Der an der University of Notre Dame lehrende
Migrationsforscher Alexander Kustov warnt in der
FAZ davor, sich
Forschungsergebnisse zur Migration schön zu reden - gerade wenn man eher für Migration ist. Kustov nennt als Beispiel eine Studie des Ifo-Instituts, wonach "Ausländer, gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung,
dreimal häufiger als Tatverdächtige in dieser Statistik auftauchen als Deutsche", und das über mehr als zehn Jahre hinweg. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich in einem Kreis die Kriminalitätsrate nicht zwangsläufig verändern muss, nur weil dort mehr Ausländer hingezogen sind. Letzteres war einigen Wissenschaftlern und Politikern ein Beleg dafür, dass es keinen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität gebe, ersteres wurde einfach ignoriert. Auch auf Konferenzen hat Kustov diese Verzerrung erlebt, um nicht "der extremen Rechten in die Hände zu spielen". Aber so funktioniert das nicht, meint er: "Wähler, die
reale Kosten aus schlecht geregelter Immigration erleben, schließen daraus, dass die dafür Zuständigen
nicht ehrlich zu ihnen sind. Genau dieser Vertrauensverlust ist Wasser auf die Mühlen populistischer Bewegungen, die deutsche und amerikanische Liberale zu Recht fürchten. Die richtige Reaktion wäre es nicht, das Problem zu leugnen, sondern eine Politik zu entwerfen, die das verhindert. Länderübergreifende Befunde zeigen, dass Staaten, die Immigration durch die selektive Aufnahme qualifizierter Personen, klare Integrationserwartungen und sichtbare Vorteile für die aufnehmenden Gemeinden so gestalten, dass sie nachweislich vorteilhaft ist, ein
höheres Niveau öffentlicher Unterstützung erreichen als solche, die Zuflucht bei moralischen Appellen suchen oder unliebsame Befunde unterdrücken."
Außerdem druckt die
FAZ die Predigt von
Friedrich Wilhelm Graf bei der Beerdigung von
Jürgen Habermas. Und Wolfram Kinzig erklärt, warum
J.
D.
Vance sich nicht auf
Augustinus berufen kann, wenn er christliche Nächstenliebe hierarchisiert und Flüchtlinge ganz unten sieht.