Gibt es Anlass, Moskau zu fürchten? Hat womöglich Russland Grund, dem Westen zu misstrauen? Wodurch werden die Spannungen zwischen Ost und West befeuert? Und lassen sie sich lösen? Der langjährige ARD-Korrespondent Fritz Pleitgen und der Schriftsteller Michail Schischkin erzählen von ihren Erfahrungen mit Russland und dem Westen und den Gegensätzen und Spannungen, die sich seit einigen Jahren wieder verschärfen: Zwei profunde Kenner, die erkunden, wie es nach der Ära der Entspannungspolitik und dem vermeintlichen Ende der Ost-West-Konfrontation zu der angespannten aktuellen Lage kommen konnte. Beide eint ihre Liebe zu Russland - doch in ihrer Einschätzung der Wurzeln des Konflikts sind sie Kontrahenten: Michail Schischkin kritisiert scharf Putins autoritäre Herrschaft und die Politik des Kreml. Für Fritz Pleitgen ist das Verhalten des Westens selbstgerecht und geschichtslos.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2019
Rezensent Wolfgang Taus schätzt an diesem Buch das Verbindende (die Liebe zu Russland) wie auch das Trennende (in der Problemanalyse) zwischen den beiden Autoren Fritz Pleitgen und Michail Schischkin. Die Mischung aus persönlichen und historischen Perspektiven scheint ihm fruchtbar, weil sich beide Autoren als Kenner der Materie zu erkennen geben. Die geschilderten Erfahrungen beider in der Sowjetära bis zum Ende der UdSSR und zu Putin münden laut Taus einerseits in einer Kritik des Westens (Pleitgen), andererseits in der Kritik an Putins Lügenherrschaft (Schischkin). Einig sind sich die Autoren laut Taus darin, dass russische Ideologie und russische Kultur zwei verschiedene paar Schuh sind.
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