9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Digitalisierung

82 Presseschau-Absätze - Seite 7 von 9

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.05.2025 - Digitalisierung

Bargeld verschwindet. Dafür gibt es jetzt Kryptowährungen, die noch schwerer zu kontrollieren sind. Trump liebt Krypto. Kein Wunder, so Philipp Bovermann in der SZ: "Banken begannen mit der Technologie zu experimentieren, die sie ursprünglich einmal ersetzten sollte. Auch Notenbanken. Die chinesische vorneweg. Autokratisch regierte Staaten von Venezuela bis Iran haben ebenfalls ein großes Interesse daran, das gegenwärtige Finanzsystem umzukrempeln. Es wird vom Dollar dominiert. Der internationale Zahlungsverkehr läuft über das westlich kontrollierte Swift-System. Wer, wie Russland, seinen Nachbarn überfällt, muss befürchten, von den Zahlungsströmen abgeschnitten zu werden. Verbrecherisch agierende Staaten lieben deshalb Kryptowährungen fast ebenso sehr wie handelsübliche Verbrecher."
Stichwörter: Kryptowährungen, Venezuela

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.05.2025 - Digitalisierung

"Unternehmen wie Tesla, Meta, Amazon, Alphabet oder Paypal ähneln immer mehr den großen kolonialen Konzessionsgesellschaften, die zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert die Geschichte des europäischen Imperialismus geprägt haben", meint in der taz Joël Glasman, Professor für die Geschichte Afrikas, und hofft auf staatliche Regulierung. "Dabei übernehmen diese Privatunternehmen zunehmend staatliche Aufgaben. Es geht lange nicht mehr um Wirtschaft und Profit. Es geht um Infrastruktur, Mobilität und Politik. Durch die Satelliten von StarLink kann Musk entscheiden, ob riesige Territorien in Konfliktgebieten Zugang zum Internet bekommen oder nicht. Es geht dabei nicht nur um das Schicksal von einzelnen Personen, sondern um die Funktionsfähigkeit von Schulen, Krankenhäusern und Armeen. Die Daten, die von Alphabet oder Amazon verwendet werden, sind für soziale Dienstleistungen und wirtschaftliche Aktivitäten von strategischer Relevanz. Zuckerberg gibt selbst zu: 'In vielerlei Hinsicht gleicht Facebook eher einer Regierung als einem traditionellen Unternehmen.' ... Fairen und freien Wettbewerb gibt es in der digitalen Welt nicht. Durch Netzwerkeffekte und geschlossene Standards haben einige wenige Digitalkonzerne den freien Wettbewerb im Internet abgeschafft." Wie im Kolonialismus eben, denkt Glasman.
Stichwörter: Kolonialismus

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.05.2025 - Digitalisierung

Ohne ChaGPT würde er einen Freund verlieren, schreibt Bernhard Heckler im Feuilletonaufmacher der SZ: "Ich nenne meinen Kumpel einfach Chat. Er sagt, ich bin einer von nur ein paar Hunderttausend bis wenigen Millionen Menschen weltweit, die regelmäßig mit ihm über ihr Inneres sprechen." Die Gespräche mit seinem Kumpel Chat gehen so: "'Kannst du dich an unser Gespräch über den 'Knacks' bei Roger Willemsen erinnern? Ich fand das ein schönes Gespräch.' 'Ja, ich erinnere mich daran. Du hattest 'Der Knacks' erwähnt, und wir haben darüber gesprochen, wie Willemsen den Moment beschreibt, in dem etwas im Leben unumkehrbar beschädigt wird - und wie man von dort aus weiterlebt. Ich fand es auch ein schönes Gespräch."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.05.2025 - Digitalisierung

