Franz Pfeffer war von 1985 bis 1987 Botschafter in Polen und anschließend bis 1991 Botschafter in Frankreich. In den beiden großen Nachbarländern Deutschlands erlebte er den weltpolitischen Umbruch, der zur Beendigung des Kalten Krieges, zur Auflösung des sowjetischen Machtbereichs und zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Dieser Prozess und seine Protagonisten werden von ihm aus der Innensicht geschildert. Seine Aufzeichnungen belegen darüber hinaus, wie vielfältig die Aufgaben eines Missionschefs sind und dass er durchaus Eigeninitiative ergreifen kann - trotz der Revolutionierung der Kommunikationssysteme und der Immediat-Diplomatie von Außenministern und Regierungschefs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2007
Durchaus mit Gewinn hat Rezensent Paul Stauffer diese Erinnerungen Franz Pfeffers, Botschafter in Warschau von 1985 bis 1987 und in Paris von 1987 bis 1991, gelesen. Zumal Pfeffers gut geschriebene Rückschau auf seine Laufbahn nach Stauffers Ansicht nicht nur die Höhepunkte seines Wirkens darstellt, sondern auch einen aufschlussreichen Einblick in "Sinn und Methodik diplomatischer Alltagsarbeit" vermittele. Manche Episoden aus Pfeffers Berufspraxis erscheinen Stauffer allerdings ein wenig zu detailliert geschildert, derart, dass er die Geduld des "profanen Lesers" auf eine schwere Probe gestellt sieht. Auf der anderen Seite gewinnt die Darstellung seines Erachtens gerade dadurch die Qualität einer Sammlung "instruktiver Fallbeispiele zur Einführung in das diplomatische Handwerk". Insofern kann Stauffer das Buch vor allem Nachwuchskräften im Auswärtigen Amt wärmstens empfehlen.
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