Was ist aus den etwa 200.000 politischen Gefangenen der DDR geworden? Sibylle Plogstedt hat 25 von ihnen aufgesucht und festgestellt, dass die Helden und Heldinnen von einst heute in Armut leben. In der DDR haben sie Berufsverbot, Haft und psychische Folter in Kauf genommen. Gegenwärtig muss fast die Hälfte von ihnen mit weniger als 1.000 Euro im Monat auskommen, Frauen sogar mit noch weniger. Etwa 13 Prozent der politischen Häftlinge beziehen Hartz IV. Obendrein sind sie belastet durch psychische Traumata bis hin zu Suizidversuchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2011
Passabel scheint Rezensent Karl Wilhelm Fricke diese Studie über die Situation von ehemaligen politischen Häftlingen der DDR seit der deutschen Wiedervereinigung. Basierend auf der Auswertung von 802 Fragebögen, 24 ausführlichen Interviews und Gesprächen mit weiteren Fachkollegen vermittelt die Arbeit für ihn zahlreiche Erkenntnisse über das Schicksal der Opfer. Sibylle Plogstedt untersucht darin nach Frickes Angaben die Haftbedingungen, das Leben nach der Entlassung, die Auswirkungen der politischen Verfolgung auf Familienangehörige und die posttraumatischen Belastungsstörungen der ehemaligen Häftlinge. Die Studie bietet seines Erachtens eine Fülle höchst informativer Daten und Statistiken, die das Kollektivschicksal von 200.000 bis 250.000 Verfolgten widerspiegelten. Allerdings mangelt es der Studie in seinen Augen an ein wenig an Sorgfalt und Systematik.
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