Berthold Beitz gab nur wenige Interviews und erzählte nie viel von sich selbst - bis zu diesem Buch. Joachim Käppner, renommierter Journalist der Süddeutschen Zeitung, beschreibt das faszinierende Leben von Berthold Beitz, des über Jahrzehnte hinweg wichtigsten Industriellen der Bundesrepublik. Er kam 1953 als Generalbevollmächtigter zu Krupp und machte aus dem Unternehmen, das zum Sinnbild von deutschen Kriegen und Kanonen geworden war, einen zivilen, modernen Konzern. Unbeirrt von Anfeindungen und frei von Ideologien, war Beitz einer der Vorreiter der neuen Ostpolitik und sprach sich schon früh für die Zwangsarbeiter-Entschädigung aus. Erst spät wurde bekannt, dass er 1942 bis 1944 in Polen Hunderten von verfolgten Juden das Leben gerettet hat. Von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde er dafür als "Gerechter unter den Völkern" geehrt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.12.2010
Burkhard Spinnen kann seinen Respekt vor dem Menschen und Industriellen Berthold Beitz nicht verhehlen. Joachim Käppners Biografie des für sein Engagement für Juden im Dritten Reich Ausgezeichneten, späteren Krupp-Chef hält Spinnen für ein Wagnis, da Beitz ja noch lebt und sein Biograf ihm mit erkennbarer Sympathie recht nahe kommt. Über die bekannten Daten und Fakten von Beitz' Leben hinaus gelingt es dem Autor laut Spinnen jedoch, engagiert der Frage nachzugehen, was diese Vita im Innersten zusammenhält. Die Schwierigkeiten einer solchen Fragestellung, zumal bei einem Mann der Wirtschaft, sind Spinnen bewusst. Mit Hilfe einer breiten Materialbasis, Anmerkungen und Quellennachweisen gelingt es dem Autor allerdings einigermaßen, seine Autonomie zu wahren, wie Spinnen feststellt. Und das Erfolgsrezept? Dass Käppner es nicht auf den Punkt bringt, sondern Hinweise gibt, anhand derer der Leser es sich zusammenreimen kann, genügt Spinnen voll und ganz.
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