Schon Niccolò Machiavelli, Friedrich Schiller, Richard Wagner, Friedrich Engels und Karl Marx haben die Probleme von populistischen Bewegungen nachgezeichnet. Kolja Möller nutzt die historischen Erkenntnisse für eine Gegenwartsanalyse, die zeigt, wie der Populismus als Politikform funktioniert: Was ist unter "Populismus" zu verstehen? Wie schwankt der Appell ans Volk zwischen demokratischer und autoritärer Politik? In welchem Verhältnis steht der Populismus zur Verfassungsordnung, und welche Kommunikationstechniken wenden rechtspopulistische Bewegungen heute an? Das Buch skizziert die Hoffnung, dass ein guter Aufstand, der sich an den Widersprüchen unserer Zeit - wie Klimawandel und Globalisierung - orientiert, die autoritäre Welle noch einholen könnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2020
Wohlwollend folgt Herfried Münkler Kolja Möller durch den ersten Teil des Buches, in dem der Autor den antioligarchischen Aufstand der Römer und den Aufstieg Cola di Rienzos behandelt. Die Verbindung zu heute scheint ihm reizvoll, da sie aus der Distanz Vergleiche und Beurteilungen ermöglicht. Wenn der Autor im zweiten Teil dazu übergeht, die Fehler der populistischen Ära in Rom zu benennen und ihre mögliche Vermeidung heute diskutiert, geht er Münklers Meinung nach allerdings zu weit, verlässt die "analytische Distanz" und sympathisiert mit dem europäischen Linkspopulismus. Das trübt den Blick, bedauert der Rezensent.
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