Koloniale Verhältnisse und ihre postkolonialen Folgen prägenseit der Frühen Neuzeit die Welt und finden angesichts von Widerstandsbewegungen wie Black Lives Matter und Denkmalstürzen aktuell vermehrt mediale Aufmerksamkeit.Erhöhte Sensibilität für Gerechtigkeits- und Verteilungsfragensowie die zunehmend kritische Reflexion vonGeschichtsschreibung, literarischen und kartographischen Darstellungsweisen rufen neue Darstellungs- und Präsentationsformenhervor bis hin zum Umkartieren kolonialerGeographien und dem Umschreiben von literarischen Mythen. Die Erkenntnis, dass das Erbe des Kolonialismusbis heute Krieg, Hunger, Armut und Ausbeutung schafftund internationale Flüchtlingsbewegungen auslöst, führtzu einem Infragestellen vorhandener Machtverhältnisseund zum Ruf nach neuen, gerechteren Sicht- und Handlungsweisen. Mit Beiträgen zu einer kolonialen Gegenrede, zur postkolonialen Literatur Siziliens, zu Widerstandsbewegungen indigener Bevölkerung Südamerikas, zu Black Lives Matterund anderen mehr bietet der Sammelband einen interdisziplinärenÜberblick über koloniale und postkoloniale globaleZusammenhänge.
Komplexe Theorien macht einem dieser Sammelband verständlich, freut sich Rezensentin Renate Kraft. Das von Isabelle Staufer und anderen herausgegebene Buch widmet sich dem Postkolonialismus, und zwar, so Kraft, aus der Perspektive insbesondere zweier wissenschaftlicher Disziplinen: der Geografie sowie der Literaturwissenschaft. Die Geografen beschäftigen sich in enger Zusammenarbeit mit nichtwestlichen Kollegen und Kolleginnen damit, wie die Erschließung unbekannter Länder mit dem Kolonialismus zusammenhängt, unter anderem geht es um indigenen Widerstand. Wenn auf den Wert traditioneller Epistemologien der Unterdrückten hingewiesen wird, fragt sich Kraft allerdings, wie es zu bewerten ist, wenn diese Traditionen mit positiven Errungenschaften der westlichen Aufklärung in Konflikt geraten. Die literaturwissenschaftlichen Aufsätze setzen sich unter anderem mit Guaman Poma, einem kolonialistischen Kolonialbeamten, sowie mit Mithu Sanyals "Identitti" auseinander. Besonders schön findet die Kritikerin, dass die Texte, obwohl sie komplizierte Theorien unter anderem Homi Bhabhas thematisieren, auch für ein Nicht-Fachpublikum verständlich sind. Insgesamt, schließt die Rezension, ein wichtiger Beitrag zu einem Thema, zu dem noch lange nicht alles gesagt ist.
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