Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.09.2017 - Design


Strelnikov's Glasses and Other Stories - eine Ausstellung über Brillen im Film

Brillenschlangen - so gemeine Vokabeln benutzte man früher für Menschen, die Brillen tragen mussten. Wollte man im Film Cary Grant lächerlich machen oder Bette Davis hässlich, setzte man ihnen eine Brille auf. Eine Ausstellung in Manchester, ausgerichtet von der Society of Spectacles, beschäftigt sich mit der Geschichte der Brille im Film, freut sich Helen Pidd im Guardian. "Susan Platt, who curated the exhibition, has contributed her own piece, called 'Never Make Passes?' ... she transforms herself into the most famous glasses-wearing female characters in cinema over the past 75 years. The artist pays homage to Miranda Priestly, the fashion magazine editor in The Devil Wears Prada, as well as Marilyn Monroe in 'How to Marry a Millionaire' - a watershed moment for specs on screen, Platt believes. 'It was Marilyn Monroe who first sexualised glasses, because she gets the man without taking her glasses off.'"
Stichwörter: Fashion, Prada, Monroe, Marilyn

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.08.2017 - Design

Für den Freitag bespricht Christine Käppeler die Mode-Webserie "Kinshasa Collection".
Stichwörter: Kinshasa

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.08.2017 - Design

Für die taz besucht Brigitte Werneburg die der DDR-Modezeitschrift Sibylle gewidmete Ausstellung in den Opelvillen Rüsselsheim.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.08.2017 - Design

In der Ausstellung "Hello, Robot" der Vienna Biennale blickt Felix Philipp Ingold von der NZZ dem Roboter von Angesicht zu Angesicht ins Auge - Roboter werden in ihrer Gestaltung nämlich immer humanoider. Dieses Design "soll den Techno- bzw. Maschinencharakter des Automaten kaschieren", schlussfolgert er. "Dass man für analoge wie für digitale Automaten bisher fast ausnahmslos die Menschengestalt (...) zur Bemäntelung ihrer innern technischen Armaturen verwendet hat, ist - bei aller Fortschrittseuphorie - sicherlich auf eine konservative Grundhaltung zurückzuführen, die am Menschen weiterhin als dem Maß aller Dinge festhalten möchte, an seiner Physis ebenso wie an seiner Intellektualität und Sensibilität. Viel konsequenter wäre es, für die künftigen Roboterkohorten, denen es an solcher 'Menschlichkeit' fehlen wird, ein grundsätzlich neues Design zu entwickeln."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.08.2017 - Design

Für die taz hat sich Nora Voit den Studiengang Modemarketing, den man in Berlin studieren kann, genauer angesehen.
Stichwörter: Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.08.2017 - Design

Frederic Jage Bowler besucht für den Tagesspiegel Werner Ettels Braun-Sammlung in Berlin. Dass die Gebrauchsgegenstände aus den besten Tagen der Firma später das minimalistisch-elegante Apple-Design inspirierten, ist heute Allgemeinwissen. "Im Selbstverständnis der Marke Braun fanden Ideen des Bauhauses ebenso Anklang wie die utopischen Bekundungen der neu gegründeten Ulmer Hochschule für Gestaltung. Es kam zu einer Phase der intensiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschule. ... Dabei näherte man sich mit einer stets anwachsenden Produktpalette immer weiter dem Ulmer Diktum, 'vom Löffel bis zur Stadt', alles zu gestalten. Für den Hochschullehrer Max Bill bedeutete dies nichts Geringeres als den 'Aufbau einer wirklichen und in die Tiefe gehenden Kultur des Alltags.'" Verantwortlich für die schlichte, anschmiegsame Produktgestaltung war der Industriedesigner Dieter Rams - hier ein kleines Portrait:


Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.08.2017 - Design


Der Designer Ettore Sottsass (Bild: Bruno Gecchelin/Vitra Design Museum)

Zum 100. Geburtstag von Ettore Sottsass würdigt das Vitra-Museum in Weil den Designer mit einer Ausstellung. Welt-Kritiker Hans-Joachim Müller kam sich dabei vor, als sei er ein einem "bunten Beet" gelandet, "das beim Urban-Gardening gewachsen ist. Die grellen Farbsignale, die demonstrative Übertreibung der unfunktionellen Details, die gespielte Plumpheit der Entwürfe, als sei alles Hohn auf die "gute Form", die ganze Ob-La-Di-Ob-La-Da-Unbekümmertheit, die eine Poltronova-Kommode aussehen lässt wie einen kandierten Beatles-Song - das alles hat das Sottsass-Design in den Rang eines ikonischen Hauptbeitrags der Pop-Epoche gehoben."

