Aus dem Englischen von Ursel Schäfer. Kaiserinwitwe Cixi (1835-1908) ist die bedeutendste Frau in der chinesischen Geschichte. Das Mädchen aus einfachen Verhältnissen wird als Konkubine für den chinesischen Kaiser ausgewählt, sie bekommt einen Sohn und übernimmt 1861 nach des Kaisers Tod selbst die Regierungsgeschäfte. Fast ein halbes Jahrhundert lang wird Cixi die Geschicke des Reichs lenken, sich als Schlüsselfigur einer Zeitenwende im Reich der Dynastien entpuppen: Im Westen lange als rückwärtsgewandte Despotin verschrien, tritt sie in Jung Changs Biografie in völlig neuem Licht auf: als die Frau, die in China die Modernisierung voranbrachte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2014
Rezensent Burkhard Müller weist darauf hin, dass Jung Changs Werk in China verboten ist und von der englischsprachigen Kritik als einseitig bezeichnet wurde. Für Müller zielt so ein Urteil am Kern des Buches vorbei, den er in der Herstellung von Kontinuität mit der älteren chinesischen Geschichte selbst in ihren finsteren Momenten erkennt. Die dazu von der Autorin aufgerufenen "schlimmsten" Jahre Chinas zur Zeit der Kaiserinwitwe Cixi lassen für Müller zwar nicht das Bild einer Persönlichkeit im westlich-neuzeitlichen Sinn entstehen, noch befriedigen sie die "indeskrete Neugier" von Biografie-Lesern, wie der Rezensent meint, als neuer Blick auf Chinas alte Geschichte aber scheint der Band ihm dennoch von Nutzen zu sein.
Ulrich Baron folgt gespannt dem Weg Cixis von der Konkubine zur Alleinherrscherin Chinas, wie ihn Jung Chang in ihrer auf "zahlreichen" zeitgenössischen Quellen basierender Biografie der Kaiserinwitwe "detailliert" nachzeichnet. Der von der Autorin mit Cixi verknüpfte Modernisierungsschub Chinas und die damit verbundene Öffnung nach dem Westen kann Baron allerdings nicht über die Grausamkeit der Dame, besonders während des Boxeraufstands, hinwegtäuschen. Ganz so mild, wie Chang sie darstellt, kann Baron Cixi nicht finden. Eher erscheint sie ihm als treibende Kraft wie als Getriebene.
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