Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

974 Presseschau-Absätze - Seite 9 von 98

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.11.2024 - Design

In der taz blickt Donata Künßberg zurück auf sechzig Jahre Doc Martens.
Stichwörter: Mode, Stiefel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.11.2024 - Design

Ganz schwindelig wird SZ-Kritiker Peter Richter bei der Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung "Design for Behinds" im "Fragil Royal" angesichts der grafischen Gestaltung der Sitzmuster, mit denen sich herumplagen muss, wer die Angebote des Berliner ÖPNV in Anspruch nimmt. Es handelt sich also um "Gestaltung für den Hintern", übersetzt Richter den Titel der Ausstellung und lauscht aufmerksam, wenn sich Laura Ewert und Tom Gräbe über die Funktionalität der Sitzmuster austauschen, die vor allem Graffiti abhalten sollen, "gerade in Nachtbussen aber immer wieder auch Erbrochenes. Fraglich blieb, ob speziell dies von den Designs nur ästhetisch sozusagen sublimiert oder zum Teil auch hervorgerufen wird. ... Auf der Empore des 'Fragil Royal' hängt nun eine ganze Galerie groß kopierter Fotografien von Bus- und Bahnsitzmustern unbekannter Designer, die in diesem Format und in dieser Präsentation mal an Werke der Op-Art, mal an solche des Abstrakten Expressionismus denken lassen. Auf den ersten Blick könnten sie so auch auf einer Kunstmesse hängen. Auf den zweiten Blick sogar erst recht."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.11.2024 - Design

Body Positivy in der Modewelt? Die war einmal - und dann im wesentlichen sowieso nur Kosmetik, mit der sich der Betrieb aufbrezelte. Der Trend auf den Laufstegen geht nun wieder eindeutig Richtung "Heroin Chic", schreibt Carolina Schwarz in der taz und verweist auf den Inclusivity Report der Vogue Business. "Die Hüftknochen müssen sichtbar, die Bäuche konkav sein, die Haut muss blass, die Haare müssen strähnig sein. ... Kritik und Shitstorms bleiben nach den Fashionweeks aus. Der Druck von außen, dass es körperliche Diversität auf den Laufstegen braucht, fehlt." Ein "wichtiger Grund, der den Trend zum Dünnsein beschleunigt: Ozempic und Wegovy. ... Die Spritzen sind auch dank einer enormen medialen Präsenz längst Normalität geworden."

Besprochen wird die Hermes-Ausstellung in der Lichthalle Maag (TA).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.11.2024 - Design

Topography Crop Top und Leggings von Kasia Kucharska

Im Tagesspiegel stellt Grit Thönnissen die Berliner Designerin Kasia Kucharska vor, die Kleidung aus Latex-Schnüren anfertigt. Dafür hat sie gerade von Anna Wintour den Preis des "Vogue Fashion Fund" überreicht bekommen. Auch wenn das Material Latex ist - mit Fetischmode haben ihre Kollektionen nichts zu tun, meint Thönnissen. "Dass ihre Kleidung im Alltag funktioniert, weiß sie vor allem von ihren Kundinnen. Die aus den USA sind stolz, ihren mit viel Mühe bearbeiteten Körper zu zeigen. Die aufgedruckten Linien zeichnen jedes ausgearbeitete Detail des Körpers heraus. Es ist als würde ein Comiczeichner seinen Figuren mit schwarzem Stift eine schärfere Kontur geben. Die japanischen Kundinnen nutzen ihre Entwürfe vor allem, um einzelne Kontraste zu schaffen. So schaut ein Ärmel mit Latexgitter unter einem Wollpullover hervor, oder ein hoher anliegender Kragen unter einer Jacke."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.11.2024 - Design


Laura Ewert spricht für Monopol mit dem Musiker Max Herre über seinen Großvater, den Bauhaus-Gestalter Richard Herre, dessen Einrichtungsgegenstände er jetzt wieder auf den Markt bringt. Dafür musste erst einiges zusammengelesen werden, wie für den Zet Kelim Teppich etwa: "Seine Entwürfe waren teilweise noch im Besitz unserer Familie. Aber dieser Kelim hat auch mit einem Artikel in der Monopol zu tun. ... Daraufhin meldete sich Dr. Nordmann, der Neffe von Frau Mörike, der Weberin meines Großvaters. Weil mein Großvater sie damals nicht bezahlen konnte, bekam sie für ihre Arbeit Möbel von ihm. ... Neben den Möbeln gab es auch eine Mappe, in der sich Teppich-Entwürfe meines Großvaters fanden. Von ihm mit Wasserfarben gemalt, Entwürfe, die Frau Mörike als Vorlage dienten. Das Tolle war, wir kannten seine Skizzen zwar in Schwarz-weiß aus frühen Publikationen, aber wir hatten nie ein Farbspektrum gesehen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.10.2024 - Design

