Christopher Voigt

Der englische Deismus in Deutschland

Cover: Der englische Deismus in Deutschland
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2003
ISBN 9783161478727
Gebunden, 265 Seiten, 64,00 EUR

Klappentext

Christopher Voigt verfolgt die Rezeption des englischen Deismus, also der englischsprachigen Religionsphilosophie des späten 17. und des 18. Jahrhunderts, im deutschen Geistesleben. Als Quelle dienen ihm Rezensionen und Zusammenfassungen der Werke englischer Autoren in Zeitschriften und Kompendien, die eine der wichtigsten Informationsquellen für die deutschen Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts darstellten. In dieser Zeit tritt der 'englische Deismus' den deutschen Zeitgenossen erst nach und nach als eigenständige Gestalt einer Herausforderung an die christliche Religion und Theologie vor Augen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2003

1839 veröffentlichte der Theologe August Tholuck, erfahren wir von Friedrich Wilhelm Graf eingangs seiner Besprechung einen Band, dessen These Epoche machen sollte. Demnach war "die Aufklärungstheologie im protestantischen Deutschland entscheidend von englischen Freidenkern wie John Toland, Anthony Collins, Thomas Woolston und Matthew Tindal geprägt worden", wie Graf die These Tholucks zusammenfasst. "Methodologisch präzise", lobt Graf, habe Christopher Voigt in dem besprochenen Buch dieses "übersichtliche Bild" vom "britischen, westlichen Ursprung aufgeklärter Dogmen- und Kirchenkritik in Deutschland" nun endgültig zerstört - das seither nur immer wieder "abgemalt" worden war. Voigt zeichne demgegenüber nun ein "sehr viel nuancierteres, vielschichtigeres" Bild der "Deismus-Diskurse protestantischer Universitätstheologen in Deutschland". Im Ergebnis freilich, erfährt man, ergibt sich bei Voigt nun das genau gegenteilige Bild: Zwar habe man die Hauptschriften der englischen "Freidenker" in Deutschland tatsächlich interessiert zur Kenntnis genommen, wie Graf die Ergebnisse von Voigts Studie zusammenfasst, nur jedoch, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass deren "Radikalismus" abzulehnen und ihr Einfluss darum möglichst zu unterbinden ist. So dass man am Ende nunmehr zu dem Ergebnis kommen müsse: "Trotz ihrer Präsenz blieb die englisch-deistische Literatur genau besehen wirkungslos."
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