Heike Geißler

Verzweiflungen

Essay
Cover: Verzweiflungen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518128732
Broschiert, 221 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Wo überall sitzt die Menschenfeindlichkeit? Ein Mädchen steht vor der Schwimmlehrerin und bettelt, endlich in die Fortgeschrittenengruppe zu dürfen. Dabei kann sie nur am Beckenrand ohne Leine gut schwimmen. Die Lehrerin ist gnadenlos, das Mädchen verzweifelt. Dreißig Jahre später ist Heike Geißler erwachsen und noch immer verzweifelt - aber entschlossen, sich diesem Gefühl zu stellen: Wo ist der Fehler - in Geschlechterrollen, Heroismus, Militarisierung? Was fehlt? Wo sitzt die Menschenfeindlichkeit noch überall? Im Sprechen, im politischen Handeln. In den Landesparlamenten, nicht nur in Ostdeutschland. Sie wehrt sich gegen Rechtsextremismus, feindselige Strukturen und unaushaltbare Verhältnisse. Und übt einen neuen Ansatz, einen anderen Blick. Um daraus Trost und Mut zu schöpfen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2025

Hin und weg ist Rezensent Tobias Lehmkuhl von Heike Geißlers Buch über Verzweiflung. Einem Thema, dem sich die Autorin aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig nähert. Ihr Aufwachsen in der DDR, einem Staat, der seine Bürger einsperrte, ist eine zentrale Quelle der Verzweiflung um die es hier geht, erfahren wir. Zudem schreibt Geißler darüber, wie sie vergewaltigt wurde und was diese Erfahrung mit ihr gemacht hat, außerdem über kapitalistische Verwertungslogkiken, Pegida und Putin. Lehmkuhl erinnert die Lektüre mitunter an Joan Didion, aber auch an die griechischen Mythologie: konkret an den Dämon Penthos. Er erkennt, dass es die Wut ist, die Geißler dabei hilft, sich der Verzweiflung zu stellen, wodurch das Buch einen tröstenden Charakter enthält. Nicht zuletzt ist der Rezensent auch von der sehr flexibel zwischen verschiedenen Registern  hin und her wechselnden literarischen Form dieses großartigen Buches angetan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.03.2025

Ein Buch, das einem helfen kann, die Gegenwart zu ertragen, hat Heike Geißler laut Rezensentin Cornelia Geißler geschrieben. Essays versammelt dieses Buch laut Untertitel, wobei die Rezensentin der Ansicht ist, dass die Autorin vor allem Antworten auf die Frage nach dem eigenen Befinden liefert. Und von diesen Antworten kann jeder Leser etwas lernen, findet sie, denn die Verzweiflung, die sich hier artikuliert, ist vielfältig anschlussfähig, gerade in unserer Gegenwart, etwa wenn es ums Klima oder um Krieg geht. Thematisch dreht sich viel um die aktuelle politische Lage - Stichwort Rechtsruck - und die Situation von Frauen, lesen wir weiter. Die Autorin thematisiert auch eine eigene Vergewaltigungserfahrung, so die Kritikerin. Auch feministische Stimmen wie Hélène Cixous sowie andere für die Autorin prägende Autoren wie Jürgen Fuchs kommen zu Wort. Nicht zuletzt schreibt Heike Geißler auch über ihr eigenes familiäres Leben, fährt Cornelia Geißler fort, die in den Texten dieses Bandes durchaus das Potenzial sieht, den diversen Verzweiflungen der Gegenwart etwas entgegenzustellen.

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