2013 endet in München eine Ära. Michael Krüger, der langjährige Leiter des Hanser Verlags, zieht sich aus dem aktiven Verlagsgeschäft zurück. Er hat nicht nur den Verlag geleitet und die Zeitschrift Akzente herausgegeben. Als Dichter und Schriftsteller, als Kritiker, Herausgeber und Übersetzer bleibt er weiterhin aktiv. Im deutschen Kulturleben ist er omnipräsent und unverzichtbar.Zu seinem 80. Geburtstag legt der leidenschaftlich Lesende, Schreibende, Verlegende nun eine Rückschau auf sein reiches Leben vor. Er berichtet von seiner Kindheit in Sachsen-Anhalt, seiner Jugend in Berlin, der Arbeit in München, den literarischen Reisen und von der Fülle seiner Begegnungen und Erlebnisse mit deutschsprachigen und internationalen Dichtern; mit den meisten war er befreundet. Im Anhang ein Gespräch mit Knud Cordsen
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2023
Restlos begeistert ist Rezensent Arno Widmann von dem Erinnerungsband des Verlegers Michael Krüger. Wirklich alles, worüber Krüger schreibt, haut Widmann um und erinnert ihn daran, wie wichtig dessen verlegerisches Werk für seine eigene Erziehung des Herzens war. Böse Worte verliert der Autor über keinen einzigen Menschen, so der Rezensent, man würde denken, das ist öde, ist es aber nicht: Da ist einfach einer, der überall Schönheit sucht und findet und dann auch noch wahre Gedanken über die Allgegenwart Hitlers in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg aufschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2023
Rezensentin Andrea Köhler vermisst die Frauen der Literatur in Michael Krüger Erinnerungen. Der aus Preisreden, Gedichten und Begegnungen bestehende Band scheint ihr dabei dennoch lesenswert, erzählt er doch von einem Leben für und mit der Literatur, ohne den Klatsch zu bedienen. Den Lehrjahren folgen die Wanderjahre und eine endlose Folge großer und weniger großer Namen der Literatur. Nur die Frauen stehen in Klammern oder werden als Ehefrauen eingeführt, moniert Köhler.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2023
Rezensent Kurt Kister kennt Michael Krüger als umtriebigen Verleger und Dichter. Krügers Erinnerungen an Begegnungen mit Lyrikern und Lyrikerinnen aus (fast) aller Welt liest er daher mit großem Vergnügen. Auch wenn es subjektiv, sprunghaft und anekdotisch zugeht, für den interessierten Leser, versichert der Rezensent, fällt immer etwas ab. Über die Prominenz der Großdichter und Verleger schreibt Krüger ausgiebig. Am besten aber gefallen Kister die Abschnitte, wo Krüger einen eher unbekannten Autor ins Licht rückt. Und dann sind da noch Geburtstags- und Grabreden und Nachrufe. Ein pralles Büchlein, das durchaus fortgesetzt werden könnte, freut sich Kister.
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