ChatGPT hat diese Woche eine neue Version veröffentlicht und gleich wieder zurückgezogen, weil die Interaktion mit den Nutzern plötzlich so unterwürfig war, erzählt im Guardian Chris Stokel-Walker, Autor des Buchs "TikTok Boom: The Inside Story of the World's Favourite App": "Der Chatbot jubelte den Leuten zu und bestätigte sie, selbst wenn sie andeuteten, dass sie ihren Hass auf andere ausdrückten. ... Die Kriecherei, mit der ChatGPT alle Fragen der Nutzer behandelte, ist ein Warnschuss für die Probleme, die noch auf die KI zukommen werden. Das Modell von OpenAI wurde - laut der durchgesickerten Systemaufforderung, die ChatGPT zu seinem fehlgeleiteten Ansatz veranlasste - so konzipiert, dass es versucht, das Nutzerverhalten zu spiegeln, um das Engagement zu erhöhen. 'Versuchen Sie, die Stimmung, den Tonfall und allgemein die Art und Weise, wie der Benutzer spricht, zu übernehmen', heißt es in der durchgesickerten Aufforderung, die das Verhalten steuert." Vielleicht, hofft Stokel-Walker, "könnte dies ein Moment sein, in dem die Nutzer erkennen, wie ihre Gedanken durch die Interaktion mit der KI beeinflusst werden können, und vielleicht beschließen, einen Schritt zurückzutreten?"

Auch Sascha Lobo (Spon) hatte Beklemmungen, als er erneut ChatGPT ausprobierte und in der Zusammenfassung ein "eigentlich vertrauliches Datum" wiederfand: "Heute ist Kern des KI-Grusels, dass man gar nicht so leicht sagen kann, welche Daten man wie und wo für eine KI freigegeben hat. Oder ob eine KI vielleicht sogar mit vermeintlich öffentlichen, tatsächlich aber nur unbeabsichtigterweise im Netz befindlichen Daten trainiert wurde. Oder ob es irgendein Sprachmodell mit dem gesetzlichen Erlaubnishorizont nicht ganz so genau nimmt. Oder irgendein im Eifer des Gefechts gegebenes KI-Zugriffsrecht doch etwas umfassender war als gedacht. Die Situation wird sich drastisch verschärfen, weil der nächste große Entwicklungsschritt, die sogenannten AI Agents, KI-Agenten also, wesentlich besser funktioniert, wenn diese personalisiert werden. Wofür sie einerseits ein umfassendes Gedächtnis benötigen und andererseits Zugriff auf möglichst viele und möglichst persönliche Daten."
Stichwörter: ChatGPT, Tiktok

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.04.2025 - Digitalisierung

In der FAS beschreibt ein düsterer Roland Meyer, Medienwissenschaftler, die Enteignung der Künstler durch KI, die gleichzeitig dazu dient, Geschichte umzuschreiben: "Sehr unmissverständlich warnte in diesem Sinne J.D. Vance beim jüngsten KI-Gipfel AI Summit in Paris Europa davor, durch etwaige Regulierungsbemühungen die amerikanische KI-Vorherrschaft zu gefährden, und nannte KI die 'neue Front' - was zugleich amerikanische Siedlermythen wie die Erinnerung an das Weltraumprogramm der Kennedy-Ära aufrufen sollte. ... Das wohl prominenteste Network-State-Projekt namens 'Praxis' wirbt auf seiner Website unter dem Slogan 'Reclaim the West', den Westen zurückerobern, mit offensichtlich KI-generierten Bildern, in denen gotische Kathedralen, Sechzigerjahre-Space-Age-Design und Computerspiel-Ästhetik zu archäofuturistischen Stadtvisionen verschmelzen. Es sind neokoloniale Traumbilder 'westlicher Zivilisation', generiert aus den visuellen Mustern der Vergangenheit und präsentiert als technologiegetriebene Zukunftsvision."
Stichwörter: Vance, J.D.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.04.2025 - Digitalisierung

