Vorgeblättert

Wolfgang Kraushaar: Keine falsche Toleranz!

27.10.2022. Vor dreißig Jahren erschütterte eine Serie rechtsextremer Mordattentate Deutschland, oder genauer: Es dauerte eine ganze Weile, bis Deutschland erschüttert war. Unterdessen entfaltete sich zwar nicht mit direkter Kooperation staatlicher Stellen, aber doch mit stillschweigender Duldung ein düsteres Szenario des Terrors. Wie verankert der Rassismus selbst in der CDU war, zeigen Pläne Helmut Kohls aus den achtziger Jahren, die Zahl der Türken in Deutschland zu halbieren. Kohl stand bis zuletzt dazu. Ein Vorabdruck aus Wolfgang Kraushaars neuem Buch "Keine falsche Toleranz! Warum sich die Demokratie stärker als bisher zur Wehr setzen muss".
Wolfgang Kraushaar: Keine falsche Toleranz!
Warum sich die Demokratie stärker als bisher zur Wehr setzen muss

Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2022,
gebunden, 606 Seiten, 34 Euro

Erscheint am 15. November

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Klappentext: Der Neonazismus, so Wolfgang Kraushaar, ist längst noch nicht überwunden und stellt die Demokratie vor neue Herausforderungen. Diese werden nur dann zu bestehen sein, wenn sich Staat und Zivilgesellschaft neu positionieren. Da die Gefährdungen immer mehr von der Mitte der Gesellschaft ausgehen, bedarf es einer grundlegenden Reorganisation der Sicherheitsarchitektur.

Zum Autor: Wolfgang Kraushaar, geboren 1948, arbeitete bis 2015 als Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung und forscht seitdem an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur über Protestbewegungen sowie die RAF und den internationalen Terrorismus. 2004 nahm er eine Gastprofessur an der Beijing Normal University wahr, zudem Lehraufträge an den Universitäten Hamburg, Berlin (FU) und Zürich. Einen Namen hat er sich insbesondere mit der Historisierung der 68er-Bewegung und des linken Terrorismus gemacht. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Die Protest-Chronik" (1996), "Frankfurter Schule und Studentenbewegung" (1998), "Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus" (2010) und "Die 68er-Bewegung international" (2018).

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