Der Genetikpionier
James Watson ist gestorben. Joachim Müller-Jung erinnert in der
FAZ an einer erbitterte Debatte, die er in Deutschland auslöste. "Nach einem Artikel Watsons mit dem Titel 'Die Ethik des Genoms' kam es im Feuilleton dieser Zeitung zur besagten heftigen Kontroverse, die Autoren, Philosophen und Theologen bis hin zum damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau beschäftigte. Watson hatte in dem Text das Recht, ja die Aufgabe erwachsener Menschen behauptet, dem
Leben erbgeschädigter Föten ein Ende zu setzen. Dass einer seiner beiden Söhne, Rufus, selbst an einem schweren psychischen Leiden erkrankte, hätten die meisten seiner damaligen Kritiker als mildernde Umstände zu Recht kaum gelten lassen. Watsons feste Überzeugung war: Evolution ist von nun an in Menschenhand." Wir
zitierten im Jahr 2003 eine Aussage Watsons zum Thema - Watson kritisierte die deutsche Einstellung zum Thema
Genforschung.
Thomas Thiel kommt in der
FAZ auf die
Correctiv-Recherche zu
Ahmad Mansour zurück (unsere
Resümees). Ihm wird vorgeworfen, dass ihm ein Projekt bewilligt wurde, das von Diskursgegnern als nicht ausreichend wissenschaftlich begutachtet wurde - Mansour will zusammen mit fünf Universitätsinstituten Präventionsarbeit gegen Antisemitismus bei muslimischen Schülern erforschen und verbessern. "Bei näherer Hinsicht ist der
Skandalgehalt gering", so Thiel. "Der Soziologe
Ruud Koopmans weist darauf hin, die Gründung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (
Dezim) sei ebenfalls ohne Ausschreibung beschlossen worden, der dort angesiedelte millionenschwere Nationale Diskriminierungs- und
Rassismusmonitor sogar ohne Gutachten, was das Bundesfamilienministerium auf Nachfrage bestätigt. Das Zentrum verfolgt allerdings einen anderen Ansatz in der Integrationsforschung als das Ehepaar Mansour und dürfte von kritischen Recherchen verschont bleiben."