Stefan Breuer beschäftigt sich mit der Grundfrage, aus welchen prähistorischen Frühformen sich staatliche Herrschaft entwickelte. Auf Grundlage von Erkenntnissen der Ethnologie, Archäologie, Geschichte und Soziologie zeichnet er eine fulminante Synthese des Entstehens von Staatlichkeit in Ozeanien, Südamerika, China, Mesopotamien, Ägypten und der Ägäis. Die Wurzeln staatlicher Organisation, der charismatische Staat, die sich evolutionär aus den Stammesgesellschaften entwickelten und durch religiöse Komponenten aufgeladen wurden, werden hier zu einem klaren Bild zusammengefügt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2015
Urs Hafner wünscht sich mehr Systematik in Stefan Breuers Versuch, den Staat als uralte Menschheitserfindung darzustellen. Von der Jungsteinzeit über Griechenland bis zu Beispielen aus Ägypten und den Anden zeigt ihm der Autor unter Einbezug einer beeindruckenden Menge an Forschungsliteratur und für den Laien verständlich gefasst verschiedene staatliche Organisationsformen. Dass der Autor sich dabei als Weberianer präsentiert und mit Begriffen Webers arbeitet, scheint für Hafner in Ordnung, solange Breuer mit Weber das charismatische Moment in staatlichen Frühformen identifiziert. Wenn Breuer hingegen egalitär organisierte Gemeinwesen nicht als staatlich anerkennt, vermutet der Rezensent ein Durchschlagen der Weberschen die Demokratie eher gering schätzenden Sicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2014
Mit großem Interesse hat Rezensent Jan Assmann Stefan Breuers Buch "Der charismatische Staat" gelesen. Von dem Hamburger Soziologen lernt er, dass das Charisma eines Staates von dem Maße abhängt, in dem er seine Legitimation und Attraktivität aus der transzendenten Sphäre von Ahnengeistern oder Göttern bezieht und wie die Spitze des Staates dies etwa durch Opfer oder monumentale Architektur untermauert. In erster Linie dankt der Kritiker dem Autor für sein Verdienst, dem Sakralen neben den politischen und ökonomischen Motiven der Macht die nötige Wertschätzung verliehen zu haben. Das Buch lobt Assmann insbesondere für die brillante Recherche, den neuesten Stand der Forschung, die bewundernswerte Anschaulichkeit und den vorbildlichen Umgang mit Fachterminologie. Allerdings hätte sich der Rezensent neben Abbildungen auch ein Glossar gewünscht, das die Fachbegriffe erklärt.
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