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Hongkong Review of Books

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 16.02.2021 - Hongkong Review of Books

In einem Artikel des Magazins untersucht die Soziologin Johanna Pezold den Einfluss Chinas in Mosambik - und der geht inzwischen weit über das wirtschaftliche hinaus. Auch kulturell beeinflusst man sich inzwischen, und das sogar gegenseitig, wie sich am Beispiele der traditionellen baumwollenen 'Capulanas' zeigt: "Viele Chinesen, die in Maputo leben, tragen gerne Accessoires aus Capulana-Stoffen, wie Flip-Flops, Taschen, Hüte oder Schmuckstücke. Einige von ihnen lassen sich auf den lokalen Märkten sogar Kleidung maßschneidern. Mosambikaner wiederum fühlen sich besonders zu Drachenmustern, chinesischen Schriftzeichen und dem Qipao-Kleid hingezogen, einem Kleidungsstil, der im Shanghai der 1920er Jahre populär wurde. Chinesische Drachen und Schriftzeichen sind beliebte Tattoo-Motive, 'weil sie anders' und 'persönlicher' sind, da nicht jeder sie versteht, erklärte ein Mitarbeiter des Maputan-Tattoostudios. Der Qipao, der oft als chinesisches Nationalkleid bezeichnet wird, wird von den Mosambikanern als das direkte Gegenstück zur Capulana gesehen. Sie übernehmen gerne Elemente davon in ihre eigene Mode, wie den typischen runden Stehkragen, kurze Ärmel, Seitenschlitze und Seidenknoten." Wirtschaftlich sind die Chinesen inzwischen führend in der Herstellung von Capulanas, erfahren wir. "Die indischen Hersteller sind von chinesischen abgelöst worden, Grund sind die niedrigeren Preise und die gute Qualität der Farben und Drucke. In Baixa werden inzwischen sogar einige Capulana-Geschäfte von Chinesen betrieben, die ihre Ware aus China beziehen. Ähnliche Entwicklungen gelten für den gesamten mosambikanischen Modemarkt. Lange kamen die chinesischen Produkte über Drittländer wie Südafrika, Brasilien, Portugal. In den letzten Jahren stieg die Zahl der lokal ansässigen Direktimporteure, doch im Wettbewerb unterliegen sie der chinesischen Konkurrenz mit ihren Sprachkenntnissen und Geschäftsbeziehungen. Lange galt chinesische Ware als schlecht produziert, doch das ändert sich zusehends. Mehr und mehr Mosambikaner schätzen die Qualität der Ware, ihre Vielfalt und das originelle Design, das es ihnen erlaubt, auch ohne großen finanziellen Aufwand öfter mal den Stil zu wechseln. Chinesischer Stil erhält so immer mehr Einzug."
Stichwörter: China, Mosambik