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Zumindest in der Herstellung von Plastikmöbeln im Stil des utopischen Aufbruchs der Siebziger hatte sich die deutsche Einheit schon lange vor 1990 vollzogen, nimmt SZ-Kritikerin Renate Meinhof als Erkenntnis von ihrem Besuch im Eisenhüttenstädter "Museum Utopie und Alltag" mit. Dort erzählt die Ausstellung "PURe Visionen. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West", wie die Plastikbranchen der BRD und DDR frühzeitig miteinander kooperierten. "Synthetische Kunststoffe im Möbelbau anstelle von Holz? Ungeahnte Möglichkeiten für die Massenproduktion taten sich dank der Chemie-Industrie auf, und Erdöl floss reichlich aus der Sowjetunion in die DDR. ... Die Entwicklung von Möbeln aus Kunststoff lief in beiden deutschen Staaten parallel, aber der Westen war weiter, was Herstellung und Verarbeitung von Polyurethan betraf. Was tat der Osten? Er tat, als gäbe es die Mauer nicht" und "kaufte im Westen Maschinen und Verfahrenstechnik ein, kaufte auch Möbelentwürfe. ... Zwei Großbetriebe machten von Anfang der 1970er-Jahre Deutschland - nämlich die DDR in engster Zusammenarbeit mit der BRD - zum wohl größten Produzenten von Kunststoffmöbeln weltweit: das VEB Synthesewerk Schwarzheide mit seinem Betriebsteil in Bernsdorf und das Petrochemische Kombinat Schwedt an der Oder."
Stichwörter: Plastik, DDR-Design, Möbel, 70er, Instagram, BRD

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.10.2024 - Design

Diese Kaschmir-Tücher des Berliner Labels Lala Berlin sind sehr en vogue, hört man. Das KaDeWe soll den Tisch allerdings inzwischen abgeräumt haben.

Stichwörter: Kaschmir, Vogue

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.10.2024 - Design

Schwersten Herzens verabschiedet sich Bernhard Heckler in der SZ von seinem geliebten, aber verunfallten Twingo, der ihm viele Jahre lang treu zur Seite stand. Mit dem Twingo im Allgemeinen verschwindet auch eine Form von Bescheidenheit im deutschen Straßenverkehr, die ohnehin selten geworden ist, schreibt er: "Was bedeutet der Twingo als kultureller Gegenstand? Vielleicht liegt in ihm zuerst eben das: eine Philosophie der Selbstbeschränkung. Eine Idee von einem schlanken Leben. Ein Twingo beansprucht wenig Raum. Das ist rücksichtsvoll und modern. ... Leider ist der Twingo als Idee nicht mehr so anschlussfähig wie noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Es wird zu einem immer drängenderen Problem im Stadt- und Verkehrsbild, dass die Kleinstwagen nicht nur konkret, sondern auch metaphorisch an den SUVs zerschellen."
Stichwörter: Autos, Autodesign, Twingo

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.10.2024 - Design

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"Da werden der Mann im Mond, die Marsmännchen und die Aliens ... staunen", schreibt Gerhard Matzig in der SZ: Denn Prada "soll zusammen mit dem US-Raumfahrtunternehmen Axiom Space den Unisex-Weltraumanzug für eine Nasa-Mission zum Südpol des Mondes schneidern. ... Obwohl etwa die gewählte Farbe Weiß an die Apollo-Missionen vor einem halben Jahrhundert erinnert, sieht Matt Ondler als Chef von Axiom Space nun eine 'extrem' zukunftstaugliche 'Ingenieurskunst' am Werk. 'Der Anzug muss sehr clever entworfen sein', sagt Ondler, denn am Südpol des Mondes herrschen Temperaturen von bis zu minus 203 Grad Celsius. Außerdem muss der Anzug für den Mondspaziergang vor Strahlung schützen, wobei man sich das Ganze eher nicht als Spaziergang im flaneurhaften Sinn Walter Benjamins vorstellen darf. Mindestens die Schildkröte an der Leine passt nicht recht ins Bild vom Weltall. Sauerstoff für bis zu acht Stunden muss der Anzug auf dem Mond außerdem bevorraten - das war's dann mit der schmalen Prada-Silhouette."

"H&M ist erwachsen geworden", stellt Yasmine M'Barek online nachgereicht in der Zeit fest: Weg vom Teenie-Image und Billig-Segment, das von Billigst-Anbietern aus Fernost mittlerweile eh viel besser bedient wird. "Das Haus hat seine Social-Media-Kanäle leer geräumt und neu bestückt, Renovierungen für zahlreiche Läden angekündigt und den Onlineshop durchgefegt. Jetzt auch mit Sustainability, wie man heute sagt, um Klasse zu signalisieren. Produziert wird weiterhin alles für grob gerechnet zwei Cent. ...  Die Läden richten sich nun an eine neue Zielgruppe: die vermeintlich nachdenkliche Mittelschicht, die eigentlich bei COS einkauft, dieser Kette, die zur H&M-Gruppe gehört und ebenfalls mit bescheidenem Aufwand ihre Waren produziert, die immerhin gehobener aussehen. ... Wo also kaufen sich Leute, die zwar noch nicht Christian Lindner, aber auch nicht mehr die Sozialdemokraten wählen, jetzt gut geschnittene Mäntel? Bei H&M, neben der Stange."

Von Linken und Rechten einst nicht nur aus praktischen Gründen, sondern wegen ihres ruppigen Images gleichermaßen geschätzt, ist die Bomberjacke "heute ein 'Fashion Piece' ersten Ranges", schreibt Jeroen van Rooijen in der NZZ: "Radikalisierung, Antibürgerlichkeit, Jugendkultur, Gewalt und Provokation - damit assoziiert man die MA-1 Bomberjacke. Es ist der Geruch des Untergrunds, der sie stets begleitet und periodisch wieder an die Oberfläche spült."

Das Team von Zeit Online gratuliert Ikea zum 50-jährigen Bestehen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.10.2024 - Design

Katharina J. Cichosch hat für die taz eine Handtaschen-Ausstellung im Deutschen Ledermuseum in Offenbach besucht.