Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.05.2025 - Architektur

Laura Weißmüller besucht für die SZ in London die aus Köln stammende Architektin Annabelle Selldorf, die gerade bei den "Fürsten des Kunstmarkts" super angesagt ist. Ihre ersten Entwürfe für die Sanierung des denkmalgeschützten Sainsbury Wing von Venturi und Scott Brown am Trafalgar Square wurden allerdings heftig kritisiert: Wie eine Flughafenlounge sehe das aus, hieß es. Woraufhin Selldorf ihren Entwurf abwandelte und etwas näher an den Postmodernismus der Erbauer rückte. "Die Säulen im Erdgeschoss etwa habe sie an das angepasst, was schon im zweiten Stock existierte. Gleichzeitig wurden diese verschlankt und zwei davon entfernt. Statisch war das leicht möglich." Zuspruch dafür fand sie übrigens in einem Brief, den der 2022 verstorbene Mäzen John Sainsbury in eine der Säulen hat eingipsen lassen: "Es sei hiermit informiert, dass einer der Stifter dieses Gebäudes absolut erfreut ist, dass Ihre Generation beschlossen hat, auf die unnötigen Säulen zu verzichten."

Weitere Artikel: Der Fasanenplatz in Berlin Wilmersdorf soll Mittelpunkt eines Kulturquartiers Fasanenplatz werden. Doch der Fasanenplatz gehörte zu einem Ensemble aus vier Plätzen, darunter der Prager Platz, der Nikolsburger Platz und der Nürnberger Platz, erinnert Detlev Schöttker, der sich für eine Renovierung auch des kriegszerstörten Nürnberger Platzes einsetzt, in "Bilder und Zeiten" (FAZ). Und Felix Ackermann besucht, ebenfalls für "Bilder und Zeiten" das Residenzschloss der Hohenzollern, später Hitlerresidenz, im polnischen Poznan.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.05.2025 - Architektur

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Michael Mönninger bespricht in der FAZ einen von Philipp Meuser und Kassem Taher Saleh herausgegebenen Sammelband mit Texten, die für eine Wende in der Baupolitik plädieren - weg von Neu-, hin zu Umbauten. Die Vorteile insbesondere für die Umwelt liegen auf der Hand. Warum tut sich bislang nichts? "Die in Berlin lehrende Architektin Elisabeth Broermann von der Initiative 'Architects for Future' zeigt eingangs, wie schwer es ist, Umbau gegen Abriss durchzusetzen. Anstelle der auf Jahrhunderte angelegten Lebensdauer vormoderner Gebäude werden Neubauten heute nach spätestens vierzig Jahren Nutzung entsorgt. Denn aktuelle Baugesetze und Vorschriften sind laut Broermann für neue Gebäude standardisiert, wogegen Um-, An- und Ausbauten im Bestand stets Sondergenehmigungen brauchen und häufig an hohen technischen und energetischen Neubaustandards scheitern. Besser sei ein 'Bestandsschutz', damit Umbauten nur den Schall-, Brand- und Wärmedämmauflagen des Altbaujahres unterliegen."

Die Frankfurter Küche war, lernen wir von Matthias Alexander in der FAZ, nicht, wie bisher angenommen, ein Werk Margarete Schütte-Lihotzkys. Verantwortlich war vielmehr, wie die Kunsthistorikerin Christina Treutlein herausgefunden hat, ein Kollektiv unter Leitung von Carl-Hermann Rudloff.
Stichwörter: Baupolitik, Umbau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.05.2025 - Architektur

Für weitere Länderpavillons in den Giardini in Venedig ist seit mehr als dreißig Jahren kein Platz mehr - eine Ausnahme wurde jetzt für das Emirat Katar gemacht, das derzeit mit einem provisorischen Pavillon der pakistanischen Architektin Yasmeen Lari, bald dann von einem Bau der libanesisch-französischen Architektin Lina Ghotmeh vertreten sein wird, berichtet Marcus Woeller in einer von Qatar Museums unterstützten Recherche in der Welt. Entsprechend vage schreibt Woeller zu den Gründen für die Ausnahme: "Entscheidender Impuls war die Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen Katar und Venedig, die im Juni 2024 unterzeichnet wurde. Ihr folgte eine Spende des Emirats in Höhe von 50 Millionen Euro an die Stadt. … Das Abkommen wurde an dem Tag bekannt gegeben, an dem Qatar Airways die Direktverbindung zwischen der katarischen Hauptstadt Doha und Venedig wieder aufnahm. Zu hören war nun, das Geld könne genutzt werden, um den Flughafen besser an die Stadt anzubinden."

