Religion beschäftige sich mit der jenseitigen Seele, Tauschwirtschaft mit dem materiellen Gebrauchswert so die verbreitete Ansicht. Die Ergebnisse der Ethnologie und der Geschichte belehren uns eines Besseren und zeigen die Geburt des Werts aus der kultischen Praxis. J-P. Baudets materialreiche Untersuchung liefert keine systematische Theorie, aber sie zeigt die Opferpraxis als ein zentrales Paradigma der Menschheitsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2013
Ein wenig verquast klingt, was Rezensent Michael Böhm hier aus der Schrift des bisher wenig bekannten Philosophen Jean-Pierre Baudet zusammenträgt. Aber er lässt in seiner Kritik Geduld walten und resümiert zunächst recht ausführlich, wie Baudet den Kapitalismus - den sowohl Baudet als auch sein Rezensent als "Gift" anzusehen scheinen - aus der Religion ableitet: Das religiöse Opfer soll zunächst die Abstraktionsschritte eingeleitet haben, die am Ende zum entwickelten Kapitalismus geführt haben. Böhm leuchtet daran manches ein - aber er findet die These zu allgemein: Die alten Griechen, so wendet er ein, hätten es keineswegs zum Kapitalismus gebracht, die Christen dann schon. Religion ist also nicht gleich Religion.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…