Niklas Maak teilt in der
FAZ Impressionen von der
19. Architekturbiennale in Venedig. Vom deutschen Pavillon ist der Kritiker schwer beeindruckt: Das
Thema Klimwandel wird hier nicht anhand neutraler Statistiken verhandelt, sondern "
wie ein Thriller". Man kann sogar am eigenen Leib erfahren, wie sich städtische Überhitzung auf den Körper auswirkt: "Solarstromgeneratoren auf dem Dach betreiben eine Heizanlage, die eine von Metall- und Glasfassaden gesäumte Straße bei Sommerhitze simuliert, man kann sich selbst auf Wärmekamerabildern beobachten, wie man einen knallroten Kopf bekommt und die Farbe eines
gekochten Hummers annimmt." Aber, die Kuratoren Nicola Borgmann, Elisabeth Endres, Gabriele Kiefer und Daniele Santucci zeigen Maak auch, wie es anders sein kann: "Im linken Raum sieht man Lösungen; dort weht dank offener Fenster ein kühler Wind, man kann unter
hohen Hainbuchen sitzen, unter denen es, wie eine Legende an der Wand erklärt, bis zu zehn Grad kühler ist als auf einem leeren Platz; dazu gebe ein Baum bis zu 400 Liter Wasser an seine Umgebung als feuchten Dunst ab."
Auch Peter Richter ist in der
SZ überzeugt vom deutschen Konzept. In der Hauptausstellung, die der Architekt
Carlo Ratti kuratiert hat, bekommt er außerdem eine Fülle an Ideen zum Städtebau der Zukunft serviert: "Konkret zeigt Carlo Ratti Bautechniken und Materialien, die der Natur abgeschaut sind. Da sind Steine, die von Bakterien zum Dampfen gebracht werden, da schwimmen
Wäldchen auf Booten in der Lagune, und da sind ganze
Armeen von 3-D-Druckern am Werk, die Häuschen auf Dächer aufpfropfen, Plastik recyceln, historische Steinmetztechniken schneller hinkriegen als Steinmetze. Roboter surren, künstliche Intelligenzen lernen vor sich hin, aber auch die hängende Brücke der Waldbeschützer vom Hambacher Forst hängt hier, als soziale Protestarchitektur."