Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Die Freude, Freunde wiederzusehen, die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren - unsere Empfindungen scheinen automatisch in uns aufzutauchen, sich in unserem Gesicht und in unserem Verhalten auszudrücken und unabhängig von unserem Willen einfach zu "geschehen". Dieses Verständnis von Emotionen gibt es bereits seit Platon. Was aber, wenn es falsch ist? Die renommierte Psychologin und Neurowissenschaftlerin Lisa Feldman Barrett zeigt auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass unsere Vorstellungen von Emotionen auf dramatische Weise veraltet sind - und dass wir den Preis dafür zahlen. Feldman Barrett behauptet: Emotionen sind nicht universell in unseren Gehirnen und Körpern vorprogrammiert; vielmehr sind sie psychologische Erfahrungen, die jeder von uns auf der Grundlage seiner einzigartigen persönlichen Geschichte, Physiologie und Umwelt konstruiert. Diese neue Sichtweise hat zentrale Folgen: Denn wir haben größeren Einfluss auf die Entstehung, Art und Intensität unserer Gefühle, als wir denken.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.06.2023
670 Seiten sind natürlich eine Hausnummer, gibt Rezensent Volkart Wildermuth zu, aber für ihn hat sich die Lektüre von Lisa Feldman Barretts Buch über die Konstruiertheit von Emotionen doch gelohnt. Sie erörtert anhand diverser Beispiele, dass Gefühle und ihre Wahrnehmung nicht in Stein gemeißelt sind, sondern von uns beispielsweise als Trauer oder Wut interpretiert werden, obwohl sie eigentlich nur eine Art Energielevel des Körpers - positiv oder negativ - weitergeben, staunt Wildermuth über den kühnen Ansatz der Psychologin. Auch wenn ihm die Ausführungen zu psychischen Krankheiten weniger behagen, ist er sich sicher, dass dieser neue Ansatz für Aufsehen sorgen dürfte.
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