Für die NZZ hat sich Oliver Herwig unterdessen umgeschaut, wie die Tankstelle der Zukunft aussehen wird. Wenn wir alle erstmal mit Elektroautos fahren, deren Aufladen zwanzig bis dreißig Minuten dauert, wandelt sich schließlich auch die Funktion von Tankstellen: Aus dem schnellen Zapfen könnte dann womöglich ein kleines Get-Together als Freizeitangebot werden. In Fürholzen West gibt es bereits einen Multifunktions-Prototyp, der sich mit gewundenen Dächern schon architektonisch als Alternative anbietet. Ein "Flaggschiff, das beweisen soll, wie gut alles zusammenpasst." Für die Elektroautos ist "ein separater Pavillon" vorgesehen, "auf dessen Dach Solarzellen aufblitzen. Die Symbolik ist mit Händen zu greifen: Energie vom Himmel hoch direkt in den Tank." Dennoch: Das sei alles etwas "banal. ... Wer Elektromobilität wirklich fördern will, muss in attraktive Tankstellen investieren. Und da ist noch Luft nach oben."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.08.2017 - Design

Für den Tagesspiegel besucht Christiane Meixner die dem britischen Möbeldesigner Jasper Morrison gewidmete Ausstellung im Bauhaus-Archiv in Berlin: Dessen gerundete Objekte sind von schlichter Eleganz. Doch "einfach heißt nicht automatisch schmucklos. Morrison gestaltet eher fein, fließend und im Detail aufwendig".

Im ZeitMagazin setzt Dirk Peitz nicht nur zur Ehrenrettung der männlichen Wade, sondern auch der Shorts für Männer an - sofern sie denn kleidsam sind: "Relativ schmal sollte eine Shorts geschnitten sein, einfarbig monochrom und ein paar Zentimeter überm Knie enden. Die sind auch nicht schwer zu finden, denn eigentlich alle halbwegs modischen kurzen Hosen erfüllen heute diese Kriterien."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.08.2017 - Design


Die "Kinshasa Collection". Foto: Goethe Institut

In Berlin wurde die Webserie "Kinshasa Collection" (mehr dazu hier) zusammen mit einer Modenschau vorgestellt. Caroline Fetscher vom Tagesspiegel hatte am umbekümmert farbenfrohen Eklektizismus der zur Schau gestellten kongolesischen Mode sichtlich Freude:  Die Webserie habe "Speed und Spirit, ist transkontinentale Docufiction, investigative Tropenkomödie und aufklärende Kritik in einem. Westliche Modehäuser wirken wie gestrickte Einfallslosigkeit, blickt man auf Kinshasas explosive Modefantasie, den Charme der Improvisation. Hier ist alles kombinierbar, Hauptsache très chic. In sämtlichen Farben leuchten die Stoffe, kubistisch oder floral, besetzt mit Pailletten, glitzerndem Strass."

In der taz berichtet Brigitte Werneburg von dem Abend. Sie fand es "ein wenig schade, aber im Kontext von Goethe-Institut und HKW verständlich, dass die Luxusmarkenlogos, die in der gefälschten Form gerne noch ein bisschen größer sein dürfen als in echt, fehlten. Denn damit analysieren und feiern die afrikanischen Designer höchst ironisch die Mode als eine durch und durch säkulare wie unabdingbar mit der Entstehung und Geschichte des Kapitalismus verbundene Angelegenheit."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.08.2017 - Design


Szene aus "The Handmaid's Tale" mit den Kostümen von Ane Crabtree

Im Gespräch mit Alice Morby von Dezeen kann es die Kostümbildnerin Ane Crabtree immer noch nicht ganz fassen, welchen Einfluss ihre Kostüme für die amerikanische Serie "The Handmaid's Tale" (Die Geschichte der Dienerin) auf die Frauenbewegung haben. Die Frauen im Film, die nach einer Nuklearkatastrophe als eine Art Gebärmaschinen gehalten werden, müssten hochgeschlossene Kleider tragen, bodenlange Capes und Hauben, wenn sie ausgehen. "Since the show premiered in May, activists in Ohio have worn the costumes while staging a protest against a bill placing more restrictions on abortion, and Polish women have donned the attire to show their contempt for President Trump's visit to their country. 'My jaw dropped open - it's jarring and emotional to see them use these costumes,' Crabtree told Dezeen. 'The thing that's so intensely poetic for me is that women are coming together and they're finding power in a uniform that was meant to hinder them and imprison them - that to me is the perfect outcome.'"