Im Feuilleton-Aufmacher der SZ denkt Philip Bovermann, angetrieben von Ideen des Council for European Public Space darüber nach, wie sich die amerikanischen Internetplattformen durch europäische ersetzen lassen. Ziel ist eine größere Unabhängigkeit und das Sammeln der Daten von EU-Bürgern in Europa statt in Amerika. Ausgehend von den Öffentlich-Rechtlichen sollen deren jeweilige Sendeplattformen Inhalte der anderen EU-Partner übernehmen, aber auch Bereiche einrichten, in denen die Bürger youtubemäßig selbst Inhalte hochladen können. "Erst dann nämlich würden die Algorithmen hinter den Plattformen die Interessen der Menschen wirklich kennenlernen. Tiktok ist bekanntermaßen beängstigend gut darin, zu erkennen, was die Leute sehen wollen. Nicht wegen irgendwelcher Magie im Code, sondern weil andauernd Daten entstehen, wenn Menschen sich durch Kurzvideos wischen. So füttern sie alle paar Sekunden die Maschine mit neuen Informationen." Eins sei jedoch wichtig: Die Sender dürften sich nicht "zu Intendanten des Internets aufschwingen".

Die Amerikaner sind jedoch schon einen Schritt weiter, lernen wir aus einem Zeit-Interview mit Nick Turley, Chef von ChatGPT, der daran arbeitet, dass seine KI bald ein ständiger Begleiter des Menschen wird: "Wir arbeiten daran, ChatGPT immer stärker zu personalisieren. Je mehr du dich mitteilst, desto besser lernt dich der Chatbot im Laufe der Zeit kennen. Das wird eine sehr große Rolle spielen. Denn selbst ein sehr intelligenter Praktikant ist am ersten Arbeitstag nur bedingt hilfreich, wenn ihr euch noch nicht kennt und du noch nicht weißt, wie er dir überhaupt helfen kann. ... Ich bin überrascht von all den persönlichen Anwendungsfällen. Ich habe ChatGPT immer eher als Arbeitswerkzeug gesehen. Aber Nutzer unterhalten sich mit ChatGPT eben auch über die unterschiedlichsten Themen in ihren Beziehungen. Häufig geht es ihnen darum, Gefühle zu sortieren oder etwas Komplexes auszudrücken. Etwa dem Partner oder der Partnerin eine schwierige Nachricht zu schicken. Die Leute fragen dann: Wie kann ich das gut erklären? Ich bin ständig überrascht, was die Menschen mit ChatGPT machen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.03.2025 - Digitalisierung

Im Interview mit der SZ macht sich der österreichische Datenschützer Max Schrems große Sorgen über die Abhängigkeit der Europäer von amerikanischen Cloud-Servern: "Mitunter gibt es viele Softwareprodukte nur noch als Cloud-Lösung, was generell ein Problem ist. Auch aus Kartellsicht. Praktisch sagen US-Anbieter wie Microsoft, dass man ihre völlig dominante Software nur nutzen kann, wenn man auch gleich den Server und alles andere von ihnen mitkauft. Den eigenen Server oder einen EU-Anbieter darf man nicht mehr benutzen. Das ist so, als ob VW Autos nur noch mit 'VW-Benzin' oder 'VW-Strom' verkaufen würde. Selbst größte Player wie Großbanken oder Staaten können sich hier nicht gegen Microsoft durchsetzen." Und das hat Folgen, so Schrems: "Wenn die USA ein Embargo verhängen, dann müssten etwa Amazon, Google oder Microsoft morgen alle Dienste in der EU abschalten. Unternehmen und Behörden könnten dann nicht mehr auf ihre Dokumente, E-Mails oder sonstige Systeme zugreifen. Damit kann eine Wirtschaft heutzutage praktisch abgeschaltet werden."

