Sollten muslimische Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen dürfen? Ist es gerecht, wenn Frauen bei der Vergabe von Arbeitsplätzen bevorzugt werden? Sollten die Kinder der Amish von der Schulpflicht befreit sein? Rechte von Minderheiten beschäftigen zunehmend die aktuelle Rechtsprechung und Politik. In der philosophischen Debatte sind sie nicht zuletzt deswegen so umstritten, weil sie dem Gleichheitsgedanken zu widersprechen scheinen. Es zeigt sich jedoch, dass die Anerkennung von Minderheitenrechten unter bestimmten Umständen moralisch gefordert ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.01.2004
Muss das Kopftuch als Symbol der kulturellen Identität eines Individuums besonders geschützt oder als politische Demonstration geächtet werden, fragt sich Detlef Horster in seiner Besprechung dieses "scharfsinnigen" Buchs, das die Rechte von Minderheiten untersucht. Die Autorin biete eine "systematische Orientierung" in dem moralisch-rechtlichen Dilemma, ob Individuen "ein Recht auf Freiheiten haben, auf die andere verzichten müssen", so der Rezensent. Sollte eine Frau bei Bewerbungen eine Bevorzugung genießen, die Männern versagt bleiben und sollte ein Angehöriger der Amish-Sekte von der allgemeinen Schulpflicht befreit werden, fragt Horster und stellt fest, dass auch Boshammer keine eindeutige Antwort gebe und am Ende auf die Bewertung des Einzelfalles verweise. Gerade dieses "sorgfältige Vorgehen" findet unser Rezensent lobenswert.
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