Gibt es in den
Niederlanden große Literatur und sagt sie etwas über das Leben heute? Margot Dijkgraaf
stellt die wichtigsten niederländischen Autoren vor -
Willem Frederik Hermans,
Gerard Reve (beide verstorben),
Harry Mulisch,
Cees Nooteboom,
Hella S. Haasse,
Adriaan van Dis,
Arnon Grunberg,
Geert Mak, Annejet van der Zijl,
Frank Westerman,
Abdelkader Benali und
Hafid Bouazza. Eins der meistverkauften Bücher der letzten Jahre war
Jan Siebelinks Roman "Knielen op een bed violen" (
"Im Garten des Vaters"). Es erzählt von einem
Gärtner, der einer orthodoxen calvinistischen Sekte verfällt und am Ende nicht nur sein Geschäft verliert, sondern sich vollkommen von seiner Frau und seinen zwei Söhnen entfremdet. Religion sei in den Niederlanden lange ein Tabu gewesen, erzählt Dijkgraaf, aber "dieses Buch beweist den anhaltenden Einfluss eines tiefverwurzelten,
ja gottesfürchtigen Glaubens in den Niederlanden. Modische Ideen wie 'Säkularisierung', 'Globalisierung' und 'globales Dorf' werden in einer weit entfernten Welt diskutiert, die in diesem Roman nicht existiert."
In der
Januarausgabe des Magazins
Mittelweg 36 war ein bisher unveröffentlichter Briefwechsel zwischen zwischen dem damals 25-jährigen Theologiestudenten Hans-Jürgen Benedict und
Hannah Arendt aus den Jahren 1967-68 zu bestaunen. Eurozine
zeigt nun die eingescannten Original-Schreibmaschinenseiten auch online. Arendt erteilt dort jeglichen
Weltpolizei-Gedanken ihrer Wahlheimat USA eine frühe Abfuhr. "Was nun das Letzte angeht: Keine Frage, es geht uns an, wenn in Persien, Vietnam und Brasilien 'unwürdige Zustände' herrschen, aber es liegt wahrhaftig nicht an uns. Das, scheint mir, ist eine Art
umgekehrter Größenwahnsinn. Probieren Sie einmal, Politik in Persien zu machen, und Sie werden rasch davon geheilt sein." Dazu gibt's einen Aufsatz von Wolfgang Kraushaar. Und:
Zwei Norwegerinnen, die als muslimische Konvertitinnen in den achtziger Jahren das
Kopftuch trugen,
erklären im Interview, warum sie es wieder abgelegt haben.