Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.08.2017 - Design

Brigitte Werneburg spricht in der taz mit Dorothee Wenner über deren Web-Serie "Kinshasa Collection", die sich mit Facetten des internationalen Textilhandels und kongolesischer Mode beschäftigt. Unter anderem gehe es "um das Lingala-Wort 'Kizobazoba'. Das bezeichnet einen typisch kongolesischen Stil, sich zu kleiden. Etwa streetwear, kombiniert mit afrikanischen Elementen, dazu ein wenig Adidas an den Füßen oder ein Hauch Versace unterm Jackett - muss nicht zwingend original sein. Hauptsache, das Ergebnis sieht schick aus. Kizobazoba bedeutet in unserem Projekt aber auch: das Experiment einer neuen Form der Zusammenarbeit: transkontinental, mit Künstlern aus unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Internet, Film und Live-Event."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.08.2017 - Design

In der NZZ arbeitet Klaus Bartels die Etymologien und Unterschiede der Begriffe "Mode" und "Modern" heraus und stellt dabei fest: "Als das '(Ala-)Modische' modisch wurde, war das "Moderne" längst eine Antiquität." Im ZeitMagazin befasst sich Tillmann Prüfer indessen mit dem Verhältnis zwischen Mystik und Mode.
Stichwörter: Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.08.2017 - Design

Im Zeit Magazin erinnert Katharina Pfannkuch an den Modedesigner Rudi Gernreich, der heute 95 Jahre alt geworden wäre und für die Erfindung des Tanga verantwortlich zeichnete: "Aufreizend war das nicht gemeint. Im Gegenteil: Gerade mit der Normalisierung von Nacktheit wollte er die dauerhafte Sexualisierung nackter Körper überwinden. 'Die Befreiung des Körpers wird unsere Gesellschaft von ihrem sexuellen Komplex heilen', so seine Hoffnung. Nackte Emanzipation. Eine Idee, die 2017 immer noch genauso Zeitgeist und genauso nötig ist, wie sie es 1974 war."

Für den Tagesspiegel hat Bernhard Schulz die große, dem zuletzt vielgewürdigten Designer Willy Fleckhaus gewidmete Ausstellung in München besucht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.08.2017 - Design

Für die Literarische Welt hat Adriano Sack Mary Blumes Biografie über den Couturier Cristobal Balenciaga gelesen: Dieser war "der vielleicht reinste unter den klassischen Designern. Weder Selbstdarstellungssucht noch sozialer Ehrgeiz oder Marketinggeschick überschatteten seine Schneiderkunst. Er war besessen davon, die perfekte Symbiose aus Stoff und Körper zu schaffen und verwandte mehr Sorgfalt in den Schnitt eines Ärmels als andere Kollegen für eine ganze Kollektion."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.08.2017 - Design


Links: Sottsass' Reiseschreibmaschine Valentine für Olivetti, 1969. Rechts: Zeichnungen für die Lampen Tahiti und Cavalieri, 1981

Unbedingt sehenswert! ruft Laura Weißmüller in der SZ nach dem Besuch einer Ausstellung des österreichisch-italienischen Designers Ettore Sottsass im Vitra-Design-Museum. Sottsass, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, hatte einen Freiheitsdrang und Widerspruchsgeist, den sie heute noch vorbildlich findet: "1965 erklärte er in der Zeitschrift Domus: 'Meine Möbel sind unwichtig und unbedeutend, die Idee wäre, neue Möglichkeiten, neue Formen, neue Symbole zu erfinden: Auf Dinge zu klettern, die kurz vorm Sterben sind, um zu sehen, ob es möglich wäre, eine andere Energie, ein anderes Leben, eine andere Dynamik ins Leben der Menschen zu bringen.' Genau das macht Sottsass heute so aktuell: sein Wunsch, Produkten mehr abzuverlangen als eine vernünftige Funktion oder ein ansprechendes Äußeres. Ihm ging es um die Aussage, seine Entwürfe sah er als kritischen Kommentar zur Gegenwart." (Auch das Met Breuer in New York eröffnet am 21. Juli eine Sottsass-Ausstellung, mehr dazu bei Dezeen)

