Manfred Geier

Die Liebe der Philosophen

Von Sokrates bis Foucault
Cover: Die Liebe der Philosophen
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2020
ISBN 9783498025434
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Liebe ist ein Dauerbrenner der Philosophie. Doch was geschah wirklich, wenn Philosophen nicht nur dachten, sondern auch liebten, von den anfänglichen Spielen der Verführung bis zum Höhepunkt der sexuellen Lust? Manfred Geier hat dem Lustprinzip nachgeforscht, das in Leben und Werk der großen Denker als Antriebskraft wirksam war. An elf sexualbiografischen Fällen, von Sokrates und Augustinus bis Martin Heidegger und Michel Foucault, dokumentiert das Buch, dass die Philosophen ohne ihre erotische Lust keine Liebhaber der Weisheit geworden wären.Ein ungewöhnlicher Einblick in den libidinösen Untergrund philosophischer Höchstleistungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2020

Rezensent Dieter Thomä scheint ein bisschen enttäuscht, dass Manfred Geier in seinem neuen Buch über die Zusammenhänge zwischen Liebe und Denken großer Philosophen vor allem seine etwas abgerittenen Steckenpferde sattelt. Dass Geier "sexualbiografisch" nach Sokrates, Rousseau, Wittgestein, Foucault schielt, aber nicht etwa nach John Stuart Mill oder Sartre und Beauvoir, findet Thomä bedauerlich. Zumal der Autor es laut Thomä versteht, die Verbindung von Privatem und Werk in Worte zu fassen und über kleine Szenen mächtige Themen anzugehen. Allein die Schilderung von Rousseaus früher, drastischer Begegnung mit der Onanie und was daraus für sein Werk folgt, findet Thomä jedenfalls höchst lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.09.2020

Rezensentin Marianna Lieder will schon die Hände überm Kopf zusammenschlagen angesichts von Manfred Geiers historischer Überblicksdarstellung zu Philosophenlibido. Dass im Buch keine einzige Frau vorkommt (außer als Objekt der Begierde), scheint ihr enorm. Dann allerdings überzeugt sie der Autor mit einer verblüffenden Erklärung, liefert eine gelungene Arbeit ab, die sexuelle Gepflogenheiten im alten Griechenland ebenso einbezieht wie Foucaults SM-Orgien, ohne Voyeurismus allerdings und ohne küchenpsychologische Ausrutscher. Bemerkenswert, findet die Rezensentin schließlich, schon wegen der Material- und Personalfülle.

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