Ihr Leben ist zwischen Assessment Center und Zumba Gymnastik gespannt. Sie programmieren den Produktionsapparat, konstruieren seine Maschinerie, vermarkten die Produkte, entwickeln neue, bilanzieren das Geschäftsergebnis und erholen sich im all inclusive-Urlaub: Die Angestellten. Sie dominieren heute die Prozesse der Gesamtgesellschaft. Der Arbeitnehmer sei mächtiger denn je, lesen sie. In der Tretmühle des Bürobetriebs, von Projekt zu Projekt gehetzt, merken die Angestellten nichts davon. Vielmehr erleben sie den bedrohlichen Strukturwandel als ein Donnergrollen, unbeeinflussbar. In der arbeitsfreien Zeit leben die Angestellten Fluchtphantasien aus; so mit dem Rucksack, dem allradgetriebenem SUV, dem kostengünstigen ETF, dem Tattoo. Die Phantasien gehen auf ein Leben, das längst möglich wäre. Aber das selbstfahrende Auto, die regelmäßig ausgerufene technologische Revolution soll sie faszinieren - nicht der Gedanke an die greifbare radikale Reduktion gesellschaftlich notwendiger Arbeit.
Rezensent Micha Brumlik sieht in dem Buch des ehemaligen IG-Metall-Mannes Peter Kern eine lesenswerte Belebung der Klassenanalyse. Wenn der Autor in über 20 Kapitel den Angestellten von heute betrachtet, sieht Brumlik ihn in Kracauers Fußstapfen treten. Letztere sind zwar groß, findet der Rezensent, doch Kerns "luzide" wie "anschauliche" Studie taugt gut als Quelle für die Erkundung sowohl des Rechtspopulismus als auch der "Gesellschaft der Singularitäten", glaubt er.
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