschriften und Kompendien, die eine der wichtigsten Informationsquellen für die deutschen Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts darstellten. In dieser Zeit tritt der 'englische Deismus' den deutschen Zeitgenossen erst nach und nach als eigenständige Gestalt einer Herausforderung an die christliche Religion und Theologie vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2003
1839 veröffentlichte der Theologe August Tholuck, erfahren wir von Friedrich Wilhelm Graf eingangs seiner Besprechung einen Band, dessen These Epoche machen sollte. Demnach war "die Aufklärungstheologie im protestantischen Deutschland entscheidend von englischen Freidenkern wie John Toland, Anthony Collins, Thomas Woolston und Matthew Tindal geprägt worden", wie Graf die These Tholucks zusammenfasst. "Methodologisch präzise", lobt Graf, habe Christopher Voigt in dem besprochenen Buch dieses "übersichtliche Bild" vom "britischen, westlichen Ursprung aufgeklärter Dogmen- und Kirchenkritik in Deutschland" nun endgültig zerstört - das seither nur immer wieder "abgemalt" worden war. Voigt zeichne demgegenüber nun ein "sehr viel nuancierteres, vielschichtigeres" Bild der "Deismus-Diskurse protestantischer Universitätstheologen in Deutschland". Im Ergebnis freilich, erfährt man, ergibt sich bei Voigt nun das genau gegenteilige Bild: Zwar habe man die Hauptschriften der englischen "Freidenker" in Deutschland tatsächlich interessiert zur Kenntnis genommen, wie Graf die Ergebnisse von Voigts Studie zusammenfasst, nur jedoch, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass deren "Radikalismus" abzulehnen und ihr Einfluss darum möglichst zu unterbinden ist. So dass man am Ende nunmehr zu dem Ergebnis kommen müsse: "Trotz ihrer Präsenz blieb die englisch-deistische Literatur genau besehen wirkungslos."
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…