. Einem guten Dutzend neuer Autokraten rund um den Globus ist es gelungen, mit trivialem Gerede, überraschenden Coups und unsäglichen Drohungen alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Trump und Co. auf allen Kanälen: Gebannt verfolgen auch Kritiker deren Schachzüge, als käme die nächste Staffel einer Serie im Fernsehen. Oder sie schalten deprimiert ab. In diesem Buch geht es um etwas ganz anderes: um Opposition, Protest und Widerstand. Es soll zweierlei nahebringen: dass die Freiheitsverluste in Russland, der Türkei und den Vereinigten Staaten, aber auch in Polen und Ungarn auch unsere Freiheiten zerstören. Und dass eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland keineswegs ausgeschlossen ist, vielleicht schon begonnen hat. Der Aufstieg der Autokraten ist aufhaltsam.
Rezensentin Sonja Ernst ist teils inspiriert, teils ernüchtert von Claus Leggewies Konzepten und Formen des Widerstands gegen antidemokratische Tendenzen. Wie vielfältig der Widerstand sein kann, erfährt sie vom Autor und lässt sich von Leggewie erinnern an Bürgerrechtler in der DDR und den USA. Dass der Autor den Stand der Dinge ohne Panikmache beschreibt und ruhig zum Widerstand aufruft, gefällt ihr. Leggewies Blick nach Russland, in die Türkei, nach Polen und Ungarn macht ihr die Dringlichkeit des Problems bewusst und bietet ihr einen guten Überblick über Bekanntes. Den Wunsch des Autors nach einer aktiven Bürgergesellschaft und seine Fragen nach der Moral des Widerstands kann Ernst nachvollziehen. Dass vieles von dem, was der Autor fordert, schon "auf dem Tisch liegt", aber nicht umgesetzt wird, betrübt die Rezensentin.
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