Weitere Artikel: Die NZZ erscheint heute als dem Architekten Santiago Calatrava gewidmete Künstler-Ausgabe. Roman Bucheli spricht mit dem Spanier, der etwa für die Kronprinzenbrücke in Berlin verantwortlich zeichnet, über seinen Weg von der Malerei zur Architektur und die Spiritualität seiner Arbeit. In einem weiteren Artikel blickt Philipp Meier auf Calatravas Werk.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.05.2025 - Architektur

Bild: Detail of the Tornado. Artist impression, MAD Architects

Längst überfällig erscheint es in der SZ dem Amsterdamer Dramatiker Geertjan de Vugt, dass neben Belgien und Dänemark nun auch im niederländischen Rotterdam ein Migrationsmuseum eröffnet: das "Fenix". Gezeigt werden Werke von Hans Holbein d. J. über August Sander bis hin zum Porträt des afghanischen Mädchens Sharbat Gula, das einst das Cover der National Geographic zierte. Es ist aber vor allem die Architektur des chinesischen Architekturbüro MAD Architects, die Vugt beeindruckt. Wie ein "Schwimmbad mit Wasserrutsche" erscheint ihm der Entwurf des Architekten Ma Yansong, der den aus dem Jahr 1923 stammenden sogenannten "San Francisco-Schuppen", einst eine der größten Verladehallen der Welt, umgebaut hat: "Im Zentrum des Entwurfs steht die wie ein Tornado geformte, 550 Meter lange Treppe aus rostfreiem Stahl, die das Gebäude durchschneidet und die zum eigentlichen Blickfang des Museums wird. 'Es sieht aus wie eine schwebende Struktur', sagte Ma Yansong am vergangenen Mittwoch bei der Führung für die Medien. 'Aber in Wirklichkeit sind es zwei ineinander verschlungene Treppen." Im Guardian verrät uns John Kampfner etwas mehr über die Ausstellung.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.05.2025 - Architektur

In der FAZ schaut Klaus Englert an der Fassade von Bjarke Ingels "kolossaler siebengeschossiger Betonstruktur" in Kopenhagen hoch, in dem sich das neue Büro des Stararchitekten befindet: "Ingels und der zweite Entwurfsarchitekt Frederik Lyng wollten auf der Spitze von Sundmolen offenkundig unbedingt ein architektonisches Manifest errichten, mit betont brutalistischer Manier und skulpturaler Ästhetik. Wer sich dem Gebäude nähert, steht vor massiven, aufeinandergestapelten Betonfertigteilen, die das Tragwerk bilden. In den Zwischenräumen sind riesige Fensterbänder platziert, die den rund 250 Mitarbeitern einen malerischen Ausblick auf Hafenbecken und Altstadt gewähren. Der besondere Clou der Konstruktion sind die in das Beton-Glas-Schachbrettmuster eingefügten Dreieckselemente, die sich auf jedem Geschoss zu einer Terrasse formen - und zugleich den Weg zur Feuertreppe bahnen. Diese mit dem Tragwerk verbundene Außentreppe windet sich einmal um das ganze Haus."

Maximilian Probst wandert für die Zeit durch die Architekturbiennale in Venedig (unsere Resümees), die ihren Anspruch auf klimagerechtes Bauen nicht ganz erfüllen kann: "Diese Biennale bleibt in sich zerrissen: Das alte Technikdenken, der gewohnte Fortschrittsglaube führen in die Irre, das ist vielerorts zu spüren. Doch noch immer wird die kluge Skepsis an den Rand gedrängt, noch immer will man sich für neue Spektakelprojekte begeistern. Nicht zufällig ging der Goldene Löwe für den besten Pavillon an den Petrostaat Bahrain, der munter neue Ölfelder erschließt, Beton-, Glas- und Stahlfassaden im Globalstil hochzieht und dennoch in seinem Pavillon Schatten spendende lokale Bauweisen vorstellt."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.05.2025 - Architektur

Der ukrainische Pavillon auf der Architekturbiennale widmet sich dieses Jahr traditionellen Bautechniken, die dabei helfen sollen, Kriegsschäden zu beheben. Jeva Griskjane unterhält sich auf monopol mit den am Projekt beteiligten Bogdana Kosmina, Michał Murawski und Kateryna Rusetska. Rusetska erläutert die Relevanz des Themas: "Der Wiederaufbauprozess in der Ukraine ist einzigartig - es geht nicht darum, Felder mit Containern zu füllen oder hoch aufragende Gebäude zu errichten. Stattdessen konzentrieren sich die Bemühungen auf tief verwurzelte, oft unsichtbare ländliche Gemeinschaften, selbst an Orten, wo der Wiederaufbau Monate oder sogar Jahre dauern kann. Dieser Ansatz spiegelt eine Verlagerung hin zu einer weniger ehrgeizigen, aber aussagekräftigeren Architektur wider, die mit dem arbeitet, was bereits vorhanden ist. Deshalb betonen wir das Erbe - nicht nur das in der Ausstellung gezeigte Erbe, sondern auch das aus der Sowjet-Ära. Es ist wichtig, diese Überreste nicht auszulöschen oder abzureißen, sondern sie mit Bedacht zu integrieren."