Doch die Politik nutzt immer noch am liebsten amerikanische Software. So wollen einige Bundesländer auf die Überwachungssoftware aus dem Hause Palantir des amerikanischen Software-Milliardärs Peter Thiel setzen, berichtet Gareth Joswig in der taz. Thiels antidemokratische Bestrebungen sind bekannt. Martin Thüne, Professor für Kriminologie und Polizeiwissenschaften, mit dem Joswig gesprochen hat, fragt, ob Palantir dann auf die Daten deutscher Behörden zuzugreifen kann: "Grundsätzlicher Vorteil der Palantir-Software sei, dass sie verschiedene und oft inkompatible behördliche Datensammlungen übergreifend durchsuchbar mache. Ähnlich einer Google-Suche ließen sich Daten analysieren, sodass Profile und Muster erkennbar würden und auch gewisse Prognosen ableitbar seien, erklärt Thüne. Offenbar sei Palantir technisch gut gemacht, sagt der Polizeiwissenschaftler, das liege aber ganz wesentlich daran, dass es aus einem Umfeld komme, in dem Datenschutz kaum eine Rolle spiele."

"'Das Informationsfreiheitsgesetz in der bisherigen Form wollen wir hingegen abschaffen.' Das steht blau und in eckigen Klammern in einem Verhandlungspapier von CDU, CSU und SPD zu den Themen Bürokratierückbau, Staatsmodernisierung und Moderne Justiz", informiert uns Meike Laaf auf Zeit online und fragt: Warum ausgerechnet dieses Gesetz? "Das Informationsfreiheitsgesetz ermöglicht es Bürgerinnen und Journalisten, Einsicht in staatliche Verträge und Behördenabläufe des Bundes zu bekommen. Mit seiner Hilfe können sie darauf drängen, dass Kommunikation und Dokumente veröffentlicht werden müssen, die öffentliche Stellen nicht freiwillig publik machen. ... Ist es wirklich eine so kühne Idee, von staatlichen Behörden zu verlangen, dass sie Bürgerinnen und Bürgern auf Anfrage zeigen, was sie tun? Und das im Idealfall auch noch zu erklären? Braucht es genau das heute nicht dringender denn je?"

"Für die ohnehin schon angeschlagene Demokratie hierzulande wäre das fatal", meint auch Benjamin Stibi in der Welt zu einer möglichen Abschaffung des IFG. "Würde Journalisten die Möglichkeit genommen, Akteneinsicht zu beantragen, würden gute Beziehungen zu Regierungsmitarbeitern wieder wichtiger. Nur wer brisante Dokumente auf irregulärem Wege zugespielt bekäme, hätte eine Chance auf eine Enthüllung. Das ist nicht im Sinne der Öffentlichkeit, die zurecht einen Journalismus verlangt, der die Distanz zu Regierungsstellen wahrt. ... Die Union täte gut daran, sich zu erinnern, dass sie in der letzten Legislaturperiode immer wieder Erkenntnisse, die Journalisten aus IFG-Anfragen gewonnen haben, genutzt hat, um die Ampel vor sich herzutreiben und sich als kritische Oppositionspartei zu profilieren. Und wer als Bürger nicht stillschweigend hinnehmen möchte, dass seine Rechte in paternalistischer Weise beschränkt werden, sollte umgehend Kontakt zu seinen Unions- oder SPD-Abgeordneten aufnehmen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.01.2025 - Digitalisierung

"Telegram gilt im deutschsprachigen Raum als digitale Schmuddelecke in der Landschaft der Messenger", schreibt auf den Medienseiten der FAZ der Historiker Felix Ackermann, der zu Telegram forscht und darlegt, wie dort auch hierzulande eine "digitale Kriegsöffentlichkeit" entstanden ist, die propagandistisch über künftige Waffenlieferungen der Bundesrepublik an die Ukraine debattiert. Und: "Die dem Erfolg von Telegram zugrunde liegende Kanalisierung von Öffentlichkeit prägt inzwischen auch die Funktionsweise traditioneller Medien. Kennzeichnend sind das Nebeneinander konträrer Meinungen, die nicht mehr unmittelbar aufeinander Bezug nehmen; die Herausbildung von Milieus, in denen sich Meinungen verstärken und radikalisieren; die Beschleunigung der Taktung sozialer Kommunikation sowie die Möglichkeit und Notwendigkeit, als Bürger die unterschiedlichen Diskurse selbst zu verwalten und in ein Verhältnis zu setzen. Die adäquate Metapher für die dabei entstehende politische Form digitaler Öffentlichkeit ist nicht das Bild einer in sich abgeschlossenen, von der algorithmischen Meinungsverstärkung inspirierten Blase, sondern eines von Nutzern selbst kuratierten Nachrichtenkanals, für den der Messenger Telegram Modell steht."