Besprochen wird Fabian Hegholz' Band über die von Schinkel gestaltete Inneneinrichtung der Wohnung Friedrich Wilhelm IV. im Berliner Schloss (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.07.2017 - Design

Für das ZeitMagazin spricht Herlinde Koelbl mit Pierre Bergé, dem langjährigen Lebenspartner von Yves Saint Laurent. Sie hätten beide ein "unabhängiges Leben" geführt, sagt er. "Nicht die Mode oder die Kunst hat uns zusammengehalten, die große Triebkraft in unserer Beziehung war die Sexualität. Sie war uns beiden sehr, sehr wichtig. Im Gegensatz zu mir hatte Yves keinerlei Interesse an Musik oder Malerei. Yves liebte nur sich selbst. Aber wenn man das Leben eines großen Künstlers teilt, muss man das akzeptieren und seine eigenen Träume aufgeben. Und doch ist es an der Seite eines Künstlers fantastisch."

Besprochen wird eine Ausstellung über Sperrholz im Victoria & Albert Museum in London (Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.07.2017 - Design

Für die taz besucht Eva-Christina Meier in den Nordischen Botschaften Berlin eine Ausstellung über die Geschichte von  Nordischem Design für Kinder. Die FAZ hat Patrick Bahners' Besprechung der Fleckhaus-Ausstellung in der Villa Stück in München online nachgereicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.07.2017 - Design

In der FAZ würdigt Patrick Bahners den Gestalter und Art Director Willy Fleckhaus, dem die Villa Stuck in München derzeit eine Ausstellung widmet. Unter anderem hatte Fleckhaus der Edition Suhrkamp ihren Look verliehen. Deren schlichte Regenbogenfarben-Gestaltung hatte Hintersinn: Nur nach Aufstellung in chronologischer Erscheinung "entfaltete das Kulturschauspiel des Regenbogenspektrums seine volle Pracht. ... Der Gesamteindruck: eine Homogenität des Kanonischen unter Abstrahierung von allen Kriterien, nach denen die Auswahl getroffen wurde. Das einheitliche Erscheinungsbild der Reihe stand ein für die Urteilskraft des Lektorats, der die Leser vertrauen sollten." Das waren Zeiten!

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.07.2017 - Design

Au revoir, ruft Tanja Rest in der SZ dem glamourösen Pariser Concept Store Colette zu, der nach achtzehn Jahren in der Rue Saint-Honoré zum Jahresende schließen werde: "Es gab tatsächlich für alle was zu kaufen, was dem Luxus wiederum die Kälte nahm und ihm ein menschliches Antlitz verpasste. Das war zugegebenermaßen nicht ganz neu, sieben Jahre zuvor hatte in Mailand die ehemalige Modejournalistin Carla Sozzani ihre Boutique 10 Corso Como bereits ähnlich bestückt."
Stichwörter: Luxus

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.07.2017 - Design

Die Nazis standen moderner Designästhetik weit weniger ablehnend gegenüber als die Narrative der Nachkriegsmoderne glauben machen, schreibt Christoph Schmälzle in der FAZ, nachdem er die Leipziger Tagung "Formgebung im Nationalsozialismus" besucht hat: "Der emphatische Moderne-Begriff, der in der alten Bundesrepublik gepflegt wurde, steht einer Aufarbeitung der designgeschichtlichen Kontinuitäten im Weg: Nur eine Moderne, die unterdrückt und vertrieben wurde, kann unter demokratischen Vorzeichen heimkehren. Den historischen Selbstaussagen der Akteure, die ihren Formfindungen eine immanente Moral zuschreiben, ist mit Skepsis zu begegnen: Denn ein Großteil der fortschrittlichen Designs der Zeit, von Wagenfelds Rautengläsern bis zum KdF-Wagen, dem späteren VW Käfer, ist politisch bedeutungsoffen."