Ebenfalls auf monopol bespricht Katharina Cichosch ein Buch über Ökohäuser.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.05.2025 - Architektur

Niklas Maak streift für die FAS weiter über die Architekturbiennale in Venedig, die sich dem nachhaltigen Bauen und dem Umgang mit Ressourcen widmet: "Sehenswert ist der Pavillon von Bahrain, hier findet sich das architektonisch überzeugendste und relevanteste Objekt, das ebenfalls für Abkühlung sorgen will: ein silbrig schimmerndes Dach, das einen geothermischen Brunnen und einen Solarkamin durch eine thermohygrometrische Achse verbindet und so kalte Luft aus der Tiefe des Bodens verteilt. Und sonst? Der Pavillon von Usbekistan erinnert an ein Giga-Projekt, das 'Sun Institute', in dem die untergehende Sowjetunion für Experimente einen 3000 Grad heißen Lichtstrahl erzeugen wollte, und fragt, was mit dem Infrastrukturbau heute gesehen soll." In der wochentaz berichtet Sophie Jung. In der WamS widmet sich Marcus Woeller der von Carlo Ratti kuratierten Biennale-Ausstellung: "Intelligens. Natural. Artificial. Collective".

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.05.2025 - Architektur

Niklas Maak teilt in der FAZ Impressionen von der 19. Architekturbiennale in Venedig. Vom deutschen Pavillon ist der Kritiker schwer beeindruckt: Das Thema Klimwandel wird hier nicht anhand neutraler Statistiken verhandelt, sondern "wie ein Thriller". Man kann sogar am eigenen Leib erfahren, wie sich städtische Überhitzung auf den Körper auswirkt: "Solarstromgeneratoren auf dem Dach betreiben eine Heizanlage, die eine von Metall- und Glasfassaden gesäumte Straße bei Sommerhitze simuliert, man kann sich selbst auf Wärmekamerabildern beobachten, wie man einen knallroten Kopf bekommt und die Farbe eines gekochten Hummers annimmt." Aber, die Kuratoren Nicola Borgmann, Elisabeth Endres, Gabriele Kiefer und Daniele Santucci zeigen Maak auch, wie es anders sein kann: "Im linken Raum sieht man Lösungen; dort weht dank offener Fenster ein kühler Wind, man kann unter hohen Hainbuchen sitzen, unter denen es, wie eine Legende an der Wand erklärt, bis zu zehn Grad kühler ist als auf einem leeren Platz; dazu gebe ein Baum bis zu 400 Liter Wasser an seine Umgebung als feuchten Dunst ab."

Auch Peter Richter ist in der SZ überzeugt vom deutschen Konzept. In der Hauptausstellung, die der Architekt Carlo Ratti kuratiert hat, bekommt er außerdem eine Fülle an Ideen zum Städtebau der Zukunft serviert: "Konkret zeigt Carlo Ratti Bautechniken und Materialien, die der Natur abgeschaut sind. Da sind Steine, die von Bakterien zum Dampfen gebracht werden, da schwimmen Wäldchen auf Booten in der Lagune, und da sind ganze Armeen von 3-D-Druckern am Werk, die Häuschen auf Dächer aufpfropfen, Plastik recyceln, historische Steinmetztechniken schneller hinkriegen als Steinmetze. Roboter surren, künstliche Intelligenzen lernen vor sich hin, aber auch die hängende Brücke der Waldbeschützer vom Hambacher Forst hängt hier, als soziale Protestarchitektur."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.05.2025 - Architektur

Ulf Meyer besucht für die NZZ den Neubau des Musée des Beaux-Arts in Rennes, entworfen vom Büro Titan aus Nantes, das mitten in einem strukturschwachen Stadtteil steht und nicht die Bewohner zur Kunst, sondern die Kunst zu den Bewohnern bringen soll: "Der Kontrast zwischen den dunklen Räumen mit ihrem höhlenartigen Beton, aus dem die Wände bestehen, und der hellen Galerie in der unteren Etage gehört zur wirkungsvollen Szenografie des neuen Museums. Die Straßenfassade aus Glasbaustein erinnert nicht nur an die berühmte Maison de Verre in Paris. Ein rundes Oculus lässt zusätzliches Oberlicht in den Saal fallen. Ein Oberlichtband aus rahmenlosem Glas erlaubt es Besuchern, anderen beim Schauen zuzuschauen. Den Kontrast von roh und fein spielen die Architekten auch bei der Wahl der Materialien aus: Der herbe, graue Beton ist sandgestrahlt, die halbrunde Wendeltreppe und der runde Fahrstuhlturm spielen ebenfalls mit der Beton-brut-Ästhetik. Die ausgestellten Kunstwerke wirken in diesem Interieur umso delikater."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.05.2025 - Architektur

In der FAZ gibt Hannes Hintermeier ein Update zum Streit um die geplanten 155 Meter hohe Türme, die der Münchner Stadtrat auf dem Gebiet der alten Paketposthalle trotz Bürgerentscheid bauen will (unser Resümee): "In seiner Sitzung am Mittwoch hat der Stadtrat auf seiner Planungshoheit bestanden und entschieden, das Bürgerbegehren nicht zuzulassen."
Stichwörter: Paketposthallen-Areal