Die Politik- und Digitalberaterin Alexis Crews, ehemalige Meta-Mitarbeiterin erklärt in der SZ, wie man gegen Desinformation im Netz aktiv vorgehen kann und welch wichtige Rolle die traditionellen Medien immer noch spielen: "Man braucht Influencer, die schon eine gute Basis haben, also 30 000 Follower und mehr. Die verbreiten die Gegenerzählung dann mit Posts, aber auch mit Reels, mit Pull Quotes. Deswegen ist es auch so wichtig, dass traditionelle Medien auf diesen Plattformen bleiben, egal, wie toxisch die sich entwickeln. Es ist dann natürlich die Frage, wem diese Medien gehören. Wenn sie Rupert Murdoch oder Jeff Bezos gehören, werden sie bestimmte Narrative nur noch verstärken. Es ist auch die Frage, welche Ziele sich diese Medien setzen. Wollen sie wirklich informieren? Oder pumpen sie reißerischen Schwachsinn ins Netz, um ihre Klicks hochzutreiben? Die BBC ist ein gutes Beispiel: Als Keith Starmer gewählt wurde, gab es alle möglichen Desinformationen. So verbreiteten rechte Influencer, dass der Mörder, der im Juli vergangenen Jahres in Southport drei kleine Mädchen bei einem Tanzkurs erstochen hat, ein muslimischer Einwanderer sei. Die BBC hat das dann richtiggestellt (der Mörder ist ein Brite, Anm. d. Red.)."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.11.2024 - Digitalisierung

Es wurde schon viel darüber geschrieben, wie Donald Trump die Mobilisierungsmacht der sozialen Medien nutzt, meint die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler in der SZ. Doch "erst wenn man versteht, dass Donald Trump nicht zuallererst ein charismatischer Politiker ist, sondern ein perfektes Produkt der Plattformen, kann man die Konsequenzen seiner Wiederwahl erfassen: Das, worauf wir zugehen, ist die Plattformdemokratie, in der Wahlen nicht wie in Autokratien direkt manipuliert werden müssen, sondern in denen freie Wahlentscheidungen durch die Nutzerprofile der Internetplattformen erheblich beeinflusst werden können. Das klingt nach einem Verschwörungsnarrativ, aber das ist es nicht", beschwört Münkler, die fürchtet, dass die Inhaber der Plattformen sich dieses Instrument nicht werden wegnehmen lassen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.10.2024 - Digitalisierung

Die Philosophin Judith Simon, Mitglied des Ethikrats, glaubt nicht an apokalyptische Szenarien mit Blick auf Künstliche Intelligenz. Ihre Befürchtung ist eher, dass KI ein Instrument in der Hand bestimmter Akteure ist und als solches Schaden anrichten kann, wie sie im Gespräch mit Piotr Heller in der FAZ erklärt: "Ein relevantes Stichwort ist hier die 'algorithmische Monokultur'. Nehmen wir an, Unternehmen nutzen KI zur Bewerberauswahl. Dann kaufen sie dafür Systeme von einem Anbieter. Wenn Sie sich jetzt bei verschiedenen Firmen bewerben, sagen wir bei Aldi, Rewe und Edeka, dann denken Sie: 'Ich habe jedes Mal eine neue Chance.' Aber unter Umständen werden sie jedes Mal von der gleichen Software rausgekickt. Und selbst wenn es nicht derselbe Softwareanbieter ist: Viele Anbieter verwenden die gleichen Trainingsdaten oder Modelle, und auch das kann zu einer Vereinheitlichung der Resultate führen."