Aus dem Französischen von Michael Adrian. Rom, im August 1961: Simone de Beauvoir, Claude Lanzmann und Jean-Paul Sartre treffen sich zum ersten Mal mit Frantz Fanon. Während der folgenden drei Tage entwickeln sich in Restaurants, Cafés und auf Spaziergängen Gespräche zwischen vier der bedeutendsten intellektuellen Köpfe dieser Zeit.Frantz Fanon, Schriftsteller, Psychiater und Vordenker der Dekolonisation, erzählt aus seinem Leben und von seiner Arbeit: 1925 auf der Insel Martinique, einer französischen Kolonie, geboren, kämpfte er freiwillig im Zweiten Weltkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland, studierte in Lyon, arbeitete als Arzt und war schließlich für die Nationale Befreiungsfront in Algerien tätig. Zu seinem wichtigsten Buch, "Die Verdammten dieser Erde", Analyse des Kolonialismus und Kampfschrift zugleich, verfasst Sartre im Jahr ihres Treffens das Vorwort.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2021
Rezensent Andreas Eckert staunt, wie gut sich die Graphic Novel von Frederic Ciriez und Romain Lamy dazu eignet, Frantz Fanon und die ihn umtreibenden Sachverhalte kennenzulernen. Dessen Weg ins postkoloniale Denken, Ideen und Positionen kommen im Buch gut rüber, findet Eckert. Die dreiteilige Anlage, die Revolutionsdebatten zu Fanons Zeit, seine politische Sozialisation und den Diskurs um den Kampf gegen Kolonialismus gleichermaßen erfasst, scheint Eckert aufzugehen. Ebenso überzeugend findet er das Setting: Fanon 1961 im Gespräch mit Sartre.
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